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Karlsruhe: Ein Doktor auf vier Rädern: Francisco Landines ist in der Region der erste Tierarzt mit einer mobilen Praxis

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Ein Doktor auf vier Rädern: Francisco Landines ist in der Region der erste Tierarzt mit einer mobilen Praxis

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    Francisco Landines behandelt von Kaninchen bis Hund alle möglichen Kleintierarten
    Francisco Landines behandelt von Kaninchen bis Hund alle möglichen Kleintierarten Foto: Francisco Landines privat

    Für Bello und Co ist ein Tierarzttermin häufig mit Nervosität verbunden. Bereits wenn Herrchen oder Frauchen mit der Transportbox um die Ecke kommen, steigt die Nervosität. "Das ist purer Stress für die Tiere", sagt Tierarzt Francisco Landines im Gespräch mit ka-news.de.

    Wenn der Tierarzt zu Besuch kommt

    So sei nicht nur die Autofahrt mit Aufregung verbunden, auch würde ein volles Wartezimmer mit mehreren anderen tierischen Patienten häufig eine Belastung darstellen - sowohl für Mensch als auch Tier, wie der fahrende Arzt meint. 

    Francisco Landines gibt einer Hundebesitzerin nach der Behandlung noch ein paar Tipps auf den Weg.
    Francisco Landines gibt einer Hundebesitzerin nach der Behandlung noch ein paar Tipps auf den Weg. Foto: Francisco Landines privat

    Um diesen Stress zu minimieren, fährt Landines seit Juni mit seiner mobilen Kleintierpraxis zu seinen tierischen Patienten direkt vor die Haustüre und behandelt sie in gewohnter Umgebung. In der Region Karlsruhe ist das ein Novum.

    Schon früh war Landines klar, dass er später einmal Tieren helfen möchte. Im Jahr 2008 schloss er das Studium der Tiermedizin in seinem Heimatland Venezuela erfolgreich ab. Daraufhin war er einige Zeit als Tierarzt in unterschiedlichen Kleintierpraxen und für den Tierschutzverein in Venezuela tätig.

    Nicht zuletzt dadurch habe er umfangreiche Erfahrungen in sämtlichen Bereichen der Kleintiermedizin gesammelt. "Das war eine wirklich spannende und lehrreiche Zeit", erinnert sich Landines. 

    2013 zog Landines nach Deutschland

    Auf der Suche nach einem "besseren Leben" übersiedelte Landines allerdings schließlich nach Deutschland, wo er ab 2014 in verschiedenen Kleintierkliniken und Kleintierpraxen als Assistenztierarzt tätig war, darunter unter anderem  in Linkenheim-Hochstetten und Eggenstein. Nebenher schulte er sein Know-How mit unterschiedlichen Fortbildungen, etwa im Bereich Zahnheilkunde und Chirurgie

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    Foto: Francisco Landines privat

    Nachdem er auch in Deutschland seine Approbation als Tierarzt erhalten hatte, machte er sich mit einer mobilen Praxis selbständig.  Seit Juni diesen Jahres ist er damit in Karlsdorf-Neuthard und der Region unterwegs. "Ich wollte eigentlich immer selbstständig sein. Als ich angestellt war, war das für mich eher eine Art Quälerei. Ich hatte aber immer ein klares Ziel vor Augen, nämlich die Selbstständigkeit", stellt Landines fest.  

    Mehr Zeit fürs Tier und weniger Termindruck für den Arzt

    Bereits in seiner südamerikanischen Heimat hatte er als mobiler Tierarzt gearbeitet. "Ich habe schon damals gemerkt, dass es diesen Bedarf gibt und sowohl Besitzer als auch Tier froh und dankbar sind, dass sie keine Auto- oder Bahnfahrt für eine Behandlung auf sich nehmen müssen", sagt Landines. 

    Außerdem sei der Stressfaktor auch für ihn selbst dadurch geringer. So habe er zuvor täglich bis zu 30 Behandlungen am Tag gehabt. "Ich brauche Ruhe bei der Arbeit und keine Überforderung. Das ist im Prinzip das, was ich wollte - weniger Behandlungen, aber dadurch eben auch mehr Qualität", sagt er.

    Francisco Landines sitzt entspannt vor seiner mobilen Tierarztpraxis
    Francisco Landines sitzt entspannt vor seiner mobilen Tierarztpraxis Foto: Francisco Landines privat

    Für seinen Einsatz auf vier Rädern hat er dafür extra einen ehemaligen Krankenwagen umbauen lassen.  "Ich kann die Tiere hier wie in einer Praxis mit festem Standort behandeln", so Landines. Vom Röntgengerät bis Ultraschall und Operationsequipment habe er "alles an Bord". Nur bei einem Kaiserschnitt könne es schwierig werden, da dabei zusätzliches Personal benötigt würde und Landines alleine unterwegs ist.

    Auch eine stationäre Behandlung sei nicht möglich. "In herkömmlichen Praxen ist es aber auch so, dass wenn ein Tier übernachten muss, dass es in eine Klinik geschickt wird. Hintergrund hier ist einfach, dass keine Praxis 24 Stunden Beobachtung anbieten kann", erklärt Landines.

    Stressreduktion und positives Feedback als Ansporn 

    Mittlerweile habe er nur noch fünf bis sechs Termine pro Tag, wodurch er sich für jeden seiner tierischen Patienten genug Zeit nehmen könne. "Jetzt kann ich eine ordentliche Anamnese durchführen, was ich für sehr wichtig erachte, weil die Besitzer ja mehr oder weniger den ganzen Tag mit dem Tier zu tun haben", sagt Landines.

    Grundsätzlich behandle er dabei alle Kleintierarten. Vom Hund bis zum Degu oder der Maus, habe er bereits alles auf dem Behandlungstisch gehabt. 

    Auf die Frage, ob es dabei denn eine Behandlung gab, die ihm als eine Art Highlight im Gedächtnis geblieben ist verneint er und sagt, dass jede erfolgreiche Behandlung ein Highlight für ihn darstelle.

    Zuletzt habe er sich allerdings sehr gefreut, als ihm eine Hundebesitzerin sagte, dass ihr Hund eigentlich ein sehr aufgeregtes Wesen habe, aber in den Händen des Veterinärs ganz locker und entspannt würde. "Das motiviert mich wahnsinnig, meine Sache genau so zu machen, wie ich sie mache", sagt Landines. 

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