Wer kennt das nicht? Man nutzt das sonnige Wetter, unternimmt einen Spaziergang - und schon ist es passiert: Man tritt in Hundekot. Ärgerlich, finden die einen. Es brauche an manchen Stellen eben mehr Mülleimer, sagen die anderen.

Das bestätigt auch die städtische Hundebeauftragte Nora Hartmann-von-Nievenheim: Immer wieder würden Hundebesitzer von einer unzureichenden Mülleimersituation berichten. Damit soll jetzt Schluss sein: Der Karlsruher Drogeriekonzern dm hält nun auch kostenlose Tüten für tierische Hinterlassenschaften bereit.

"Ab sofort keine Ausreden mehr"

Gartenbauamtschef Helmut Kern beschreibt die momentane Situation in Karlsruhe als "bunten Ausgabereigen": Derzeit gäbe es über 50 Ausgabestellen für kostenlose Hundetüten. Die Palette reicht nach eigenen Angaben von Ortsverwaltungen über Wertstoffstationen und Bürgerbüros bis hin zu Hundeschulen oder Fachgeschäften für Tierbedarf.

Das scheint allerdings nicht auszureichen. Vor allem in den Grünanlagen der zentralen Stadtgebiete kommt es laut Kern immer wieder zu starken Verunreinigungen: Nicht nur auf den Wiesen, sondern auch auf Gehsteigen laufe man immer wieder Gefahr, eine Tretmine zu erwischen. 

Amt setzt auf Menschen statt Automaten

Wie lässt sich das bei immerhin 50 Ausgabestellen erklären? "Die Bereitschaft ist auf jeden Fall da", meint die Hundebeauftragte. Ein großes Problem seien vor allem die eingeschränkten Öffnungszeiten der meisten Anbieter; nach eigenen Angaben hätten Hundebesitzer immer wieder die mangelnde Flexibilität kritisiert. Daher ist das Gartenbauamt nun auf die Drogeriekette dm zugekommen: Ab sofort lägen in sämtlichen Filialen des Drogeriekonzerns kostenlose Beutel à 50 Tüten für Hundebesitzer bereit. Das macht immerhin 15 weitere Hundetüten-Stationen in der Innenstadt. 

Auf schätzungsweise 7.500 Hunde kämen nun 66 Ausgabestellen mit rund 2,5 Millionen Tüten. "Damit ist die Stadt Karlsruhe jetzt gut aufgestellt", freut sich die Hundebeauftragte Hartmann-von-Nievenheim. Kern sieht nun vor allem Hundehalter in der Pflicht: "Wir wollen, dass der Griff zur Tüte selbstverständlich wird. In allen großen Stadtteilen gibt es einen dm. Jetzt gibt es keine Ausreden mehr."

Eine weitere Möglichkeit, des Hundekot-Problems Herr zu werden, wären sogenannten Hundekotbeutel-Automaten. Kern sieht die jetzige Lösung allerdings klar im Vorteil: Auf der einen Seite sei der Betreuungsaufwand an einem Automaten sehr hoch: "Das Amt kann den personellen Aufwand für solche Automaten nicht leisten." Gleichzeitig bedeute ein Automat immer eine unkontrollierte Ausgabe. Durch die Kommunikation mit den Betrieben könne man jederzeit die erforderliche Menge liefern. 

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