In Karlsruhe waren am 1. Januar 2014 genau 7.750 Hunde angemeldet, wie eine Sprecherin der Stadt auf ka-news-Anfrage berichtet. Etwa 400 mehr als noch am 1. Januar 2011. Wir wagen deshalb einen kleinen Ausflug ins Jahr 2011. Man schrieb den 22. November im Bürgersaal des Karlsruher Rathauses...

Bis zu 600 Kilogramm Hundekot pro Tag

Damals hatte die SPD-Fraktion Staub im Karlsruher Gemeinderat aufgewirbelt, weil sie das Thema Hundekot in die Debatte eingebracht hatte. "In einer Stadt der Größenordnung Karlsruhes fallen pro Tag etwa 500 bis 600 Kilogramm Hundekot an", rechneten die Sozialdemokraten vor. Sie forderten Entsorgungsstationen in Karlsruhe, an denen die Halter sich Tüten ziehen und diese - befüllt - auch wieder einwerfen könnten.

Wie Bürgermeister Michael Obert jedoch erklärte, habe man dies bereits in den 80er und 90er Jahren versucht in der Fächerstadt - und keinen Erfolg gesehen. Einen der Automaten in der Nottingham-Anlage habe er besonders gut gekannt: "Es waren dann hauptsächlich Kinder und Jugendliche, die diese Tüte herausnahmen. Es gab in der Nähe auch noch Wasser. Dann konnte man wunderschöne Sachen damit machen", witzelte Obert. Die Tüten seien in der ganzen Anlage verstreut gewesen - Hundebesitzer hätten sie in aller Regel wenig genutzt. "Und wenn sie es wollten, waren keine Tüten mehr da, weil sie verstreut waren."

Eine "fantastische Gewohnheit" aus Dänemark

Auch FDP-Stadtrat Tom Høyem wollte damals eher an die Vernunft appellieren: "In meinem Heimatland Dänemark ist in den letzten Jahren eine neue Mode, und ich denke: fantastische Gewohnheit, entstanden. Verantwortungsbewusste Hundehalter haben immer eine Hundetüte direkt an der Hundeleine festgebunden", so Høyem. Aus dem Protokoll der Sitzung geht hervor: "Er hält eine blaue Hundeleine mit einer gelben Plastiktüte hoch."

Laut Høyem erreiche man so, dass die Tüte nicht vergessen werde und oute sich zudem als umweltbewusster Hundehalter. Seine Idee: "Vielleicht könnten wir auch in Karlsruhe diese neue Mode verbreiten - vielleicht mit anderen Farben."

Nun, wie hält es die Fächerstadt denn heute mit Tretminen? Tütenautomaten oder gar DNA-Analysen stehen jedenfalls nicht auf der Tagesordnung. "Der Aufwand von DNA-Proben steht ja in keinem Verhältnis zum Nutzen", kommentiert eine Sprecherin den neapolitanischen Weg. Vielmehr setzt man in Karlsruhe auf vernünftige Hundebesitzer. Mit Hinweisschildern in Grünanlagen soll daran erinnert werden, dass die Hinterlassenschaften der Vierbeiner weggeräumt werden müssen. Tüten gibt die Stadt hierzu kostenlos in Rathäusern und Bürgerbüros aus. Eine lange Liste, wo man die Behältnisse sonst noch erstehen kann, finden Interessierte auf den Internetseiten der Stadt. Dort spart die Stadtverwaltung auch nicht mit Tipps und Tricks für eine "verantwortungsbewusste Hundehaltung".

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