Artgerecht oder nicht? Am 29. November tagte der Ausschuss der öffentlichen Einrichtungen im Karlsruher Rathaus. Die Kritik: Die Haltung der Eisbären sei nicht zeitgemäß. Zoo-Direktor Matthias Reinschmidt widerlegte die Kritik unter anderem mit der Begründung, dass der Eisbär vom Aussterben bedroht und die Unterbringung durchaus artgerecht sei. Das neue Eisbärengehege ist aber durchaus nicht das einzige Artenschutz-Konzept im Karlsruher Zoo.

Altersresidenz für Elefantenkühe

Um Elefantenkühen im besten Alter eine angemessene Behausung zu verschaffen, gibt es im Karlsruher Zoo eine Altersresidenz. Mit ihr wurde im Masterplan des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe ein nahezu einmaliges Tierschutzprojekt realisiert - europaweit das erste seiner Art.

Vor mehr als einem Jahr ist Elefantenkuh Saida, damals 48 Jahre alt,  aus dem Zoo Leipzig nach Karlsruhe umgezogen. In der Altersresidenz für Asiatische Elefanten hat sie sich seither gut eingewöhnt, auch wenn sie sich mit Mitbewohnerin Jenny anfangs noch nicht so gut verstand.

Zoodirektor Matthias Reinschmidt
Zoodirektor Matthias Reinschmidt. | Bild: Hammer Photographie

"Als wir die Altersresidenz geplant haben, wussten wir immer, dass es solche komplizierten Fälle geben kann, um die wir uns aber auch ganz gezielt kümmern wollen", betont Matthias Reinschmidt, der Zoodirektor, im Sommer.

Luchs-Anlage Lauterberg

Mit dem Umbau des Lauterbergs in eine artgerechte Luchs-Anlage engagierte sich der Zoo im Oktober 2021 für einheimische Tiere. Nach fast fünf Jahren Bauzeit wurde das 1.100 Quadratmeter große Gehege, das zu den größten Luchs-Anlagen in Baden-Württemberg zählt, vor über einem Jahr fertiggestellt.

Bild: Hammer Photographie

Mit seinen 1.100 Quadratmetern hat sich das Gehege im Vergleich zum alten Gehege im Raubtierhaus in seiner Größe verzehnfacht.  "Die Anlage war überholt, wir mussten einfach handeln", erklärt der Zoodirektor während einer Pressekonferenz zur Anlagen-Eröffnung. 

Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe

Über seine Artenschutzstiftung betreut der Karlsruher Zoo auch kleinere lokale und regionale Projekte wie beispielsweise die Erschließung neuer Lebensräume für Wildbienen. Darüber hinaus fanden auch Kooperationen mit dem Naturschutzbund Karlsruhe (NABU) und dem Umweltamt statt. So wurden im Februar 2020 Nisthilfen für Mehlschwalben in Rastatt angebracht.

Insgesamt 7,6 Kilometer können Läufer am 27. November für den guten Zweck durch den Karlsruher Zoo zurücklegen.
Insgesamt 7,6 Kilometer können Läufer am 27. November für den guten Zweck durch den Karlsruher Zoo zurücklegen. | Bild: Zoo Karlsruhe, Maike Franzen

Neben lokalen Projekten wird die Stiftung auch in Aktionen, die weit über die Grenzen Karlsruhe hinaus gehen, aktiv. Das erste Projekt der Stiftung ist 2017  in Ecuador. Hier wurde ein Reservat am Westhang der Anden er­wor­ben, in welchem der noch existie­ren­de ­Ne­bel­wald geschützt und die Rinder­wei­den wieder­auf­ge­fors­tet wer­den sollte.

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Die Erhaltung von Pflanzen- und Tierarten, zum Schutz und zur Wieder­her­stel­lung von Le­bens­räu­men und zur Umwelt­bil­dung sind die zentralen Ziele dieser Stiftung. Weiter wirkt sie an Zuchtprogrammen mit, beteiligt sich an Wie­der­an­sied­lungs-Initia­ti­ven und unter­stützt wissen­schaft­li­che Pro­jekte.

Orang-Utan Ben bei seiner Auswilderung im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark in Zentral-Kalimantan.
Orang-Utan Ben bei seiner Auswilderung im Bukit Baka Bukit Raya Nationalpark auf Borneo. | Bild: BOS Foundation/dpa

Die aktuellen Projekte im Karlsruher Zoo im Überblick:

  • Ecuador - La Elenita
  • Sri Lanka - Asiatische Elefanten
  • Vietnam - Edwardsfasan
  • Borneo - Orang Utan
  • Indonesien - Orangehaubenkakadu
  • Afrika - Masai-Mara
  • Australien - Koala Hilfe

Mehr Informationen findet Ihr auf der Internetseite: artenschutz.karlsruhe.de

Um die Arbeit der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe zu fördern, können Zoobesucher außerdem selbst aktiv werden. An den Kassen des Karlsruher Zoos können Besucher freiwillig den sogenannten Artenschutz-Euro entrichten. Damit werden die Projekte finanziell unterstützt.

Weitere Artikel zur Debatte um die Zoo-Tierhaltung gibt es demnächst auf ka-news.de!

 
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