"Was lange währt, wird endlich gut". Mit diesen Worten eröffnet Zoodirektor Matthias Reinschmidt freudestrahlend die neue Luchs-Anlage im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe auf dem Lauterberg. "Ein Meilenstein", wie Reinschmidt betont. Denn: Spatenstich war bereits im Jahr 2017. 

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Wie so oft bei "Bauprojekten in Pandemie-Zeiten, hatte nämlich auch der Zoo mit Lieferschwierigkeiten zu kämpfen. Das ging natürlich ins Geld: Statt den geplanten 767.000 Euro wurden jetzt 900.000 Euro für die Anlage fällig.

Das Ergebnis: Statt im Sommer 2020 konnte die Luchsfamilie, bestehend aus Papa "Karlchen" (sieben Jahre),  Mama "Heidi" (acht Jahre) und den Töchtern "Eva" und "Emily" (fünf Jahre), erst Ende September in ihr neues Gehege einziehen. 

Ein Projekt mit "viel Zeit"

"Es ist ein Projekt mit viel Zeit gewesen, weil verschiedene Schwierigkeiten aufgetreten sind", so Reinschmidt auf der Pressekonferenz am Freitag und ergänzt. "Wenn man bedenkt, Ikea hat erst nach uns den Spatenstich gemacht. Da sind wir natürlich froh, dass wir jetzt eröffnen können. Es hat sich auf jeden Fall gelohnt."

Das "Tor zum Nationalpark Schwarzwald" steht symbolisch für die Kooperation zwischen dem Karlsruher Zoo und dem Park | Bild: Hammer Photographie

Entstanden ist seitdem ein rund 1.100 Quadratmeter großes Gelände, welches zum Spielen, Verstecken, Zurückziehen und Wohlfühlen zur Verfügung steht. Damit hat sich das Gehege im Vergleich zum alten Gehege im Raubtierhaus in seiner Größe verzehnfacht.  "Die Anlage war überholt, wir mussten einfach handeln", erläutert Reinschmidt.

Die Besonderheit: Das Gehege wurde auf dem Lauterberg angelegt - für "Klettertiere" wie Luchse "optimal" wie der Zoo betont. Sogar das Gehege im Schwarzwälder "Bärenpark" sei mit seinen 500 Quadratmetern deutlich kleiner. 

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Apropos Schwarzwald. Nicht nur, dass Besucher von der Spitze des Lauterbergs bis in den Schwarzwald blicken können, auch die Anlage selbst stellt ein wichtiges Projekt zwischen dem Nationalpark Schwarzwald und dem Karlsruher Zoo dar. Denn: Der Luchs, der im Schwarzwald beheimatet ist und vor 150 Jahren fast vollständig ausgerottet wurde, soll wieder vermehrt zu seiner Heimat zugeführt werden. Hierfür beteiligt sich der Zoo zusammen mit der Luchsinitiative Baden-Württemberg an verschiedenen Auswilderungsprojekten.

Bild: Hammer Photographie

"Meine große Vision ist es, dass Karlsruhe das Zentrum der Auswilderung wird", schwärmt Reinschmidt. "Durch unsere Abtrenngehege hätten wir durchaus die Möglichkeit, temporär andere Tiere unterzubringen und dann eben als Sammelpunkt bei den Auswilderungsprojekten zu agieren." 

"Karlchen", seine Partnerin "Heidi" und deren Kinder "Eva" und "Emily" betrifft dies aber nicht. Sie dürfen den Lauterberg auch weiterhin ihr Zuhause nennen. Allerdings habe der Zoo bereits versucht, die zwei Töchter an umliegende Zoos zu vermitteln. Der Grund: Der Zoo will in Zukunft nicht nur die Auswilderung unterstützen, sondern würde auch gerne bei der Züchtung einsteigen. 

Bild: Hammer Photographie

"Wir haben lange versucht die zwei  jungen Luchse in andere Zoos abzugeben, weil im kleineren Gehege auch mal Reibereien zustande kamen. Das ist jetzt zwar nicht mehr der Fall, aber wir wären trotzdem offen für die Möglichkeit, Luchse zu züchten. Das geht aber nicht, solange die Jüngeren noch da sind", heißt es abschließend. 

 
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