Er kennt die Sorgen nur allzu gut: Einzelhändler Mario Öhlinger. Seit 1995 arbeitet er gelernte Raumausstatter nun in einem Einrichtungsgeschäft in der Waldstraße. Er hat für Verständnis für die Klagen der Ladenbesitzer in der Kaiser- und der nördlichen Ettlinger Straße. Einzelhändler beklagen dort erschwerte Wege und Kundenverlust durch die Baustellen der Kombilösung - von den Bauherren fühlen sie sich im Stich gelassen.

Innenstadtfonds macht Wohn-Event möglich

Zusammen mit zehn anderen Einrichtungshändlern hat sich Einzelhändler Öhlinger vor rund neun Monaten zusammengesetzt. Ein nicht nur sinnvoller, sondern auch notwendiger Schritt, wie er er findet. "Jeder hat immer nach seiner eigenen Firma geschaut", schildert er im Gespräch mit ka-news, "dabei stehen wir nicht in erster Linie im Wettbewerb zueinander, sondern zum Internet."

Gemeinsam haben sie das Event "KAmbiente - 3 Straßen für Ihre 4 Wände" auf die Beine gestellt. Während der dreitägigen Aktion wollen die Händler Kunden in Kombination mit Veranstaltungen über die Neuheiten auf dem Einrichtungsmarkt informieren. Möglich gemacht hat die Wohnmesse der sogenannte"Karlsruher Innenstadtfonds". Mithilfe der Finanzspritze sollten Maßnahmen von Händler- und Interessengemeinschaften mit einem Gesamtbudget von 75.000 Euro finanziell gefördert werden. Das Ziel: Individuelle Projektideen in der Karlsruher Innenstadt umzusetzen, die zur Steigerung der Attraktivität der Karlsruher Innenstadt beitragen.

"Die Frage ist, ob die Kunden nach Karlsruhe zurückkommen"

Tatsächlich müssten Einzelhändler in Karlsruhe flexibler agieren, meint Öhlinger.So würde er Kunden immer öfter auch Besuche abstatten, damit diese sich nicht durch die Kombi-Baustellen in der Karlsruher City quälen müssten. Auch wenn die Geschäfte in der Wald-, Karl- und der Amalienstraße nicht direkt von den Baustellen betroffen wären, hätten diese daher durchaus Einfluss auf den Arbeitsalltag.

Bei allem Verständnis für die Sorgen mancher Einzelhändler ist Öhlinger dennoch von der Notwendigkeit der Kombi-Baumaßnahmen überzeugt. "Irgendwann in den 70-er beziehungsweise 80-er Jahren haben wir die U-Strab verpasst", so der Einzelhändler, "jetzt wir müssen das Beste daraus machen. Augen zu und durch." Vor allem der Blick in die Zukunft gestalte sich interessant. "Die Frage ist, ob die Leute, die jetzt zum Einkaufen zum Beispiel nach Mannheim fahren, wieder zurück kommen."

"Pegida hat uns herb zugesetzt"

Deutlich größere Probleme als die Kombi-Baustellen haben Öhlinger in der Vergangenheit die Spaziergänge der Pegida-Demonstrationen bereitet. "Pegida hat uns herb zugesetzt", so der Möbelhändler, "wir mussten teilweise den Laden um 15 Uhr zumachen. Alles war abgesperrt, niemand kam mehr rein oder raus."

Mit dieser Einschätzung steht er nicht alleine da. Im März hatte ein Betreiber der Postgalerie Klage gegen eine geplante Pegida-Demonstration eingereicht. Der Grund: Ausbleibende Kunden und Umsatzeinbrüche.Die Einschränkungen für die Einzelhändler seien während der Demos zu massiv, so eine Sprecherin der Postgalerie. "Zwischen 17 und 18 Uhr bekommen wir die Demonstrationen immens zu spüren." Das Verwaltungsgericht in Karlsruhe hatte die Beschwerde abgelehnt. Ob die Pegida-Anhänger und Gegner nach dem 12. Mai weiterhin auf dem Stephanplatz demonstrieren, ist derzeit noch unklar.

Das erwartet die Karlsruher bei "KAmbiente":

"3 Straßen für Ihre 4 Wände": Das ist das Motto der Veranstaltung "KAmbiente", die vom 7. bis zum 9. Mai erstmals in der Fächerstadt stattfindet. Insgesamt elf Einzelhandeslgeschäfte in der Karlstraße, Waldstraße und Amalienstraße haben sich für die dreitägige Veranstaltung zusammengeschlossen.

Neben Infos um Wohntrends, erwartet die "KAmbiente"-Besucher nach Aussage der Veranstalter auch ein Veranstaltungsprogramm sowie ein Design-Wettbewerb. 40.000 Einladungen haben die Organisatoren nach eigener Aussage verschickt. "KAmbiente" soll keine einmalige Veranstaltung bleiben. Weitere Informationen zum Event und das ausführliche Programm finden Sie hier.

 
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