Ende Januar strich die Stadt den geplanten "provisorischen Südabzweig" der Kombilösung - der Aufschrei bei den Einzelhändlern entlang der Ettlinger Straße war groß. Mit dem Wegfall der oberirdischen Straßenbahn zwischen Marktplatz und Hauptbahnhof fürchteten die Händler um ihre Existenz. Doch die Chance, ihre Attraktivität mithilfe des "Karlsruher Innenstadtfonds" zu steigern, nahmen sie nicht wahr. Ein kurzer Rückblick:

Nach den ersten Bedenken im Gemeinderat Anfang Februar - sowohl Kult-Fraktion als auch GfK (Gemeinsam für Karlsruhe) setzten sich für Verbesserungen in der Ettlinger Straße ein - folgte kurz darauf ein "Krisengipfel": Die Stadt lud Gewerbeleute und Bauunternehmer zum gemeinsamen Gespräch: Oberbürgermeister Frank Mentrup, Kasig-Geschäftsführer Uwe Konrath sowie die beiden Stadtmarketing-Chefs Norbert Käthler und Martin Wacker versuchten die Gemüter der Händler zu beruhigen und eine gemeinsame Lösung zu finden.

Innenstadtfond: 24 Projekte wurden eingereicht

Konkret gab es die Zusage für einen zusätzlichen verkaufsoffenen Sonntag, der am 19. Juli stattfinden soll, sowie die Einrichtung des "Karlsruher Innenstadtfonds". Bei Letzterem konnten sich Unternehmen mit ihren Ideen bis zum 13. März im Internet bewerben. Bedingung war der Zusammenschluss von mindestens fünf Unternehmen und eine maximal Fördersumme von 5.000 Euro pro Projekt.

Viele Händler nahmen das Angebot an: Laut Stadtmarketing wurden insgesamt 24 Projektanträge eingereicht, von welchen allerdings nur 20 die formellen Vorgaben erfüllten. Eine dreiköpfige Jury, bestehend aus dem Geschäftsführer der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V., dem Pressesprecher der Kasig und dem Vorsitzenden der Arge Karlsruher Bürgervereine wählte schließlich 16 Ideen aus.

Unter den eingereichten Ideen befand sich jedoch kein einziges Unternehmen aus der Ettlinger Straße. Zornig hatten gerade zehn Einzelhändler ihrer Wut bei einem Vor-Ort-Termin Luft gemacht. Wurden die Händler nicht rechtzeitig informiert? Dieser Vorwurf bestätigt sich nicht: Laut Stadtmarketing habe man die Händler sowohl beim Einzelhandelsform am 11. Februar öffentlich sowie nochmals schriftlich am 16. Februar informiert. "Ein Vertreter der Anlieger der Ettlinger Straße wurde darüber hinaus am 26. Februar persönlich schriftlich informiert", so Projektmanager Dennis Fischer.

Elf Händler machen im Mai "KAmbiente"

Wahrgenommen haben sie die Chance nicht - gefördert werden nun 16 Projekte an anderer Stelle: Sie sollen im Laufe des Jahres von den Händlern in der Karlsruher Innenstadt umgesetzt werden. "Als Vertreter der Kasig freue ich mich sehr, dass sich die Händler so vielfältige Maßnahmen ausgedacht haben", so Kasig-Pressesprecher und Jury-Mitglied Achim Winkel. "Ich bin mir sicher, dass das Geld gut angelegt ist und den Handel in der Innenstadt vorantreiben wird."

Geplant sind ein Lieferservice, Straßenbahnwerbung und Marketingkampagnen. In der Wald-, Karl- und Amalienstraße schlossen sich beispielsweise elf Einzelhändler zusammen, um im Mai die dreitägige Einrichtungsmesse "KAmbiente" in ihren Geschäftsräumen zu veranstalten. Neben einem von den Inhabern ausgelobten Preis an einen Schüler der Hochschule für Gestaltung für einen "Alltagsgegenstand des Wohnens" sollen auch Vorträge von namhaften Designern gehalten werden.

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