Das Toreschießen kam im Wildpark am vergangenen Samstag zu kurz. Ohne Tore trennte sich der Karlsruher SC im Baden-Württemberg-Duell vom FC Heidenheim.

Gondorf zeigt warum er Kapitän ist

Einen herausragenden Akteur gab es bei der Nullnummer zwar nicht, dennoch zeigte der Kapitän der Blau-Weißen an diesem Nachmittag seine Führungsqualitäten. Jerome Gondorf hielt den Laden zusammen und hatte auch eine der wenigen Tormöglichkeiten für den KSC.

KSC gegen Regensburg am 20. Oktober 2022
Bild: Mia

Ein Saisontor hat der Kapitän des KSC bisher auf dem Konto. In Regensburg traf er kurz vor der Pause sehenswert zum 3:0 aus KSC-Sicht und hat damit schon genau so viele Tore auf dem Konto wie am Ende der abgelaufenen Spielzeit. 

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In der konnte Gondorf nämlich erst kurz vor Saisonende sein erstes Tor markieren. Beim 2:2 gegen Dresden traf der gebürtige Karlsruher. Gegen den FC Heidenheim hatte er in Halbzeit eins die große Chance, seine Torausbeute zu verdoppeln. Vor der Saison war es sein erklärtes Ziel, torgefährlicher zu werden. 

Auch seine zweite Chance bleibt ungenutzt 

In der 38. Minute wurde Gondorf von Mittelfeldkollege Marvin Wanitzek auf Höhe des Elfmeterpunktes bedient, doch "JeGo" traf die Kugel nicht richtig und setzte sie über das Tor. Die wohl beste Chance der Karlsruher an diesem Tag. 

Jerôme Gondorf
Jerôme Gondorf | Bild: Thomas Riedel

In Durchgang zwei dann noch mal eine Chance für den 34-Jährigen. Sein Dropkick nach einer Ecke war für Kevin Müller im Heidenheimer Tor aber kein Problem.

Doch was bleibt nach diesem Spiel gegen Heidenheim? Es war ein bemühter Auftritt des KSC, wenngleich ohne offensive Durchschlagskraft.

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Durch disziplinierte Arbeit in der Defensive erarbeitete man sich zumindest einen Zähler für das Punktekonto, das auch in dieser Saison bestenfalls recht schnell auf mindestens 40 Zähler anwachsen sollte.

Gondorf ackert im Mittelfeld

Einen Teil dazu haben die Blau-Weißen am Samstag beigesteuert. Es wurde Fußball gearbeitet, weniger gespielt. Und Einer, der dies mit seiner ganzen Persönlichkeit vorlebte war - wie so oft - Kapitän Jerome Gondorf.

Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8)
Marvin Wanitzek (KSC 10) im Duell mit Jerome Gondorf (KSC 8) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Er beackerte das Zentrum und versuchte Akzente nach vorne zu setzen. Auf drei Torschüsse brachte es Gondorf und damit genauso viele wie Angreifer Malik Batmaz. Zudem war der 34-Jährige viel unterwegs, lief knapp zwölf Kilometer während des Spiels.

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Auch seine Passquote von 66 Prozent ist in Ordnung. 57 der insgesamt 432 gespielten Pässe kamen vom ehemaligen Bremer und Freiburger. In vielen Situationen ging er voran und lebte die engagierte Leistung der Mannschaft an diesem Nachmittag vor.

"Es gibt keinen, der sich zu schade ist"

Bei der Effektivität und der offensiven Durchschlagskraft, die nahezu komplett fehlte, konnte auch Gondorf nichts ändern. Viel mehr dirigierte und sortierte er beim Spiel gegen den Ball die Mannschaft. Die leichten Vorteile bei Ballbesitz und gespielter Pässe konnte der KSC nicht in Tore ummünzen.

Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball.
Jerome Gondorf (KSC 8) am Ball. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Obwohl dies mit der Systemumstellung auf zwei Stürmer mit einer Raute im Mittelfeld bisher stets gut gelang. Für Gondorf bedeutet das neue System eine neue Rolle. Er kommt nun auf der Halbposition als Achter zum Einsatz. 

System? "Mir egal"

Für den erfahrenen Profi ist die Umstellung kein Problem. "Es passt gerade, es klappt sehr gut. Auch, weil wir vier zentrale Spieler haben, von denen jeder den Ball will. Jeder hat viel Spielintelligenz und es gibt keinen, der sich zu schade ist, die Defensivarbeit zu machen. Jeder macht jeden Weg - nach hinten und in die Offensive. Wir sind extrem flexibel. Und die zwei Stürmer helfen uns viel", meint er gegenüber ka-news.de

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Ob Gondorf nun im alten 4-3-3 oder in der Raute um Einsatz kommen, sei ihm egal. "Ja, mir ist das total egal. Es macht uns unberechenbarer", gibt er zu Protokoll.