Im Regelbetrieb sollten die Wasserspiele in Karlsruhe keiner Verschmutzung von Kinderpipi und Fäkalien ausgesetzt sein, doch ganz vermeiden lässt sich das bei den Kleinen nun mal nicht. Die Schwimmwindeln fangen zwar die größten Malheure auf, aber ganz ungeschoren kommen die Anlagen dennoch nicht davon.

Wöchentlicher Wasseraustausch ist nötig

"Ein erhöhter Nährstoffeintrag durch Urin in Kombination mit den hohen Temperaturen begünstigt ein Aufwachsen von Bakterien und Keimen", teilt eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de mit. Dieser Belastung werde durch Desinfektion und einem erhöhten Wasseraustausch begegnet - derzeit wöchentlich.

Hunde können nicht schwitzen, sie kühlen im Brunnen ab.
Hunde können nicht schwitzen, sie kühlen im Brunnen ab. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

So soll auch dem Ergrünen der Brunnen vorgebeugt werden, sagt die Stadt Karlsruhe. "Das schnellere Aufwachsen von Algen ist eine Folge der hohen Temperaturen - weniger der Nutzung zum Hände- und Füßeabkühlen."

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Die Erfrischungsmöglichkeiten des "Stadtplans für heiße Tage" können also weiterhin sorglos genutzt werden. "Durch die gesteigerte Nutzung an heißen Tagen werden keine negativen Auswirkungen erwartet", sagt eine Sprecherin der Stadt.

Stadt appelliert an einen sorgsamen Umgang

Am 10. Mai 2022 wurde die Wasserspiel-Anlage am Marktplatz dennoch wegen einer zu hohen Fäkalkeimbelastung außer Betrieb genommen. "Die Ursache konnte nicht sicher herausgefunden werden. Es konnte aber bestätigt werden, dass es kein technisches Problem ist", so die Stadt Karlsruhe. Es wird davon ausgegangen, dass durch Dritte unsachgemäß "Material" in das System eingeleitet worden sei.

Eine gezielte Verschmutzung bringt die Wasserspiele an ihre Grenzen. "Gegen eine bewusste, missbräuchliche Nutzung, wie zum Beispiel den gezielten Eintrag von Abwässern oder Abfällen kann technisch keine Abhilfe geschaffen werden", teilt eine Sprecherin der Stadt Karlsruhe mit. Hier appelliert die Stadt an einen sorgsamen Umgang.

Baden: Ja - Fahrzeugwäsche: Nein

Der ein oder andere Tropfen Kinder-Pipi ist kein Problem. "Bei einem ordnungsgemäßen Gebrauch ist die Keimbelastung insofern unkritisch, da diese durch das Filtersystem und die Desinfektion im Rahmen der geltenden Richtwerte gehalten wird", erklärt die Stadt Karlsruhe. Für die Benutzer entstehe somit keine größere hygienische Belastung, als in sonstigen Badegewässern. 

Wasserspiele Karlsruhe außer Betrieb
Bild: © Stadt Karlsruhe / Verwendung honorarfrei

Um grobe Partikel und Hundehaare aus dem Kreislauf der Anlagen fernzuhalten, befinden sich innerhalb der Rinne und des Zulauf zur Zisterne, zusätzliche Filter. " Vor den Pumpen für die Düsen sind ebenfalls Filterkörbe installiert, welche zweimal wöchentlich gereinigt werden", so die Stadt.

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Badenden Kinder und spielende Hunde sind also gern gesehen - aber zur Autowäsche dienen die Wasserspiele nicht. "Schmutzbelastungen entstehen eher durch das schon mehr als einmal festgestellte Waschen der Ketten von Fahrrädern oder den Kraftfahrzeugverkehr, der außerhalb der Betriebszeiten über das Fontänenfeld fährt", bemerkt die Stadt Karlsruhe.