Es war früher Nachmittag gegen 14 Uhr, als ein Mann in zerschlissener Kleidung beobachtet wurde, wie er sich in den Fontänen der Wasserspiele am Marktplatz wusch und anschließend in eine der Düsen urinierte. Dies bestätigt auch ein Sprecher des Polizeipräsidiums Karlsruhe. "Der Mann war der Polizei bereits zuvor bekannt", erklärt er. Wird diese Aktion Konsequenzen haben? Immerhin waren die Wasserspiele schon einmal wegen solcher Verunreinigung über mehrere Wochen geschlossen.

Wird häufiger gereinigt?

Um das herauszufinden, wendet sich ka-news.de an die Stadtverwaltung und die Polizei. Zunächst einmal wollen wir wissen, ob die Wasserspiele nach den Vorfällen der letzten Wochen gründlicher und häufiger gereinigt werden, um längere Ausfälle zu vermeiden. Eine allzu konkrete Antwort gibt die Stadt dazu aber nicht: "Die Wasserspiele werden auch weiterhin nach Bedarf gereinigt. Der Bedarf ergibt sich aus der oberflächigen Verschmutzung und der Keimbelastung im Wasser." 

Die obere Kaiserstraße - Verwaist oder beliebt?
Wie sauber ist das Wasser, das viele Marktplatzbesucher erfreut? | Bild: Lars Notararigo

Reinigungsarbeiten werden also weiterhin nach Bedarf angestellt. Dass am heutigen Dienstag die Wasserspiele noch immer laufen, bedeute daher, dass die Verunreinigung bereits beseitigt werden konnte und kein gesundheitliches Risiko darstelle.

Werden die Kontrollen verstärkt?

Doch auch wenn die Wasserspiele rechtzeitig gereinigt werden - kann vermieden werden, dass sich Vorfälle wie der urinierende Mann häufen? Würden etwa verstärkte Kontrollen durch das Ordnungsamt helfen? Dies sei laut Stadt sogar bereits der Fall: "Der Kommunale Ordnungsdienst hat im Rahmen der ohnehin täglich mehrfachen Innenstadtstreife ein besonderes Auge auf die Wasserspiele am Marktplatz und schreitet bei Ordnungsstörungen ein", so eine Sprecherin der Stadt.

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Solche Ordnungsstörungen wie durch den Wildpinkler am Montag könnten sogar richtig teuer werden. "Es ist verboten, Wasseranlagen zu verunreinigen oder zweckfremd zu benutzen. Verstöße können mit einem Bußgeld von bis zu 5.000 Euro geahndet werden. Einzelfall bezogen kann außerdem ein Platzverweis ausgesprochen werden." Entsprechender Mann habe beispielsweise Platzverbot erhalten.

Die Polizei kontrolliert nicht stärker im eigenen Hof

Ob auch die Polizei einen verstärkten Fokus auf die Wasserspiele lege, sei allerdings fraglich. Auch deshalb, da sie kaum noch präsenter sein könne. "Immerhin liegen die Wasserspiele direkt vor dem Polizeirevier", sagt ein Polizeisprecher dazu.  "Das heißt, wenn die Kollegen nicht gerade zum Großeinsatz ausrücken, haben sie die Wasserspiele schon im Blick."

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Wie sauber ist das Wasser, das viele Marktplatzbesucher erfreut? | Bild: Lars Notararigo

Noch stärkere Kontrollen direkt im eigenen Hof seien für die Polizei also nicht nötig. In den meisten Fällen, etwa wie beim Mann, der in die Wasserspiele urinierte, sei die Polizei alleine aufgrund der nahen Distanz schnell an Ort und Stelle.