Schluss mit dem Ärger über tierische Tretminen: Dieses Ziel setzte sich die Stadt Karlsruhe im vergangenen Jahr. Damit tierische Hinterlassenschaften im Beutel und nicht auf der Wiese landen, beschloss man, das Angebot an kostenlosen Hundekotbeutel-Ausgabestellen zu erweitern: Neben den bis dato 50 Ausgabestellen, wie beispielsweise Ortsverwaltungen oder Wertstoffstationen, erklärte sich auch der Drogeriekonzern dm bereit, kostenlose Bello-Beutel bereitzustellen.

"Damit konnte ein Ausgleich geschaffen werden, für die durch die Schließung der Schlecker-Märkte entfallenen Verteilstationen", so ein Sprecher der Stadt Karlsruhe rund ein Jahr nach der Ausweitung, "es ist wieder ein ausgewogenes Gesamtnetz an Verteilstationen entstanden, mit dem den Hundehaltern weiterhin der besondere Service der kostenlosen Verteilung von Hundekotbeuteln geboten wird."

"Flächendeckend und ausreichend mit Ausgabeorten aufgestellt"

An 66 Ausgabestellen können Hundehalter seit 2014  auf 2,5 Millionen Tüten zugreifen. Ein Angebot, welches auch gut angenommen werde, meint der Stadtsprecher. Das zeige sich nicht zuletzt an der hohen Zahl an Beuteln, die die Stadt jährlich abgebe.

"Verantwortungsbewusste Hundehalter nutzen das Angebot gut und setzen die Beutel sachgerecht ein, inklusive ordnungsgemäßer Entsorgung", so der Stadtsprecher. Besonders auf Grünflächen und Gehsteigen in den zentralen Stadtgebieten hatte es hier immer wieder Probleme gegeben. Ob aber auch die Zahl der Beschwerden zurückgegangen ist, ist nach Aussage des Sprechers schwer einzuschätzen, da die Beschwerden nicht statistisch erfasst werden.

Mehr werden es auch in Zukunft nicht werden. Eine weitere Verstärkung des Angebots ist nicht vorgesehen, meint ein Pressesprecher der Stadt Karlsruhe auf Nachfrage von ka-news. "Die Karlsruhe ist damit im Kernstadtbereich flächendeckend und gut ausreichend mit Ausgabestandorten aufgestellt", findet er.

Keine Beutel-Automaten geplant

Eine weitere Idee, die welche bei der Erweiterung vor einem Jahr aufkam: Warum nicht auf Automaten für Hundekotbeutel zurückgreifen? Bei der Stadt hielt man von dieser Idee vergangenes Jahr wenig: Der Aufwand für die Betreuung der Automaten sei zu hoch, zudem befürchtete die Stadt eine unkontrollierte Ausgabe. "Die Einschätzung von Vor- und Nachteilen von Automaten hat sich nicht verändert", so der Stadtsprecher.

Der Verzicht auf das Aufstellen von Automaten habe vielfältige Gründe: Zum einen entstünde dadurch ein hoher personeller und organisatorischer Aufwand zur Befüllung von Automaten. "Bei einem solchen Angebot muss eben immer gewährleistet sein, dass die Beutel im Bedarfsfall auch zur Verfügung stehen", erklärt der Pressesprecher.

Das Aufstellen von Automaten wecke zudem auf Seiten der Nutzer die Erwartung, dass überall dort, wo sich der Bedarf nach einem Hundekotbeutel einstellt, in direkter Nähe auch ein Automat bereitstehen müsste. Die Folge: Individuelle Vorsorge und Mitnahme von Beuteln würde vernachlässigt. Doch auch die Gefahr von Vandalismus lässt die Verantwortlichen von Hundekotbeutel-Automaten Abstand nehmen: "Die Automaten könnten beschädigt werden, Hundekotbeutel könnten herausgezogen und in den Grünanlagen verteilt werden", befürchtet der Stadtsprecher.

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