Am Ende fehlten nur wenige Augenblicke, um sich gegen den englischen Top-Klub zu belohnen. Ein Doppelschlag in der Nachspielzeit verhagelte das Happy End für den KSC im neuen Wohnzimmer.
Weltstar-Atmosphäre im Wildpark
Schon lange vor Spielbeginn war der neue BB Bank Wildpark voll besetzt. Kaum ein Fan, der sich für dieses Highlight-Spiel gegen den FC Liverpool Karten sichern konnte, wollte sich die Atmosphäre entgehen lassen. Auch Liverpools Star-Trainer Jürgen Klopp schlenderte als einer der Ersten über den Rasen.
Und seine Mannschaft mit Abwehrchef Virgil van Dijk, Neuzugang Dominik Szoboszlai und den Offensiv-Stars Luiz Diaz, Darwin Nunez und Mo Salah in der Startelf fühlte sich auch schnell wohl auf dem badischen Grün.
Ein Blitzstart für Liverpool
Bereits in der dritten Minute erzielte Nunez die Führung für die Engländer. Nach schönem Zusammenspiel mit Salah nutzten die "Reds" direkt ihre erste große Chance im Spiel.

Den eigentlichen Außenbahnspieler Trend Alexander-Arnold setzte Klopp in Karlsruhe im Mittelfeld-Zentrum ein und variierte damit ein wenig im Liverpool-Spiel. Der junge Conor Bradley bekam dafür seine Chance als Rechtsverteidiger.
Engländer kontrollieren das Spiel
Die "Reds" blieben auch im weiteren Spielverlauf klar spielbestimmend. Salah brachte mit einer akrobatischen Ballannahme an der Seitenlinie und anschließendem Zauberpass das Publikum zum Staunen.

Nach einem Eckball erhöhte Van Dijk per Kopf auf das vermeintliche 2:0, allerdings entschied Schiedsrichter Lars Erbst auf Foul, sodass der Treffer nicht zählte.
Wenig Ballbesitz für den KSC
Den Ball hatten die Karlsruher in der ersten Viertelstunde nur sehr selten. Die Gäste aus England ließen die Kugel routiniert laufen und kombinierten flüssig hin und her. In unregelmäßigen Abständen versuchte man mit Diagonal-Bällen die Außenspieler Salah und Robertson in Szene zu setzen.

Der KSC schaffte durch Rückkehrer Lars Stindl nach knapp 18 Minuten die erste Torannäherung und spielte in der Folge zielstrebiger nach vorne, kombinierte sich bis in den Strafraum des LFC, jedoch fehlte der letzte Pass.
Erneut Stindl zwang dann Liverpool-Schlussmann Caoimhin Kelleher per Kopf zu dessen ersten Rettungstat in diesem Spiel. Es zeigte sich, dass der KSC hier durchaus mitspielen kann und will.
Nach 20 Minuten: KSC besser im Spiel
Einer Trinkpause nach 20 Minuten bei sommerlichen Temperaturen jenseits der 30 Grad nutzte Klopp dann auch direkt für seine gewohnt gestenreichen und energischen Anweisungen an seine Spieler in kurzen Vieraugen-Gesprächen.

Danach blieb der KSC weiterhin dran, war nun besser im Spiel und konnte durch Marcel Franke per Kopf nach einer Ecke den nächsten Torabschluss zu verbuchen.

Ansonsten ließ das Spiel auf beiden Seiten Torraumszenen und Chancen vermissen, ein harmloser Distanzschuss von Salah bereitete KSC-Schlussmann Patrick Drewes keine Schwierigkeiten.
39. Minute: Das Traumtor!
Es dauerte bis in die 39. Minute als Lars Stindl seinen Heimatverein in pure Ekstase versetze und nach Vorlage von Marvin Wanitzek von der rechten Seite den Ball technisch anspruchsvoll per Volleyschuss unter die Latte hämmerte und somit den Ausgleich besorgte.

Mit einem verdienten Unentschieden gegen den Favoriten aus Liverpool ging es dann schließlich in die Pause für Blau-Weiß. Nach anfänglicher Passivität, ob des großen Namens, war der KSC ab Mitte der ersten Halbzeit das aktivere und mutigere Team, kam verdient zum Ausgleich und spielte frech und selbstbewusst nach vorne.
Die zweite Halbzeit beginnt
Während die Elf von Christian Eichner ohne personelle Veränderungen aus der Kabine kam, rotierte Jürgen Klopp bei seiner Mannschaft komplett durch und brachte elf neue Leute. Einmal komplett neues Personal also für den LFC in Halbzeit zwei.

Anhand der Personalpolitik zeigte sich, dass die beiden Klubs in zwei sehr unterschiedlichen Phasen der Saisonvorbereitung stehen. Während für den KSC bereits in anderthalb Wochen die neue Saison beginnt und Eichner seine Wunsch-Elf weitestgehend zusammen hat, wollte Klopp, der mit seinem FC Liverpool noch ziemlich am Anfang der Vorbereitung steht, möglichst viele Spieler sehen.
KSC geht in Führung
Unter anderem standen nun Joel Matip in der Innenverteidigung und Weltmeister Alexis Mac Allister auf dem Wildpark-Rasen. Die erste große sportliche Szene der zweiten Hälfte gehörte schließlich Sebastian Jung.

Der Rechtsverteidiger hämmerte einen satten Schuss zum 2:1 in den rechten Winkel, nachdem er sich recht unbehelligt auf der rechten Seite durchsetzen konnte. Somit lag der KSC gegen den Favoriten in Führung.
Liverpool will schnell ausgleichen
Der FC Liverpool war in der Folge bemüht, um den Ausgleichstreffer, doch Matip per Kopf und Jota per Heber scheiterten an KSC-Schlussmann Drewes. Doch die in vielen Teilen aus Nachwuchsprofis bestehende Elf des LFC tat sich schwer gegen kompakte Gastgeber, die gut gegen den Ball arbeiteten und den Reds wenig Raum für Kombinationen ließen.

Es waren schließlich die großen Namen, die mit ihrer individuellen Klasse fast aus dem Nichts für den Ausgleich sorgten. Nach Flanke aus dem Halbfeld bediente Jota den mitgelaufenen Gakpo, der den Ball mit dem Rücken zum Tor annahm, sich drehte und ohne Chance für Drewes abschloss.
71. Minute: Eichner wechselt durch
In der 71. Minute wurde dann auch beim KSC großzügig durch gewechselt: Insgesamt sieben neue Spieler kamen aus Feld: Marcel Beifuß, Daniel Brosinski, Budu Zivzivadze, David Herold, Marco Thiede, Stefano Marino und Kelvin Arase für Jung, Heise, Nebel, Schleusener, Rossmann, Franke und Stindl.

Spielfluss gab es nicht mehr allzu viel. Stattdessen nochmal ein Doppelwechsel bei Karlsruhe in der 80. Minute. Eren Ötztürk und Dzenis Burnic kamen für Wanitzek und Kapitän Gondorf.
Und während die meisten im Stadion bereits über ein Remis gefreut hatten, schlugen die Engländer nochmal eiskalt zu. Diogo Jota kam vor Patrick Drews an den Ball und schoss zum 3:2 für den LFC ein. Nur wenige Sekunden danach war es erneut Jota, der im Strafraum in Szene gesetzt wurde und zum 4:2-Endstand einschob.