Im Kalenderjahr 2021 war einiges los auf der Stadionbaustelle im Wildpark. Zeitweise standen sich sogar kurz Vergangenheit und Zukunft des Stadions direkt gegenüber. Mit dem Abriss der Haupttribüne war es damit aber vorbei. ka-news.de blickt noch einmal Monat für Monat auf das zurück was am Adenauerring so alles passiert ist. 

Januar: Haupttribünen-Abriss geht weiter, Osttribüne wird langsam geöffnet

Bereits im Januar des noch jungen Jahres ist der Gegensatz von Vergangenheit und Zukunft deutlich zu erkennen. Während auf der Haupttribüne der im Dezember 2020 gestartete Rückbau unermüdlich weiter geht, wird die Osttribüne ganz langsam ihrem rechtmäßigen Zweck zugeführt: Die ersten Zuschauer nehmen während KSC-Heimspielen ihren Platz ein. Allerdings handelt es sich dabei nur um Pressevertreter, Fans müssen aufgrund der Corona-Pandemie weiter draußen bleiben. 

Blick auf die Ränge der alten Haupttribüne vor dem Abriss.
Blick auf die Ränge der alten Haupttribüne vor dem Abriss. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Auf der Südtribüne - der neuen Heimat der KSC-Fans - werden nach und nach die nächsten Fertigbetonteile geliefert und eingebaut. Auch die Dachkonstruktion wird in den nächsten Wochen immer deutlicher. 

Februar: Das Dach kommt genau wie die Brücke

Das Dach über der Südtribüne nimmt schnell Formen an, obwohl ein Sturm die Arbeiten kurz behindert. Ende des Monats wird ein Großteil des neuen Daches eingedeckt sein. Unterhalb der Osttribüne müssen Handwerke noch kleine Arbeiten im Sanitärbereich vornehmen und nach und nach werden die verschiedenen Stände für Getränke und Essen fertig. 

Die neue Brücke am Wildparkstadion.
Die neue Brücke am Wildparkstadion. | Bild: Eibs

Auf der Haupttribüne geht der Rückbau weiter. Der Stahlkoloss wird von unten nach oben abgerissen und schon bald ist nur noch wenig von der einstigen Tribüne zu erkennen. Zeitgleich wird an der Einfahrt auf das Stadiongelände am Adenauerring eine neue Brücke fertiggestellt. Sie wird später die Gästefans vom Busparkplatz in den Gästebereich bringen. 

März: In Valencia ist man froh über den Abriss

Im März gehen die Arbeiten weiter ihren Gang. Unter der Osttribüne steht weiter der Innenausbau der Kioske und Sanitäranlagen auf dem Programm, die Haupttribüne wird abgerissen und hinter der Südtribüne stehen unter anderem Erdarbeiten an.

Blick über Rest der Haupttribüne ohne Vordach, vor dem endgültigen Abriss.
Blick über Rest der Haupttribüne ohne Vordach, vor dem endgültigen Abriss. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Mittlerweile hat sich der Abriss der Haupttribüne bis nach Spanien herumgesprochen. Die "Marca" titelt Anfang März "Auf Wiedersehen Stadion des Grauen" und spielt damit auf die schmerzliche 7:0-Niederlage des FC Valencia gegen den KSC an. Vom einstigen Grauen ist aber nicht mehr viel übrig. Der Abriss ist mittlerweile so weit fortgeschritten, dass nicht mehr viel an eine Tribüne eines Fußballstadions erinnert. 

Die "Marca" über den Abriss des Wildparkstadions.
Die "Marca" über den Abriss des Wildparkstadions. | Bild: Screenshot Marca.es

Im Umfeld des Stadions entstehen weitere Gebäude für den Stadionbetrieb. Unterhalb der Osttribüne befindet sich beispielsweise eine Anlaufstelle für Stadionbesucher mit einer Behinderung. Auch ein künftiger Parkplatz nimmt langsam Form an.  

April: Die Hauttribüne fällt endgültig

Im April ist es dann so weit. Der letzte Turm der Haupttribüne fällt endgültig und für kurze Zeit bleibt nur ein Trümmerfeld von der einstigen Stahltribüne übrig. Aber auch das bleibt nicht lange und schon bald beginnen die Erdarbeiten für die ersten Fundamente auf dem Baufeld. Auch das KSC-Clubhaus ist damit Vergangenheit.

Wildparkstadion-Abriss: Der letzte Turm der Haupttribüne fällt
Bild: Thomas Riedel

In seiner April-Sitzung entscheidet der Karlsruher Gemeinderat über 1,6 Millionen Euro für den VIP-Parkplatz hinter der Südtribüne. Die Stadträte geben ihr "okay" und gehen damit einen weiteren Weg in Richtung Fertigstellung.

Der erste temporäre Flutlichtmast wird abgebaut.
Der erste temporäre Flutlichtmast wird abgebaut. | Bild: Eibs

Auf der Osttribüne werden derweil die letzten Dachplatten eingesetzt und der Pachtvertrag mit dem KSC tritt in Kraft. Damit ist nun der Verein für den Unterhalt der ersten neuen Tribüne verantwortlich. Bis die ersten Fans kommen dürfen, dauert es aber. Außerdem wird die Zeit ohne Heimspiel im Wildpark genutzt, um den ersten temporären Flutlichtmast abzubauen.

Mai: OB Mentrup hat schlechte Nachrichten

Im Mai machen sich Oberbürgermeister Frank Mentrup und Baubürgermeister Daniel Fluhrer selbst ein Bild von der aktuellen Lage im Wildparkstadion. Dabei verkündet das Karlsruher Stadtoberhaupt, dass der geplante Termin zur Fertigstellung im Sommer 2022 wohl nicht eingehalten werden könne und sich um mehrere Monate verschieben würde. 

OB Frank Mentrup (links) mit Kasig-Geschäftsführer Frank Nenninger (mitte) und Bürgermeister Daniel Fluhrer (rechts)
OB Frank Mentrup (links) mit Kasig-Geschäftsführer Frank Nenninger (Mitte) und Bürgermeister Daniel Fluhrer (rechts) | Bild: Thomas Riedel

Für den Bau der Haupttribüne wachsen auf dem Baufeld zwei stationäre Kräne in die Höhe und die Grube für die Fundamente sowie den Keller entsteht. Unterhalb der Südtribüne sind die Bauarbeiten mit dem Innenausbau für Sanitäranlagen und Kioske beschäftigt. Außerdem wird das Pflaster für die Promenade verlegt. 

Ein Blick in die Baugrube. Die Bodenplatte für die Haupttribüne wird knapp einen Meter stark sein.
Ein Blick in die Baugrube. Die Bodenplatte für die Haupttribüne wird knapp einen Meter stark sein. | Bild: Thomas Riedel

Im künftigen Gästebereich werden die Drehkreuzanlagen installiert. Wirklich in Betrieb gehen können diese aber erst, wenn die Nordtribüne steht. Bis dahin werden Gäste über einen temporären Weg in ihren Block geleitet.

Juni: Willkommen im BBBank Wildpark

Im Juni gibt es konkrete Gerüchte über einen potenziellen Namensgeber des neuen Stadions. Die BBBank ist nach ka.news.de-Informationen bereit eine Millionen Euro pro Jahr auf den Tisch zu legen. Wenig später werden die Gerüchte Wahrheit und der Wildpark heißt künftig BBBank Wildpark. 

BB bank wildpark
Bild: Carsten Kitter

Ungestört von der Namensänderung gehen die Bauarbeiten auf der Baustelle weiter. Nach und nach wird die Südtribüne mit Blocktrennungen und Wellenbrechern lebendig und die Bodenplatte der Haupttribüne wird Schritt für Schritt betoniert. Hinter der Südtribüne erhält der Boulevard seine endgültige Form. 

Juli: Die Fans kommen endlich zurück

"Bewehrung, Schalung, Betonierung: Auf dem Baufeld des neuen Hauptgebäudes dreht sich derzeit alles um den Hochbau. In Abschnitten werden Wände und Säulen sowie die Decken eingezogen. Auf diese Weise werden ein Untergeschoss, ein Erdgeschoss und vier Obergeschosse entstehen", schreibt der Eigenbetrieb Fußballstadion im Wildpark (Eibs) in seinem Baustellentagebuch. Und in der Tat, die neue Haupttribüne wächst schnell empor. 

Im Juli macht die Haupttribüne weiter Fortschritte.
Im Juli macht die Haupttribüne weiter Fortschritte. | Bild: Eibs

Auch um das Stadion wird gearbeitet. Beispielsweise wurde die Umfahrung über den ehemaligen Birkenparkplatz neu gestaltet. Derweil kann ein weiterer Meilenstein abgehakt werden. Die Südtribüne wird offiziell an den KSC übergeben. 

Zum ersten Mal ist die Südtribüne gegen Darmstadt  mit Zuschauern besetzt.
Zum ersten Mal ist die Südtribüne gegen Darmstadt mit Zuschauern besetzt. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Am 30. Juli folgt dann das Highlight überhaupt. Im Heimspiel gegen den SV Darmstadt dürfen erstmals 10.000 Zuschauer in den neuen Wildpark. "Aus Sicht des Eigenbetriebs war natürlich der Moment bewegend, indem erstmals  Besucher die neue Ost- und Südtribüne mit Leben gefüllt haben. Das erfüllt den Bauherrn mit Freude, wenn aus der ehemaligen Tribünen-Baustelle ein stimmungsvolles Stadionerlebnis wird - und erzeugt Vorfreude auf den Moment, wenn der Hexenkessel BBBank Wildpark zu allen Seiten geschlossen und mit Fußballfans gefüllt ist", erklärt die Eibs. Der Einstand gelingt perfekt. Der KSC gewinnt 3:0 gegen Darmstadt und steht sogar kurz an der Tabellenspitze der 2. Bundesliga. 

August: Fokus auf der Haupttribüne

Nach ereignisreichen Wochen mitsamt den ersten Zuschauern und der Namensänderung wird es medial recht ruhig um die Wildpark-Baustelle, was keinesfalls bedeutet, dass die Arbeiten weiter vorangehen. Nach Inbetriebnahme der Südtribüne liegt der Fokus nun voll auf der neuen Westtribüne.

Die ersten Wände der Westtribüne entstehen.
Die ersten Wände der Westtribüne entstehen. | Bild: Eibs

Die wächst nämlich rasant und bald stehen die ersten Betonwände für das Erdgeschoss auf dem Baufeld. Zeitgleich gehen vor dem Stadion auf dem Adenauerring die Arbeiten weiter und die Vorarbeiten für das Dach der Gästebrücke beginnen. Das Dach soll verhindern, dass später Fans Dinge nach unten werfen können.

September: Das Erdgeschoss bekommt seine Decke

Im September wird die Zufahrt auf das Wildpark-Gelände erschwert. Denn die Tiefbauarbeiten in der Zufahrt haben begonnen, die Arbeiten an dieser Stelle dauern bis Ende Oktober. Um auf das Gelände zu kommen, ist eine Umleitung über die Friedrichstaler Allee eingerichtet.

Die Decke für das Erdgeschoss wird im September betoniert.
Die Decke für das Erdgeschoss wird im September betoniert. | Bild: Eibs

Auf dem Baufeld der Haupttribüne entstehen die Abwasserleitungen und die Zwischendecke für das erste Obergeschoss wird betoniert. Außerdem startet der Rückbau der letzten provisorischen Tribüne. Die Nordtribüne wird bald verschwunden sein. 

Oktober: Nicht nur die Bauarbeiten gehen schnell

Nachdem die Zwischendecke erfolgreich betoniert wurde, verlagern sich die Arbeiten auf der Haupttribüne eine Etage nach oben. Hier entstehen nun nach und nach die Betonstützen für die nächste Zwischendecke. Zeitgleich wird die Nordtribüne komplett zurückgebaut und der Sichtschutz an der Gästetribüne montiert. Auf dem Gelände der Nordtribüne starten dann die Erdarbeiten. 

Die Nordtribüne ist verschwunden. Nach dem Rückbau starten die Erdarbeiten.
Die Nordtribüne ist verschwunden. Nach dem Rückbau starten die Erdarbeiten. | Bild: Eibs

Außerdem beschließt der Gemeinderat, dass es im neuen Stadion künftig eine schnelle 5G-Versorgung geben wird. Der BBBank Wildpark ist damit das erste Stadion in Deutschland, das mit dem neuen Mobilfunkstandard ausgestattet wird. 

November: Immer weiter nach oben

Getreu dem Motto: "Weiter, immer weiter" und zwar noch oben, wächst die Haupttribüne. Im November wird die nächste Zwischendecke betoniert und die ersten Zahnbalken für die künftigen Zuschauerränge werden geliefert und montiert. Für die Rasenheizung werden die entsprechenden Leitungen verlegt – ein Zu- und ein Ablauf. Bis zur Inbetriebnahme wird die Rasenheizung temporär mit einem Aggregat betrieben. 

Im November sieht die Haupttribüne schon richtig nach einer Tribüne aus.
Im November sieht die Haupttribüne schon richtig nach einer Tribüne aus. | Bild: Eibs

Zeitgleich entsteht - nach Vorbild der Ost- und Südtribüne - die Nordtribüne. Bedeutet: ein Erdwall entsteht, die Zahnbalken werden eingehoben und dann folgt die eigentliche Tribüne. "Hier wird aber zunächst nur eine Hälfte, direkt angrenzend zur Osttribüne, gebaut. Hintergrund ist hier die mangelnde Aufstellfläche für den Autokran, der die Betonfertigteile einheben wird. Bis zum Jahresende ist geplant, hier unter anderem die Stützen für den Oberrang und die Zahnbalken einzusetzen", schreibt die Eibs dazu in ihrem Baustellen-Blog. 

Dezember: Plötzlich ist die Nordtribüne da

Die Haupttribüne wächst wie gewohnt weiter und es lässt sich immer deutlicher erahnen, wie das fertige Bauwerk nach seiner Fertigstellung einmal aussehen soll. Im unteren Bereich  findet bereits der Fassadenbau für den neuen Fanshop des KSC statt. Die Fans dürfen sich laut Eibs auf eine breite, lichtdurchflutete Glasfront freuen.

Hallo Nord: Neben der Osttribüne (rechts) hat die Nordtribüne im Dezember 2021 eine beträchtliche Höhe erreicht.
Hallo Nord: Neben der Osttribüne (rechts) hat die Nordtribüne im Dezember 2021 eine beträchtliche Höhe erreicht. Mittlerweile wurde auch die Dachkonstruktion angebracht. | Bild: Eibs

Ähnlich wie die Haupttribüne wächst auch die Nordtribüne schnell nach oben. Wie geplant wächst zunächst der Teil direkt an der Osttribüne. Bis zur Winterpause, die am 23. Dezember für die Bauarbeiter startet, hat die Nordtribüne an einer Stelle bereits die Höhe der Nordtribüne erreicht. So lässt sich noch besser erahnen, wie das komplett geschlossene Stadion einmal aussehen wird.

So endet ein ereignisreiches Jahr auf der Baustelle Wildparkstadion. 2022 soll die neue KSC-Heimat dann fertig sein. 

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