Bislang konnten sich die Bello-Besitzer in der Fächerstadt über einen gewissen Luxus freuen: Wenn der Vierbeiner ein Geschäft erledigen musste, konnten die tierischen Tretminen dank kostenloser Hundekotbeutel von Straßen und öffentlichen Anlagen entfernt werden. Rund 2,5 Millionen kostenlose Tüten wurden an 66 Ausgabestellen im gesamten Stadtgebiet verteilt.

Stadt will bei Hundebeuteln den Rotstift an

Die Palette reichte von Ortsverwaltungen über Wertstoffstationen und Bürgerbüros bis hin zu Hundeschulen oder Fachgeschäften für Tierbedarf. Zusätzlich erklärte sich der Karlsruher Drogeriekonzern dm vor zwei Jahren bereit, neben den hauseigenen Kotbeuteln auch die kostenlosen Tüten der Stadt zu verteilen. Seither lagen in sämtlichen Filialen Beutel mit 50 Tüten aus.

Die Sparpläne, die sich die Stadt Karlsruhe auferlegt hat, könnten das allerdings ändern. Der Grund: Wie andere städtische Einrichtungen muss auch das Gartenbauamt Gelder einsparen. Der Sparkurs der Stadt macht dabei auch vor den kostenlosen Beuteln für tierische Hinterlassenschaften nicht Halt. Wie Gartenbauamtschef Helmut Kern im Gespräch mit ka-news erklärt, schlägt die Stadtverwaltung im zweiten Maßnahmenpaket vor, das Angebot künftig einzustellen.

Noch sei das Ganze keine beschlossene Sache, betont Kern. Das zweite Maßnahmenpaket muss noch im Gemeinderat diskutiert und abgesegnet werden. Dennoch: "Wenn der Einsparvorschlag, der im Rahmen des aktuellen Haushaltsstabilisierungsprozesses eingebracht wurde, vom Gemeinderat bestätigt wird, wird es ab 2017 keine kostenlosen Hundekotbeutel mehr geben", so der Gartenbauamtschef.

Dateiname : Ausgabestelle für Hundekotbeutel in Karlsruhe
Dateigröße : 46061
Datum : 02.09.2016
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Gartenbauamt und dm uneinig über Verteilung

Die Gespräche über das Ende der kostenlosen Hundekotbeutel scheinen allerdings schon ihre Schatten voraus zu werfen. Der Drogerieriese dm jedenfalls gibt gegenüber ka-news an, keine städtischen Beutel mehr zu verteilen. "Leider wurde die Lieferung dieser kostenlosen Beutel durch das Gartenbauamt der Stadt Karlsruhe nun eingestellt", schildert ein dm-Sprecher. Bei dm biete man darüber hinaus jedoch Hundekotbeutel der dm-Marke "Dein Bestes" an - diese sind allerdings nicht kostenlos.

Von einer Einstellung des Angebots will man beim Gartenbauamt aber nichts wissen. "Die dm-Märkte übernehmen auch weiterhin die Verteilung", stellt Kern klar. Der Vorrat für dm liege aktuell noch bei 400.000 Tüten und reiche bis auf Weiteres aus.

"Im Einzelfall kann es jedoch mal zu Verzögerung bei der Nachlieferung, die das Gartenbauamt übernimmt, kommen. Und zwar insbesondere dort, wo private Initiativen, die sich ehrenamtlich eine Unterverteilung im Stadtteil zur Aufgabe gemacht haben, große Mengen bei den Verteilstellen abgreifen", meint der Gartenbauamtschef.

ka-news Hintergrund:

Um dem jährlich ansteigenden Defizit entgegenzuwirken, startete die Stadtverwaltung 2015 einen Haushaltsstabilisierungsprozess. Die Vorschläge wurden in den einzelnen Dezernaten erarbeitet: Dabei erhielt jedes Dezernat eine individuelle Zielvorgabe für die Haushaltsjahre 2017 bis 2022. Die Stadt will hierzu zwei Maßnahmenpakete auf den Weg bringen.

Ende April stimmte der Gemeinderat über das erste Paket ab: Über 304 Maßnahmen waren enthalten - mehrheitlich wurden sie von den Stadträten zur Kenntnis genommen. Wirksam werden die verabschiedeten Maßnahmen zum neuen Doppelhaushalt 2017/2018. Im Juli sollen die ersten Entwürfe zum kommenden Haushalt stehen - im November/Dezember finden die Haushaltsberatungen statt. Zwischen beiden Terminen soll ein Bürgerforum geben - "da können all diese Dinge noch einmal diskutiert auch ausdiskutiert werden", so Mentrup im April. Das zweite Maßnahmenpaket, mit Einsparungen oder Mehreinnahmen von 30 Millionen Euro, soll ab 2019 schrittweise folgen.

Laut Oberbürgermeister Mentrup reduziert sich die Ursache im Wesentlichen auf einen Ausgabenanstieg von zwei bis drei Prozent pro Jahr bei gleichzeitig sinkenden Einnahmen. "Diese geringe Steigerung hat ein paar Jahre lang durch gewisse Sonderkonditionen keine Rolle gespielt", so Mentrup im Januar und meint damit die positive überdurchschnittliche Einwohnerentwicklung in Karlsruhe sowie Einmal-Effekte gerade in den Gewerbesteuererträgen (2012/2013), die so in den Folgejahren nicht mehr erwartet werden können.

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