Im Juni musste die Europahalle aufgrund mangelnden Brandschutzes überraschend geschlossen werden. Die einstige Event-Location ist seither nutzlos. Nach aktuellem Stand steht die Halle voraussichtlich bis mindestens 2020 nicht mehr zur Verfügung. Es seien "gravierende bauliche Eingriffe" notwendig, wie Baubürgermeister Michael Obert in der Sitzung am Dienstag sagte.

Um das Image Karlsruhes als Event- und Sportstandort nicht aufs Spiel zu setzen, wurden bereits im vergangenen Jahr geplante Veranstaltungen verlegt, die Karlsruher Messe für Sport-Events fit gemacht. So wurde unter anderem die komplette Anlage der Hallen-Europameisterschaften von Göteborg 2013 aufgebaut (Rundbahn und Infield wurden gekauft, da dies aus städtischer Sicht die wirtschaftlichste Lösung darstellte) und eine Tribünenanlage für rund 4.500 Zuschauer angeschafft. Das kostete die Stadt rund 1,4 Millionen Euro.

Anfang des Jahres konnte durch diese Maßnahmen das Indoor Meeting in der Karlsruhe Messehalle stattfinden.Das kam nicht nur bei Meetingdirektor Alain Blondel gut an.Er sah die Verlagerung sogar eher als Vorteil.

Event GmbH plant weitere Sportveranstaltungen

Jetzt sollen weitere Maßnahmen ergriffen werden, um in der Messe "die temporäre Ersatzinfrastruktur aufrecht" und der "Sportstadt Karlsruhe weiterhin eine nationale und internationale Strahlkraft" zu erhalten. Die Stadt stellt dafür zusätzliche 481.300 Euro zur Verfügung. Das haben die Karlsruher Stadträte am Dienstag mit großer Mehrheit entschieden ( 43 Ja- / 2 Nein-Stimmen).

Denn die Karlsruher Event GmbH (KEG) plant für die Wintersaison 2015/2016 (Anfang Dezember bis Anfang Februar 2016) sechs Sportveranstaltungen, davon "drei Großsportveranstaltungen sowie drei nahezu kostenneutrale Amateursportveranstaltungen". Darunter sind neben dem Indoor Meeting unter anderem das Finale der Deutschen Turnliga und die Süddeutschen Leichtathletikmeisterschaften. Außerdem seien laut Beschlussvorlage weitere Veranstaltungen wie zum Beispiel zwei Spiele der Rhein-Neckar-Löwen (Champions League Handball), ein Box-WM-Kampf mit Vincent Feigenbutzund die Deutschen Jugendleichtathletikmeisterschaften angefragt.

Stadt schießt zusätzliches Geld zu

Die Kosten zur Schaffung dieser "temporären Ersatzinfrastruktur" für die derzeit geschlossene Europahalle belaufen sich laut Stadtverwaltung für die Saison 2015/2016 auf  955.000  Euro, "wenn die geplanten sechs Veranstaltungen als Paket durchgeführt werden". Im aktuellen Haushalt waren dafür bereits 338.500 Euro vorgesehen. Damit ergibt sich für 2016 ein Fehlbetrag von 481.300  Euro, den die Stadt nun zuschießt. Im Gegenzug rechnet Stadt durch die Veranstaltungen mit positiven wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Region (Touristen, Hotels, Gastronomie).

Hinzu kommt - vorbehaltlich der vertieften Prüfung durch die Karlsruher Messe- und Kongress GmbH (KMK) - gegebenenfalls ein Investitionszuschuss der Stadt Karlsruhe für Schallschutz an die KMK in Höhe von einmalig 200.000 Euro, so die Stadt in der Beschlussvorlage. Bei der Abstimmung zu diesem Punkt gab es 12 Gegenstimmen.

Hier finden Sie die Beschlussvorlage der Stadtverwaltung im Wortlaut (Link führt zu PDF auf Internetpräsenz der Stadt Karlsruhe)

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