In diesem Jahr 2022 beginnt der erste Sommer seit der Pandemie, der frei von den meisten Corona-Regeln sein wird. Grund genug, für Freibäder und Badeseen, mit einem enormen Ansturm zu rechnen - und Grund genug für die Stadt Rheinstetten neue Regeln für den Epplesee einzuführen, um dem Andrang Herr zu werden. Doch waren diese Maßnahmen wirklich nötig?

"Ab 14.30 Uhr war der Parkplatz vollständig belegt"

Laut den Aussagen der Stadtverwaltung Rheinstetten: Ja, durchaus. "Am vergangenen Wochenende war der Epplesee sehr gut besucht, am Sonntag noch stärker als Samstag. Ab 14.30 Uhr war der Parkplatz beim Epplesee vollständig belegt oder ausgebucht und wurde daher geschlossen. Wer spontan mit dem Auto ankam, konnte auf die Parkplätze bei der Messe ausweichen.

Parkplätze? Fehlanzeige.
Bild: Thomas Riedel

So gesehen habe sich die das Online-Tickets System, dass die Stadt Rheinstetten für Badegäste des Epplesees eingerichtet bereits bezahlt gemacht: "Wir von der Stadt sehen vor allem drei Vorteile. Erstens ist das Ticket um ein Euro günstiger, als wenn es an der Einfahrt gekauft wird, zweitens kann die Einfahrt viel schneller erfolgen, da nur kurz das Ticket abgescannt werden muss - das ist gerade bei großem Andrang sehr wichtig." 

Situation am Epplesee
Schon 2020 war der Epplesee rundherum gefüllt. | Bild: Thomas Riedel

Der dritte Vorteil liege in der Buchungsmöglichkeit: "Mit einem vor Anfahrt erworbenen Ticket ist ein Stellplatz reserviert; das heißt auch wenn die Parktickets ausverkauft sind und der Parkplatz deswegen gesperrt wurde, erhält der Erwerber Zufahrt, egal wann er ankommt", sagt die Sprecherin.

Mehrere Beschwerden gehen bei der Polizei ein

Den Ansturm von Badegästen möglichst reibungslos zu regulieren, sei dabei schon ein sehr wichtiger Schritt. Dennoch könne man bei so vielen Badegästen nicht jeden Konflikt verhindern - leider auch nicht immer die, die über das Gesetz hinausgehen.

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Von Ordnungswidrigkeiten bis hin zu handfesten Straftaten gingen am ersten Sommerwochenende mehrere Beschwerden bei der Polizei ein, häufig mit dem Aufgebot an Badegästen zusammenhingen. "Da gab es am Samstagabend natürlich das Handgemenge, bei dem ein Messer und ein Kampfhund zum Einsatz kamen", sagt ein Sprecher der Karlsruher Polizei. 

Einfahrten werden zugeparkt

"Außerdem wurde samstags ein Auto aufgebrochen und ein darin befindliches Handy sowie ein Geldbeutel gestohlen. Sonntags sah es unseren Informationen nach etwas ruhiger aus", so der Sprecher. "Dort ging lediglich die Beschwerde einer Anwohnerin bei uns ein, dass die Gäste so ungünstig parken würden, dass sie fast nicht mehr aus ihrer Einfahrt herauskommt. Mit Betonung auf 'fast', allerdings", sagt er.

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Da die Frau ihre Einfahrt noch immer verlassen konnte, liegen die parkenden Autos in einer rechtlichen Grauzone. "Hier muss also von Fall zu Fall unterschieden werden", sagt der Beamte. Können solche Fälle - gerade in Bezug auf die Parksituation - zukünftig von der Stadtverwaltung Rheinstetten verhindert werden? Wenn ja, wie?

Die Gegenmaßnahmen von 2021 werden beibehalten

Zunächst rate die Stadt jedem Badegast "angesichts der angekündigten Hitzetage, das Ticket vorab online zu erwerben." Da könne man sich gleich einen Überblick verschaffen, ob der See nicht bereits überfüllt ist und ob eine Fahrt sich lohnt.

Ansonsten wolle die Stadtverwaltung ihre Maßnahmen von 2021 beibehalten. Das bedeute unter anderem Ampeln, Verkehrskontrollen, Parkplatzsperrungen bei Überfüllung und die Anwerbung eines privaten Sicherheitsunternehmens, um Fällen, die bei der Polizei eingehen, vorzubeugen.