Wie stehen Sie zur aktuellen Asylpolitik und dem Flüchtlingsdeal mit der Türkei? Wieso gibt es kein Einwanderungsgesetz?

"Es gibt bisher leider kein Einwanderungsgesetz, weil CDU und CSU lange gebraucht haben, um sich an die Realität eines Einwanderungslandes zu gewöhnen. Das will die SPD in einer neuen Bundesregierung ändern.

Integration ist die Herkules-Aufgabe der kommenden Jahre. Jahrzehnte mangelnder Integrationsangebote liegen hinter uns. Wir müssen gezielte Anreize für die Ausbildung und Qualifizierung der Menschen mit dauerhafter Bleibeperspektive setzen. Ich werbe für ein "Integrations-BaföG", mit dem wir eine Anschubfinanzierung für die Ausbildung von Zuwanderinnen und Zuwanderern sicherstellen, die später bei Eintritt in den Arbeitsmarkt zurückgezahlt werden muss.

Für mich ist das Grundrecht auf Asyl nicht antastbar. Ich lehne Obergrenzen und Transitzonen ab.

Die Türkei hat den Pfad der Demokratie leider verlassen und viele unschuldige Menschen, darunter Journalistinnen und Journalisten inhaftiert. Man muss Herrn Erdogan und sein Regime in aller Deutlichkeit für diese Politik der Intoleranz und Zerstörung demokratischer Strukturen kritisieren. Seine Einmischung in den Bundestagswahlkampf ist unmöglich. Gleichzeitig war das Flüchtlingsabkommen Deutschland-Türkei im Sinne einer rationalen Flüchtlingspolitik notwendig. Damit konnte vielen Schlepperbanden in der Ägaisroute das Handwerk gelegt werden."

Weitere Statements der Kandidaten

Wie stehen die anderen fünf Direktkandidaten zum Thema Asylpolitik: Zuwanderungsgesetz Ja oder Nein? Wie steht es um den Türkei-Deal mit Recep Erdogan und welche Vorschläge und Ideen haben die Karlsruher Direktkandidaten zum Thema Integration? Hier gibt es die weiteren Statements:

Ingo Wellenreuther (CDU) zur Asylpolitik: "Wir haben die Krise als Chance begriffen"

Michael Theurer (FDP) zur Asylpolitik: "Wir lehnen Obergrenzen ab"

Sylvia Kotting-Uhl (Grünen) zur Asylpolitik: "Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern"

Michel Brandt (Linke) zur Asylpolitik: "Wiederherstellung des Asylrechts" gefordert

Marc Bernhard (AfD) zur Asylpolitik: "Zuwanderung nach kanadischem Vorbild"

 
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