Spinnen sind bei vielen Menschen nicht gern gesehene Gäste. Sobald es draußen kälter wird, wandern die Achtbeiner ganz gerne in unsere eigenen vier Wände. Da ist die Nosferatu Spinne keine Ausnahme. Inzwischen wurde die Nosferatu Spinne öfter in Karlsruhe und Umgebung gesichtet. Eines steht jedoch fest: trotz ihres kryptischen Namens geht von der Nosferatu Spinne keine Gefahr aus.

Woher kommt die Nosferatu Spinne und warum lebt sie in Karlsruhe?

Die Nosferatu Spinne oder auch Kräuseljagdspinne ist eine Hausspinne, die zur Gattung der Zoropsis spinimana gehört. Bis vor etwa 20 Jahren war diese Spinnenart nur im Mittelmeerraum bekannt. Eingeschleppt wurde sie vermutlich durch Reisende oder durch Gütertransporte. Seither hat sich das Tier in dem immer wärmer werdenden Karlsruhe gut verbreiten können. Nun wird das Tier vermehrt außerhalb von Häusern vorgefunden, etwa auf Balkonen oder im Garten.

Die zunehmende Ausbreitung der Nosferatu Spinne und ihre Sichtungen werden im Atlas der Spinnentiere Europas dokumentiert. Nach Angaben des Naturkundemuseums Karlsruhe wurde das Tier Anfang der 2000er Jahre erstmals in Deutschland, in Freiburg, gesichtet. Von da aus breitete sich die Spinne bis nach Karlsruhe aus.

Warum heißt die Kräuseljagdspinne auch Nosferatu Spinne?

Angeblich soll die Spinne ihren gruseligen Namen erhalten haben, weil das Muster auf ihrem Rücken dem Antlitz eines Vampires ähnlich sieht. Den Namen hat sie übrigens erst seit 2020.

Stummfilm "Nosferatu"
Stummfilm "Nosferatu". Seht ihr die Ähnlichkeit zum Spinnenmuster der Nosferatu Spinneß | Bild: ps

Wie groß ist die Kräuseljagdspinne?

Die Nosferatu Spinne kann eine Beinspannweite von bis zu 5 Zentimetern erreichen und eine Körperlänge von bis zu zwei Zentimetern. Zum Vergleich: Die größte Spinne der Welt, die Riesenvogelspinne, verfügt über zwölf Zentimeter Körperlänge und bis zu 30 Zentimeter Beinspannlänge.

Ist die Nosferatu Spinne giftig und wie heftig schmerzt ihr Biss?

Das Gift der Nosferatu Spinne ist für Menschen unbedenklich. Kurzum: Von der Nosferatu Spinne geht keine Bedrohung aus. Das bestätigt auch Hubert Höfer, Spinnenexperte im Naturkundemuseum Karlsruhe.

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Lediglich der Biss der Kräuseljagdspinne könnte vielleicht etwas zwicken, aber nicht viel mehr, als ein Wespenstich. Dennoch gehört sie zu den wenigen Spinnenarten, deren Biss unsere Haut durchdringen können. Die Folge: Hautschwellungen und Rötungen, die ein paar Tage andauern können. Allerdings flüchtet die Nosferatu Spinne eher, als anzugreifen. Es wird trotzdem davon abgeraten, die Spinne anzufassen.

Das Besondere: Die Kräuseljagdspinne baut keine Netze, sondern fängt ihre Beute (vorwiegend Insekten) mit sogenannten Kräuselfangfäden. Ihr Gift erledigt dann den Rest.

Ist die Nosferatu Spinne giftig für Hunde und Katzen?

Die Spinne ist weder für Hunde noch für Katzen ernsthaft gefährlich.

Bei Seniorenkatzen kann die frühere Beweglichkeit nachlassen. Dann können schwer zugängliche Stellen, etwa am Schwanzansatz, verfilzen.
Der Biss der Nosferatu Spinne ist für Katzen und Hunde ungefährlich. | Bild: Ina Fassbender/dpa-tmn

Nosferatu Spinne in der Wohnung: Wie reagiere ich richtig?

Das Naturkundemuseum Karlsruhe rät, wie bei anderen Spinnenarten auch, die Nosferatu Spinne mithilfe eines Glases einzufangen, ein Stück Papier oder Pappe drunter zu schieben und so nach draußen zu befördern. Das geht relativ einfach und unkompliziert, sodass die Spinne keinen qualvollen Tod sterben muss.

Im Herbst findet außerdem die Paarung der Nosferatu Spinnen statt. Außerdem wandern Spinnen gerne nach drinnen, sobald es kalt wird. Heißt: es kann gut sein, dass ihr künftig häufiger zu Glas und Papier greifen müsst. 

Muss ich die Nosferatu Spinne melden? Wenn ja, wo?

Die Begegnung mit einer Nosferatu Spinne sollte dem Naturschutzverbund Deutschland (Nabu) gemeldet werden. Dasselbe gilt für den Atlas der Spinnentiere Europas, welcher die Sichtungen der Spinne dokumentiert.

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Was bedeutet die Nosferatu Spinne für die Umwelt und Natur?

Laut Nabu soll es bisher keine Anzeichen geben, dass eingewanderte Spinnenarten die einheimischen Arten verdrängen. Allerdings müsse wegen des zunehmenden Warenverkehrs und zunehmender Reiseaktivitäten damit gerechnet werden, dass die Zahl eingeführter Spinnenarten weiter zunehme und sich unter Umständen auch unangenehme, gefährliche Arten etablieren können.