Oft spürt man den Stich im ersten Moment gar nicht. Ein Naturspaziergang zwischen den Baumkronen während im Unterholz die Zecken lauern. Zurück zuhause bemerkt man, dass sich eine Zecke an der Haut festgesogen hat. Das ist nicht nur mit einer Schrecksekunde verbunden, sondern manchmal auch mit einer nicht ungefährlichen Infektionskrankheit.

FSME bereits in Karlsruhe vorgekommen

Frühsommer-Meningoenzephalitis, kurz FSME, eine Viruserkrankung, die unter anderem zur Hirnhautentzündung führen kann, ist eine der häufigsten von Zecken übertragenen Krankheiten. Das sei auch in Karlsruhe, wo immerhin ein ganzer Stadtteil dem Wald gewidmet ist, nicht ausgeschlossen, wie das Gesundheitsamt bestätigt.

Eine mit Blut vollgesogene Zecke wächst stark über ihr Ursprungsvolumen hinaus.
Eine mit Blut vollgesogene Zecke wächst stark über ihr Ursprungsvolumen hinaus. | Bild: pixabay/Catkin

Ein von Zecken ausgelöster FSME-Fall sei bereits in Karlsruhe aufgetreten. Andere Infektionskrankheiten, wie etwa die ähnlich häufig vorkommende Borreliose, seien nicht meldepflichtig und daher nicht ohne Weiteres für das Gesundheitsamt nachzuvollziehen. Dennoch rate das Amt vor allem zur Impfung gegen FSME, auch in Einklang mit der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württembergs (KVBW).

Was tun um Zeckenbisse zu vermeiden?

"In Baden-Württemberg werden bundesweit die meisten Zeckengebiete ausgewiesen", so ein Sprecher der KVBW. "Und jeder hundertfünfzigste Stich führt zu einer FSME-Infektion." Aus diesem Grund sei eine Impfung gegen die Infektionskrankheit ratsam. Außerdem sei es immer hilfreich, bei Streifzügen durch das Grüne lange Kleidung und festes Schuhwerk zu tragen. Längere Aufenthalte im hohen Gras seien ebenfalls nicht ratsam.

Sollte es nun aber soweit kommen und man entdeckt eine Zecke am eigenen Körper, sei das laut dem Gesundheitsamt noch kein Grund zur Panik. "Entdeckt man eine Zecke an sich, sollte man sie beispielsweise mithilfe einer feinen Pinzette an den Mundwerkzeugen greifen und langsam nach oben herausziehen", so ein Sprecher.

Ob Zange, Karte oder Haken: Es gibt allerlei Werkzeug, um Zecken zu entfernen.
Ob Zange, Karte oder Haken: Es gibt allerlei Werkzeug, um Zecken zu entfernen. Meist bleibt Zeit, um das erstmal in der Apotheke zu besorgen. | Bild: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

"Bei der Entfernung sollte man darauf achten, dass der Zeckenkörper nicht gequetscht wird, da ihre infektiösen Sekrete so in den menschlichen Körper gelangen können. Wenn möglich, sollte die Stichstelle anschließend desinfiziert werden." Sollte sich die Stelle entzünden, sei ein Arzt aufzusuchen.

Keine Hyalomma-Zecken in Karlsruhe

Bei all diesen Gefahren und Ratschlägen zum Thema Zecken gebe es aber zumindest eine gute Nachricht: Gefährlichere Zeckenarten, etwa die tropische Hyalomma-Zecke, die 2019 auch in Deutschland über den Winter kam, habe allem Anschein nach kein Comeback in Karlsruhe gefeiert.

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"In der Regel wird nicht gemeldet, welche Zeckenart für den Stich verantwortlich war, in diesem Jahr sind beim Gesundheitsamt Karlsruhe auch noch keine Hinweise auf Hyalomma-Zecken eingegangen", so der Sprecher. Ob es auch so bleibt, beziehungsweise wie viele Krankheitsbilder sich tatsächlich noch durch Zeckenbisse in Karlsruhe ergeben werden, sei abzuwarten - schließlich ist der Sommer noch nicht vorbei.