Karlsruhe ist wie Singapur. Oder Panama. In diese Reihe stellte Alejandro Tuya Garcia, Geschäftsführer der österreichischen Alpine Holding und zugleich Vizepräsident des spanischen Mutterkonzerns FCC, die Fächerstadt beim Pressegespräch im Rathaus. Mehr noch: Was die Komplexität des Bauprojekts angehe, übertreffe Karlsruhe viele Orte, an denen FCC an Metroprojekten beteiligt ist oder war, sogar noch. Wirklich vergleichbar sei die Kombilösung derzeit nur mit dem Crossrail-Projekt in London, wo der Konzern an zwei unterirdischen Eisenbahnstationen mitbaue - eines der größten Infrastrukturprojekt Europas. 

Alpine ist aus dem Krankenhaus entlassen worden

Vor allem aber sei die Kombilösung eines der wichtigsten Projekte für den Konzern überhaupt, so Garcia. Worte, die Oberbürgermeister Frank Mentrup offenbar überzeugt haben. Der hatte die Alpine-Chefs nach Karlsruhe eingeladen, um mit Ihnen den Status Quo und die weitere Entwicklung der Kombilösung zu besprechen. Alpine sei ein Partner, über den viel spekuliert worden sei, so Mentrup nach dem Zusammentreffen. Das Gespräch habe aber für "mehr Transparenz, mehr Vertrauen und für ein Gefühl für die Menschen dahinter" gesorgt, so Mentrup. Zwar habe Alpine in erheblichen finanziellen Problemen im dreistelligen Millionenbereich gesteckt. Die Situation sei aber inzwischen geklärt und der Konzern habe erfolgreich ein Sanierungskonzept umgesetzt. Er sei daher zuversichtlich, mit Alpine den richtigen Partner an Karlsruhes Seite zu haben. Da nicht nur der Mutterkonzern FCC finanziell den Rücken freigehalten hätten, sondern auch Banken und Staat weiter hinter Alpine ständen, sei ein "Plan B" im Falle einer Pleite nicht nötig.

"Alpine ist aus dem Krankenhaus entlassen worden und kann zuhause wieder eigenständig leben", formuliert es Garcia. In etwa zehn Tage werde alles unter Dach und Fach sein. Außerdem habe das Unternehmen selbst in "höchstschwierigen Zeiten" alle Projekte weitergeführt, so der Alpine-Chef. Schon 2015 wolle man wieder schwarze Zahlen schreiben - im selben Jahr, in dem Karlsruhe seinen 300. Geburtstag feiert. Dass der mit möglichst wenig baustellenbedingten Behinderungen gefeiert werden kann, will OB Frank Mentrup nun unter anderem mit der siebenmonatigen Sperrung der Kaiserstraße für den Straßenbahnverkehr sicherstellen. So würden mehrere einzelne Baustellen zu größeren Baufeldern zusammengelegt, was die Arbeit vereinfache und helfen soll, bei er Kombilösung wieder zurück in den Zeitplan zu kommen. 

Alpine will bei Kombilösung aufs Gas treten

Auch bei Alpine will man künftig kräftig aufs Gas drücken. So wolle man die Zahl der an den Baustellen eingesetzten Menschen und Maschinen um den Faktor 1,5 bis 2 erhöhen, so der Sprecher der Geschäftsführung der Alpine-Tochter BeMo Tunneling GmbH, Josef Arnold. Die Zeiten, zu denen gebaut werde, würden ausgeweitet. Die Sperrung der Kaiserstraße bringe die Baufirma zudem wieder in die Lage, das Risiko einer verlängerten Bauzeit "in Grenzen zu halten". 

Ganz bau-fachmännisch formulierte es dagegen Frank Mentrup: Mit dem Gespräch am Freitag habe man ein "gutes Fundament" gelegt. Damit die Karlsruher Bevölkerung die Sperrung der Kaiserstraße akzeptiere, sei nun wichtig, dass die Maßnahme auch Erfolg habe. Vor allem aber wolle man sich bei dem Projekt nicht mit "Zankereien" über die Verzögerungen der Vergangenheit lahmlegen lassen. 

Baufortschritt, Mehrkosten, Verzögerungen: Mehr Infos rund um die Karlsruher Kombilösung haben wir in unserem Dossier zur Kombilösung für Sie zusammengestellt.

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