Zoe, als feststand, dass Du in den Gemeinderat gewählt worden bist - was für ein Gefühl war das?

Ein sehr zwiespältiges. Ich habe mich extrem darüber gefreut, dass ich es in den Gemeinderat geschafft habe und künftig meine Themen vertreten kann - zudem noch mit einem so guten Ergebnis. Andererseits fand ich es aus parteipolitischer Sicht sehr schade, dass wir so knapp die Große-Fraktionsstärke verpasst haben. Mit nur einem Platz mehr, hätten wir im Gemeinderat mehr Rechte für die politische Arbeit gehabt. Mit neun Sitzen haben wir nun nur Fraktionsstärke.

Wie hast Du von dem Ergebnis erfahren?

Ich war im Rathaus und habe die Ergebnisse dort live mitverfolgt.

Wie kam Zoe Mayer zu den Grünen?

Ich habe mit 14 angefangen, mich für Tierschutz zu interessieren und erste Spenden für das Tierheim gesammelt. Der Rest kam dann ganz schnell von selbst, als das politische Interesse zunehmend größer wurde.

Und was bewog Dich zur Stadtratskandidatur?

Am Anfang war ich mir selbst nicht so sicher, ob ich für den Gemeinderat kandidieren soll. nach langen Überlegungen dachte ich mir aber: "Hey, ein paar junge Leute im Gemeinderat wären nicht schlecht." Bislang gab es dort auch keinen Stadtrat, der die Studentenschaft vertritt.

Hast Du Angst aufgrund deines Alters von den Stadtratskollegen vielleicht nicht ernst genommen zu werden?

Angst habe ich davor nicht. Ich glaube, ich bin ernst zu nehmen. Wer mit guten Argumenten kommt, ist relativ schwer zu degradieren. Klar, gibt es immer alteingesessene Hasen, die keine Lust haben, sich mit jüngeren Menschen auseinanderzusetzen - aber ich lasse einfach alles auf mich zukommen. Ich stehe zu dem was ich denke und werde das bestmöglichst vertreten. Außerdem bin ich ja nicht die einzige in meiner Altersgruppe im neuen Gemeinderat.

Worauf freust du dich in deiner zukünftigen Tätigkeit als Stadträtin am meisten?

(lacht) Auf fünf Jahre soziale Exklusion und chronischen Schlafmangel - natürlich nicht. Dafür auf viele Debatten und Diskussionen - die Auseinandersetzung mit meiner inhaltlichen Arbeit. Ich habe in den vergangenen Jahren viel organisatorisch gearbeitet. Natürlich freue ich mich am meisten darauf, meine Interessen und die meiner Wähler zu vertreten.

Spannend wird es sicherlich auch, wenn mein erster Antrag durch den Gemeinderat kommt. Jedenfalls habe ich hohe Erwartungen und bin richtig motiviert... mal sehen wie lange noch. Kleiner Scherz - ich glaube, ich bin schon ganz gut belastbar.

Für welche Themen willst du dich im neuen Parlament besonders einsetzen?

Natürlich für Tierschutz - sehr gerne wäre ich auch für den Themenbereich Energie zuständig. Vielleicht kommt auch noch das Ressort Jugend hinzu. Die Ressortverteilung erfolgt erst im Sommer - da lässt sich jetzt noch nicht viel zu sagen.

Schon konkrete Ideen?

Ja, beim Tierschutz könnte man bei einem ehrenamtlichen, kommunalen Tierschutzbeauftragten ansetzen. Mehr vegetarische oder gar vegane Alternativen beim Mensa-Essen wären ein weiterer Ansatz. Bezüglich Energie ist ein großes Thema auf jeden Fall die energetische Optimierung öffentlicher Gebäude und das Vorantreiben der Karlsruher Energiewende durch verstärkte Investitionen im Bereich der Erneuerbaren Energien.

Auch die Abschaltung des alten Rheinhafendampfkraftwerk Block 7 (RDK7) ist meiner Meinung nach dringend notwendig, um unsere Luftqualität zu verbessern und CO2-Emissionen zu reduzieren. Dies sind aber nur einige Beispiele.

Die Fragen stellte Corina Bohner

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