Die Neuinfektionen mit der neuartigen Corona-Mutation "Omikron" schnellen seit Wochen rasant in die Höhe. So hat die Sieben-Tage-Inzidenz im Karlsruher Stadtkreis inzwischen den Schwellenwert von 600 überschritten, inzwischen gilt sogar eine nächtliche Ausgangssperre für Ungeimpfte. 

Jetzt könnten diese hohen Zahlen aber auch schon als zarter Hoffnungsschimmer für die Zukunft gedeutet werden, wie Oberbürgermeister Frank Mentrup auf einer Pressekonferenz am Donnerstag bemerkt. 

Corona-Werte im Abwasser fallen

"Wir kämpfen ja seit Mitte Dezember bereits mit Omikron. Wir waren einer der ersten Stadtkreise, in denen es eine nennenswerte Anzahl an Infizierten gegeben hat, und waren darum stets auf den ersten Plätzen bei der Inzidenzentwicklung zu finden", so der Rathauschef. "Möglicherweise haben wir eine erste Spitze hinter uns gebracht."

Frank Mentrup (SPD) blickt in die Kamera.
Frank Mentrup (SPD) blickt in die Kamera. | Bild: Uli Deck/dpa/Archivbild

Zu dieser Annahme gibt es auch einen guten Grund: Das sogenannte "Abwasserorakel" prognostiziert sinkende Zahlen, nachdem diese in den vergangenen Wochen immer stark nach oben ausschlugen. Eine Entwicklung, die den OB "verhalten optimistisch" stimmt. 

Doch bevor es wirklich zu einem nennenswerten Sinkflug bei den Corona-Zahlen kommt, müsste erst einmal der Höhepunkt, der sogenannte "Peak", erreicht werden. "Nach den Erfahrungen aus anderen Ländern könnte der Höchststand in zirka zwei bis drei Wochen vorbei sein", so Mentrup weiter. 

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Bringt die neue Corona-Verordnung die ersten "Abschwächungen"?

Doch was bedeutet das zum Beispiel für die neue Corona-Verordnung, die Anfang Februar verabschiedet werden soll? "Ich fand es sehr vernünftig, dass die Alarmstufe II weiter fortgeführt wurde. Aber ich denke, dass man bis zum 31. Januar nochmals die Zeit hat, um abzuschätzen, ob manche Reglementierungen in der neuen Corona-Verordnung vielleicht etwas abgeschwächt werden können."

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Kurzum: Frank Mentrup sehe dazu zwar "gute Chancen", wolle sich aber nicht anmaßen, dazu eine sichere Prognose abzugeben. Die seit Dezember geltende Allgemeinverfügung, die unter anderem ein Ansammlungsverbot auf öffentlichen Plätzen legitimiert, befinde sich derweil in einer "Bearbeitungs- und Überprüfungsphase".

Eine Mitarbeiterin einer Teststation nimmt einen Abstrich für einen Corona-Test.
Pfleger sowie eine Ärztin kümmern sich auf der Intensivstation um einen Corona-Patienten. (Archivbild). | Bild: Hauke-Christian Dittrich/dpa

"Letztendlich hängt es wieder davon ab, ob es vermehrt schwere Verläufe geben wird, die unser Gesundheitssystem an die Belastungsgrenze bringen", so der OB. "Wir müssen nämlich auch bedenken, dass der Peak - wie schwer dieser auch immer ausfallen wird - sich erst nach rund zwei Wochen auf die Intensivstationen auswirkt."

 
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