Die Geschwindigkeitsregeln missachtet und - Blitz - eine Geschwindigkeitsmessanlage hat den Verstoß aufgezeichnet. Der Grund für die Überwachung ist bekannt: Fahrer sollen dazu gebracht werden, sich ans Tempolimit zu halten, was schlussendlich der Sicherheit zu Gute kommt. "Abzocke" ist aber auch ein Wort, das hingegen dem ein oder anderen Autofahrer in den Kopf kommt.

So geht es auch ka-news-Leser Sascha, der sich in einer Nachricht an die Redaktion gewandt hat. Beim ihm ist eine vermeintliche Gefahrenstelle in Durlach in der Killisfeldstraße der Stein des Anstoßes. Dort ist eine Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer vorgeschrieben. "Seitdem dort 30 ist, steht dieser 'Gefahrenstellen-Blitzer' mindestens zwei bis drei mal pro Woche dort", so der ka-Reporter Sascha. "Natürlich nur zur Rush-Hour, wo es sich lohnt die Pendler abzuzocken."

Mobiler Blitzer/ Durlacher Allee
Mobile Geschwindigkeitsmessstellen werden immer wieder in Durlach und an vielen anderen Orten in der Stadt installiert. | Bild: Lukas Hiegle

Oft geblitzt, aber kaum Unfälle?

Weiter kritisiert er, dass es sich hier aus seiner Sicht nicht um eine Gefahrenstelle handelt: "Ich wohne seit 25 Jahren hier und habe maximal drei Unfälle beobachten können", sagt Sascha. In der angrenzenden Raiherwiesenstraße, so sich unter anderem ein Altenheim, ein Kindergarten und eine Schule befindet, "stand ein Blitzer in den letzten fünf Jahren", kritisiert er weiter.

Aber stimmt es, dass mache Stellen häufiger kontrolliert werden als andere? Ja, sagt Helga Riedel vom Karlsruher Presse- und Informationsamt. "Die Intensität richtet sich nach der Gefahreneinschätzung beziehungsweise dem Beschwerdeaufkommen." Unfallhäufungsstellen oder im Bereich von Kindergärten, Schulen und Pflegeheimen - das sind Stellen, welche die Polizei als gefährlich ausweist und wo gemessen wird. "Daneben wird dort gemessen, wo ein erhöhtes Beschwerdeaufkommen aus der Bevölkerung besteht, weil etwa eine Geschwindigkeitsregelung aus Lärmschutzgründen (Tempo 30) nicht eingehalten wird", so Riedel weiter. Alle Standorte hat die Stadt auf dem Mobilitätsportal ausgewiesen - einschließlich der Begründung, warum dort gemessen wird.

Jeder kann bei Messstellen ein Wörtchen mitreden

Beschweren können sich die Karlsruher über ein Formular (externer Link) auf der städtischen Internetseite. Dort können sie eintragen, wenn sie an einer Straße eine Überwachungsmaßnahme als erforderlich ansehen. Wo dann tatsächlich geblitzt wird und wo an den Tagen die Messstellen eingerichtet waren, berichtet die Stadt dann auf einer weiteren Seite (externer Link).

"Diese Möglichkeit wird durch die Karlsruher Bevölkerung sehr häufig in Anspruch genommen. Bei der Verkehrsüberwachung gehen nahezu täglich mehrere entsprechende Vorschläge ein. Insgesamt erreichen uns mehr Wünsche nach Kontrollen, als tatsächlich realisiert werden können", so Riedel im Gespräch mit ka-news weiter.

Grundsätzlich könne man keine konkrete Zahl von mobilen Messstellen nennen, da sich die Standorte und deren Rahmenbedingungen immer wieder ändern: "Einige Kontrollpunkte werden aufgrund der Verkehrslage zeitweise aus dem Messplan genommen. Andere Standorte werden regelmäßig zu verschiedenen Tageszeiten, oft auch mehrfach in einer Woche, mit unterschiedlichen Messtechniken kontrolliert", sagt Mathias Tröndle im Gespräch mit ka-news. Derzeit seien 13 Messbedienstete im Einsatz, von welchen zehn ausschließlich mit mobilen Messungen beschäftigt sind.

In der Killisfeldstraße steht fast wöchentlich ein Blitzer

Meldungen über den Verkehrsfunk oder auf Online-Plattformen sorgen im Übrigen nicht dafür, dass die Messstelle schneller wieder abgebaut wird. Solche Meldungen hätten keine Auswirkungen auf die Standorte oder die Standzeiten.

Aber wie sieht es nun speziell in Durlach aus? Wird der Standort tatsächlich überproportional häufig kontrolliert? Aus Sicht der Stadt nicht: So stehe "die Killisfeldstraße nicht im besonderen Fokus bei der Geschwindigkeitsüberwachung", so Helga Riedel vom Presse- und Informationsamt weiter. "Auch in anderen Karlsruher Straßen, in denen Tempo 30 oft nicht eingehalten wird, werden in gleichen regelmäßigen Abständen Geschwindigkeitskontrollen durchgeführt."

In Zahlen ausgedrückt heißt das, dass 2017 an 46 Tagen in der Killilsfeldstraße in Fahrtrichtung Fiduciastraße die Geschwindigkeit gemessen wurde. In die Gegenrichtung, zur Ernst-Friedrich-Straße, wurde an 40 Tagen geblitzt. Auch in diesem Jahr steht diese Stelle immer wieder im Fokus: Bislang wurde Richtung Fiduciastraße an 20 Tagen gemessen, in die Gegenrichtung an 16 Tagen.

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