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Stutensee Unnötige Zerstörung von Natur: Bürgerinitiative wirbt für Lachwald

Das Projekt bleibt umstritten: Nachdem die Stadtverwaltung Stutensee für ein "Nein" und damit für die Bebauung des Lachwalds geworben hat, gehen auch die Gegner in die Offensive und kritisiert das Projekt öffentlich.

Soll der Lachwald, ein Grünstück zwischen Blankenloch und Büchig, abgeholzt und dort dafür Wohnhäuser errichtet werden oder nicht? Diese Frage sollen die Bürger am Sonntag, 18. Februar, bei einem Bürgerentscheid beantworten. Die Stadt Stutensee steht hinter dem Anliegen und möchte, dass die Bürger am Wahltag ihr Kreuz bei "Nein" setzen und damit den Weg für das Projekt freimachen. Anders sieht es Susanne Suhr, die eine von drei Vertrauenspersonen der Bürgerinitiative Lachwald ist. Sie sagt in einer Gegendarstellung: Entschieden wird die Frage, was den Bürgern die Natur wert ist.

"Dieser kleine Lachwald bedeutet uns sehr viel. Er ist zusammen mit der gesamten Grünzäsur Trittsteinbiotop für wandernde Tiere vom Hardtwald ins Weingartener Moor. Südlich vom Lachwald gibt es keine Möglichkeit mehr für Tiere, von West nach Ost zu wandern. Schön zu sehen an den Wanderungen der Wildkatze, welche am Rheinufer von Karlsruhe nicht von Nord nach Süd kommt", heißt es in der Nachricht an ka-news.

"Verbohrtes Verhalten der Verantwortlichen"

"Der Lachwald bietet geschützten Tieren, wie dem Hirschkäfer und dem Pirol, sowie Fledermäusen weiteren Wohnraum. Den Büchigern dient er aufgrund der unmittelbaren Siedlungsnähe als Naherholungsgebiet, vor allem jenen, welche nicht so weite Strecken zurücklegen können. Er hat zudem klimatisch große Auswirkungen auf Büchig. Kühle im Sommer, Wasserspeicher bei Regenfluten, wie jetzt im Januar, Windschutz, Luftreinigung. Das alles weiß jeder und die Liste kann beliebig fortgeführt werden", so Suhr weiter.

"Umso verbohrter und rückwärtsgewandter erscheint das Verhalten der Verantwortlichen in Stutensee", heißt es in der Gegendarstellung zu den Angaben der Stadt weiter. "Denn es ist ihnen nicht möglich Alternativen für den Standort überhaupt zu durchdenken geschweige denn öffentlich zu diskutieren."

Keine Lösung für das Wohnraum-Problem

Ein weiterer Kritikpunkt: Die Stadt Stutensee würde mit dem Verkauf der Grundstücke Lücken im Haushalt stopfen, statt eine "ordentliche, nachhaltige" Haushaltsplanung auf die Beine zu stellen. Weiter könne mit dem Bauprojekt "die Spekulation auf dem Wohnungsmarkt nicht beendet" und der Bedarf an Wohnraum für einkommensschwache Menschen nicht gedeckt werden.

"Mit einem 'Nein' stimmen die Bürger für die unnötige Zerstörung von Natur. Mit einem 'JA' stimmen die Bürger für den Erhalt der siedlungsnahen Natur, für die Forderung an die Stadt, sich innovativen Lösungen endlich zu öffnen und Alternativen zu durchdenken. Innovativ, wie es für eine Gemeinde in der Technologieregion selbstverständlich sein sollte", heißt es in der Meldung abschließend.

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Kommentare (16)
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  •   dramutie
    (1518 Beiträge)

    20.01.2018 19:28 Uhr
    anstatt immer nur DAGEGEN
    zu schreien, wenn vermeintlicher unbill vor der eigenen haustür geschieht: geht in die gemeindepolitik! lasst euch in die entscheidungsgremien wählen! bewegt die welt vor euren häusern! nicht nur als vorbeter einer eintagsfliegen-bürgerinitiative, sondern als jahrelang verantwortlicher für die ganze gemeinde. wo man dann sehr schnell lernt, dass es in der welt nicht nur wohnungssuchenden fledermäuse und heimatlose hirschkäfer gibt.
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  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    21.01.2018 00:07 Uhr
    Die BI ist doch DAFÜR!
    Dafür, daß der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt.
    Ich bin auch dafür, daß Kommentare gelöscht werden, wenn nicht ein Mindestmaß an Rechtschreibung eingehalten wird. Auf Groß- und Kleinschreibung sollte zwingend geachtet werden.
    Dieses unsägliche Gegeifere, man solle sich doch selbst wählen lassen ist vollkommen haltlos, denn man wählt ja Vertreter, von denen man denkt, sie würden so handeln, wie sie es vor der Wahl versprochen haben. Wenn man dann feststellen muß, daß ein Klüngel die ganze Geschichte beherrscht, wird man eben sauer und organisiert sich.
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  •   Lake
    (2 Beiträge)

    17.01.2018 17:23 Uhr
    Nachdenklich
    Ein gewichtiger Grund dürfte tatsächlich im fiskalen Bereich liegen. Wie sagt der Volksmund: wenn einer anfängt das Tafelsilber zu verkaufen ist der Bankrott nicht mehr weit. Sollte sich die Verwaltung durchsetzen, wie lange reicht dann der Erlös? Und was kommt dann? Lachwald 2?
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  •   andip
    (9296 Beiträge)

    17.01.2018 15:41 Uhr
    Wie immer
    Jedesmal, wenn irgendwo ein neues Baugebiet ausgewiesen werden soll, stehen die
    Altbewohner auf und protestieren dagegen und gründen eine Bürgerinitiative und nennen alle möglichen (fadenscheinige) Gründe.
    In Wirklichkeit wollen die bloss keine neuen Nachbarn neben sich nach dem Motto, die sollen fortbleiben und sich sonstwo ansiedeln.
    St. Florian halt.
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  •   Leergutmafia
    (429 Beiträge)

    17.01.2018 23:39 Uhr
    Jedes Mal, wenn Leute aus gutem Grund protestieren,
    kommen irgendwelche Dummschwafler, die von der eigentlichen Materie keine Ahnung haben, und versuchen die Protestierenden mit fadenscheinigen Aussagen zu diskreditieren.
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  •   betablocker
    (3938 Beiträge)

    17.01.2018 16:49 Uhr
    Das ist
    doch ganz normal, wer hat da schon Bock drauf? Wenn ich guck was um mich rum in den letzten Jahren gebaut wurde, da hab ich drei Sommer meines Lebens verloren durch den Krach. Geht mir einfach auf den Sack. Abgesehen davon dass man nicht weiss wer da so alles kommt...
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  •   pippo
    (70 Beiträge)

    17.01.2018 14:08 Uhr
    Kein Wald für mehr Beton!
    Einfach unverschämt sind die Ideen der Stadt Stutensee einen Wald abzuholzen für weitere Wohnungen. Es sind immer noch genügend Restflächen in der Gemeinde vorhanden. Man sollte im wirklichen Wortsinne noch einmal in sich gehen.
    Wenn es sonst kein Ergebnis gibt, dann hätte ich einen Vorschlag: räumt doch endlich mal die wilde Siedlung südlich Büchig ab. Seit wann gibts den Zustand dort? Wer haust dort eigentlich? Jetzt wäre eine gute Gelegenheit, um dort neue Flächen zu bebauen. Ausserdem wäre der Standort näher an einer Straba Haltestelle als das Waldgebiet.
    Offenbar gibt es kein städtebauliche Koordination mit der Stadt Karlsruhe. Jeder wühlt mal wieder in seinem eigenen Sand.
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  •   karlsruher1955
    (1127 Beiträge)

    17.01.2018 15:37 Uhr
    richtig
    dieser Vorschlag ist gut.
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  •   lynx1984
    (3053 Beiträge)

    17.01.2018 10:23 Uhr
    Alternative Fakten
    Die entsprechenden Prüfungen im Artenschutz sind noch gar nicht vorgenommen und schon gar nicht bewertet. Die BI nutzt hier alternative Fakten indem behauptet wird der Lachwald bietet geschützten Tieren Lebensraum.
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  •   baeuerchen
    (663 Beiträge)

    17.01.2018 12:04 Uhr
    Spannend
    wie hat sich doch die Einstellung von Lynx1984 verändert. Vom Saulus zum Paulus. Aber egal, warum das nur so ist?
    Geschützte Tiere in einem Wald zu vermuten ist einfach und nachvollziehbar, da jeder Vogel nach der Vogelschutzrichtlinie der EU zumindest besonders geschützt ist. Daher sind das echte Fakten auch wenn das nicht mehr in das Weltbild von Lynx1984 passt.
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