Die Stimmung in der Festhalle in Blankenloch ist am Dienstag angespannt. Die Stadtverwaltung hatte zu einem Informationsabend eingeladen. Das Thema: die Fortschreibung des Flächennutzungsplans, vor allem im Hinblick auf eine mögliche Bebauung des Lachwalds. Schnell zeigt sich: Die Fronten sind hier verhärtet. 

Bäume des Lachwaldes sollen 600 Wohnungen weichen

Für die Schaffung von neuem Wohnraum kann die Stadt nur eigene Grundstücke in Betracht ziehen. Die Flächen in den nördlichen Stadtteilen von Stutensee liegen nicht im Eigentum der Stadt und müssten teuer angekauft werden. Der Lachwald wiederum liegt mit etwa 13 Hektar zwischen Büchig und Blankenloch. Da bezahlbarer Wohnraum im Umland rar geworden ist, rückt diese Fläche in den Fokus. Die Idee: Der Stadtteil Büchig soll nach Norden in den angrenzenden Lachwald vergrößert werden. 

"Bezahlbarer Wohnraum, wie ihn alle wünschen, kann hier beispielhaft realisiert werden", ist sich Gerd Hager, Direktor des Regionalverbands Mittlerer Oberrhein, sicher. Dafür soll etwa die Hälfte des Lachwalds fallen, so der Wunsch der Stadt und des Regionalverbands. 

Entstehen sollen an dieser Stelle dann 600 kostengünstige Wohnungen mit einer Durchmischung von Einfamilienhäusern, Reihen- und Doppelhäusern sowie Geschosswohnungsbauten mit Mietobjekten. Ein Problem: Das beabsichtigte Neubaugebiet liegt in einer sogenannten Grünzäsur zwischen Blankenloch und Büchig. Diese zwischen Siedlungen gelegenen Freiräume dürfen in der Regel nicht bebaut werden. "Deshalb ist ein solcher Ausnahmefall nur unter besonderen Voraussetzungen diskutabel", so Hager.

Initiative will den Lachwald vor den Baggern retten

Doch in Stutensee ist nicht jeder von dieser Idee begeistert. Klaus Gompper hat eine Petition unter dem Titel "Rettet den Lachwald" ins Leben gerufen. Im Gespräch mit ka-news ärgert er sich über das Vorgehen der Stadt Stutensee. Sozialverträgliches Bauen sei von der Stadt schon vor kurzen im fertiggestellten Baugebiet Lachenfeld versäumt worden, kritisiert er. Dass jetzt 6,2 Hektar des Lachwalds für Wohnraum fallen sollen, will er nicht hinnehmen. 2.400 Stimmen für den Erhalt des Lachwalds hat Gompper nach eigener Aussage schon gesammelt. 

Mit seiner Kritik steht er aber nicht allein. Bei der Veranstaltung am Dienstagabend war der Ton auch vonseiten anderer Bürger scharf. Sie erzählten ihre Geschichte, die sie mit dem Waldstück verbindet. Zudem gab es Vorwürfe es wäre schon alles beschlossene Sache, da der Erlös bereits heute im Haushalt 2020 eingeplant sei. In trockenen Tüchern sind die Pläne der Stadt aber nicht. Es muss noch die Entscheidung des zuständigen Gemeinderats abgewartet werden. Gompper und andere Bürger wollen auf jeden Fall weiter für den Lachwald kämpfen.