Mit der Erklärung der Zulässigkeit des Bürgerbegehrens im Oktober 2017 durch den Gemeinderat wurde die Entscheidung über ein neues Wohngebiet bei Büchig in die Hände der Bürger gelegt. Hintergrund der Entscheidung für das Wohngebiet "Lachwald II" war insbesondere die zentrale Frage zur Überwindung der aktuellen Wohnungsnot.

"Der vorhandene Wohnungsmangel kann zu gesellschaftlichen Spannungen untereinander führen, die sich zusätzlich verschärfen, wenn sich Durchschnittsverdiener oder einkommensschwächere Menschen keine Miet- oder Eigentumsimmobilie mehr leisten können", schreibt die Stadtverwaltung Stutensee in einer Pressemitteilung. Die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen und Versorgungsangeboten, bei Bildung, Betreuung und Mobilität ist vor allem für jüngere Menschen und Familien in unserer Stadt interessant. Dies gelte aber auch für Menschen, die einen Arbeitsplatz in der TechnologieRegion Karlsruhe gefunden haben. Schnell entstünde eine Konkurrenz zu "Einheimischen".

"Bedürfnisse der Menschen gilt es zu verwirklichen"

Weiter erklärt die Stadt: "Aber auch die deutlich zunehmende Zahl der älteren Bürger aus Stutensee spürt diese Konkurrenzsituation, wenn sie eine Neubauwohnung suchen. Die mehrheitlichen Bedürfnisse der Menschen, die hier wohnen, leben und arbeiten stehen im Mittelpunkt der täglichen Verwaltungsarbeit. Diese gilt es mit passenden Maßnahmen und Strategien zu verwirklichen und dabei natürlich auch die finanzielle Seite im Griff zu haben."

In Stutensee wurde viel getan, um sowohl die Siedlungsentwicklung als auch die Infrastruktur auf einen Stand zu bringen, der mit Blick auf das große Ganze ökonomischen, sozialen und ökologischen Belangen gleichermaßen Rechnung trägt. "Dies wird auch mit neuen Baugebieten so bleiben", verspricht die Stadt in der Pressemitteilung.

Bezahlbare Miet- und Eigentumsverhältnissen gedeckt

Dies gelte auch für die Bebauung einer Teilfläche des Lachwalds, die sich in städtischem Eigentum befindet. Mit einer Bebauung dort könne ein Wohnquartier entstehen, das an die vorhandenen guten Verkehrs- und Versorgungstrukturen anknüpft und den Bedarf an ausreichenden und bezahlbaren Miet- und Eigentumsverhältnissen deckt. So wirbt die Stadt für das Neubaugebiet.

Auch könne das ebenfalls immer drängender werdende Problem der Barrierefreiheit auf städtischem Gelände besser gelöst werden. Des Weiteren soll in unmittelbarer Nachbarschaft zum Gebiet durch passende Aufforstung- und Naherholungszonen ein guter Ausgleich gefunden werden, der über das übliche Ausgleichsmaß hinausgeht.

Ein "Nein" bringt neues Wohngebiet

Alle wahlberechtigten Bürger Stutensees sind aufgerufen, mit "Ja" oder "Nein" über die Frage abzustimmen: "Sind Sie dafür, dass der Lachwald in seiner jetzigen Form erhalten bleibt und der Beschluss des Gemeinderats zur Aufstellung eines Bebauungsplans 'Lachwald II' aufgehoben wird?"

Die Stadtverwaltung Stutensee bittet die Bürger, die Argumente der Gemeinderatsfraktionen und der Verwaltung nachzuvollziehen. "Mit einem "Nein" bei der Gesamtabwägung, stimmen Sie für ein neues Wohngebiet unter Berücksichtigung der hier aufgeführten Argumente", so die Stadt.

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