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Karlsruhe: Eine Illumination der gesamten Stadt: Wie die Karlsruher Schlosslichtspiele trotz Corona stattfinden können

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Eine Illumination der gesamten Stadt: Wie die Karlsruher Schlosslichtspiele trotz Corona stattfinden können

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    Martin Wacker, Gene Eichner, Oliver Küsch, Dominika Szope und Frank Mentrup (v.l.) stellen die Schlosslichtspiele vor.
    Martin Wacker, Gene Eichner, Oliver Küsch, Dominika Szope und Frank Mentrup (v.l.) stellen die Schlosslichtspiele vor. Foto: Lars Notararigo

    "Die Karlsruher Schlosslichtspiele kehren im nunmehr sechsten Jahr ihrer Existenz zurück", sagt Oberbürgermeister Frank Mentrup auf einer Pressekonferenz, auf der die Konzepte und Inhalte des diesjährigen Leuchtspektakels vorstellt werden. "Seit den ersten Schlosslichtspielen 2015 hat die Stadt nicht wenige Veränderungen durchlebt und so können auch die Schlosslichtspiele von heute kaum noch mit jenen von damals verglichen werden."

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    Foto: Lars Notararigo

    Schon im letzten Jahr sei es dem Zentrum für Kunst und Medien (ZKM) Karlsruhe und der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) coronabedingt nicht möglich gewesen, die Schlosslichtspiele im gewohnten Rahmen stattfinden zu lassen.

    2020 Spiele nur digital

    "2020 war es uns lediglich möglich, die Lichtspiele digital zu übertragen. Auch dieses Jahr haben wir eine digitale Ausstrahlung vorbereitet, aber dank steigender Impfquoten die Möglichkeit, dass die Leute den Festspielen wieder persönlich beiwohnen können", sagt die Pressesprecherin des ZKM, Dominika Szope.

    Dominika Szope, Pressesprecherin des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe.
    Dominika Szope, Pressesprecherin des Zentrums für Kunst und Medien Karlsruhe. Foto: Lars Notararigo

    "Das Beisammensein trotz aller Unterschiede" als Leitmotiv

    Vom 18. August bis zum 3. Oktober finden die Schlosslichtspiele wieder live und analog vor dem Karlsruher Schloss statt. "Unter dem Titel 'Das Leben in die Hand nehmen' werden wir sieben verschiedene künstlerische Arbeiten an der Fassade des Schlosses präsentieren. Darunter eine Komposition die vollständig von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurde, sowie den Sieger des von der BBBank ausgeschriebenen Newcomerpreises."

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    Foto: Lars Notararigo

    Trotz der von Szope hervorgehobenen inhaltlichen Vielfalt hätten die lumineszierenden Kunstprojekte eine bestimmte Botschaft gemeinsam: "Das Beisammensein trotz aller Unterschiede und die Vereinbarkeit vermeidlicher Gegensätze sind ein Leitmotiv der Festspiele. Ein Thema das heutzutage kaum wichtiger und aktueller sein könnte."

    Doch gerade dieses Beisammensein müsse unter den Zuschauern eingeschränkt werden. Trotz einer verbesserten Corona-Situation seien auch bei diesen Festspielen Schutzmaßnahmen nötig.

    Eine Illumination der gesamten Innenstadt - Das Karlsruher Light Festival

    "Bisher luden die Schlosslichtspiele dazu ein, sich einen ganzen Abend lang vor der Schlossfassade einzurichten und das Spektakel dicht an dicht zu bestaunen", sagt Oberbürgermeister Mentrup. Das sei mit den aktuell vorherrschenden Abstandsregelungen wohl kaum möglich.

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    Foto: Lars Notararigo

    "Statt eine große Menschenmenge zum Verweilen einzuladen haben wir uns entschlossen, die Veranstaltung zu dezentralisieren und somit potenzielle Massenaufgebote im Vorfeld aufzubrechen."

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    Foto: Paul Needham

    Auch KME-Geschäftsführer Martin Wacker spricht sich für diese Idee aus, vor allem deshalb, da das Modell der Dezentralisierung sich bereits bei anderen Events während der Corona-Zeit als zuverlässig erwiesen habe.

    "Wir wollen die Leute an ihre eigene Verantwortung erinnern"

    "Aus diesem Grund werden die Karlsruher Schlosslichtspiele in das übergeordnete Light Festival eingebettet. Dieses Light Festival steht über der gesamten Veranstaltung und wird in der gesamten Innenstadt an insgesamt elf Spielorten die Häuserfassaden mit künstlerischen Sequenzen illuminieren", sagt Wacker. "Der Eintritt ist allerorts frei."

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    Foto: Lars Notararigo

    Eine Eventburg sowie Buden, Preisverleihungen oder Gastronomie vor dem Schloss werde es diesjährig allerdings nicht geben. Ebenso sei die Dezentralisierung alleine kein ausreichendes Sicherheitskonzept, weshalb man sich auch auf andere Sicherheitsmaßnahmen beriefe.

    Am Schloss nur wenige Shows

    "Damit die Leute erst gar nicht in Versuchung kommen, sich zu lange vor dem Schloss aufzuhalten, wird es jeden Abend nur drei bis vier Lichtshows von zirka 45 Minuten geben, die sich jedes Mal wiederholen", erklärt der ZKM-Sicherheitsbeauftragte Thomas Sauer.

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    Foto: Lars Notararigo

    Man könne sich das Ganze vorstellen wie im Kino. "Außerdem planen wir, zwischen den Vorstellungen immer wieder die Sicherheitsbestimmungen zu übertragen. Außerdem haben wir eine Vielzahl von Ordnungsdienst-Mitarbeitern eingeplant, die die Einhaltung der Corona-Regeln überprüfen wird - besonders an den beliebten Hotspots im Schlosshof. Bei Verstößen planen wir aber, die Leute zunächst freundlich auf die Regeln hinzuweisen", so der Sicherheitsbeauftragte. "Wir wollen die Leute an ihre eigene Verantwortung erinnern."

    "18 Millionen Euro Umsatz für Gastronomen und Einzelhändler"

    Sollten diese Maßnahmen nicht genügen, sehe sich das ZKM gezwungen "die Vorstellung abzubrechen. Wenn auch nicht, ohne im Nachhinein zu erklären, warum", sagt Sauer. Dies sei für keine der beteiligten Parteien ein wünschenswertes Ergebnis, insbesondere da die Schlosslichtspiele sowohl wirtschaftlich als auch kulturell ein unverzichtbarer Teil des Karlsruher Fremdenverkehrs seien.

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    Foto: Lars Notararigo

    "Das deutsche wirtschaftswissenschaftliche Institut für Fremdenverkehr hat errechnet, dass die Schlosslichtspiele 2019 rund 18 Millionen Euro Umsatz für Gastronomie und Einzelhändler abwarfen", berichtet OB Frank Mentrup. Dies sei durch teilweise internationalen Tourismus erreicht worden, der zu den Schlosslichtspielen angereist sei. Auch mit dem Light Festival solle eine hohe Umsatzbilanz erreicht werden.

    "Zusätzlich ist diese Veranstaltung ein kulturelles Highlight unserer Stadt und mit dafür verantwortlich, dass Karlsruhe auf die Liste der Unesco Cities of Media Arts gesetzt wurde", fährt Mentrup fort. Auch deshalb entschied sich die KME Laut Martin Wacker, die Spiele in jedem möglichen Fall abzuhalten und seien sie auch durch das Light Festival gestreut. "Wir gehen in eine Festivalzeit, von der wir sagen können, dass sie anders sein wird, aber sie wird die Menschen trotzdem begeistern", so seine Worte.

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