Peter Putzing

Es war etwas überraschend, dass Kyoung Rok Choi beim KSC-Spiel in Hannover in der ersten Elf stand. Er rückte ins Team, weil mit Malik Batmaz und Mikkel Kaufmann zwei Angreifer wegen eines Infektes nicht einsatzfähig waren.

Eichner setzt auf Chois Kreativität

Choi spielte neben Fabian Schleusener im Angriff, als zweite Spitze - nicht gerade seine Lieblingsposition. Der letzte Startelfeinsatz des Koreaners war lange her. Am 8. Mai 2022 stand der Edeltechniker letztmals beim Anpfiff eines Zweitligaspiels auf dem Rasen.

Jerome Gondorf (KSC 8) im Duell mit Kyoung-Rok Choi (KSC 11)
Trainer Christian Eichner hatte den Koreaner bei den 96gern gebracht, weil er auf dessen Kreativität hoffte. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Trainer Christian Eichner hatte den Koreaner bei den 96gern gebracht, weil er auf dessen Kreativität hoffte. Der 27-jährige Offensivspieler brauchte ein paar Minuten, ehe er auffällig wurde. Es war in Minute zehn, da setzte er das erste kleine Ausrufezeichen - mit einem tollen Pass auf rechts.

Karlsruhes Trainer Christian Eichner gestikuliert.
Karlsruhes Trainer Christian Eichner gestikuliert. | Bild: Swen Pförtner/dpa

Sebastian Jung flankte, mehr wurde es leider nicht. In Halbzeit eins war Choi anfangs nicht sehr auffällig. Aber: Er lief viel, half in der Defensive aus. Doch spielerische Akzente konnte er selten setzen. Von Choi war in der Offensive wenig zu sehen. Aber: Wenn die Badener gefährlich wurden, dann war Choi mit dabei.

Choi taut auf

Die größte KSC Gelegenheit hatte Fabian Schleusener. Choi spielte einen tollen Pass auf „Schleuse“, der entwischte der 96 Abwehr, stand alleine vor Keeper Ron Robert Zieler - aber der parierte prächtig. Der Abpraller kam zu Paul Nebel, doch der war nicht entschlossen genug.

Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Training
Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Training. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Kurz nach dem Seitenwechsel schlich sich der Koreaner rechts frei, bekam die Kugel. Ein cleverer Pass auf den mitgeteilten Jung, doch dessen Hereingabe fand keinen Abnehmer. Choi danach spielfreudiger, selbstbewusster. Er taute immer mehr auf.

Da ist noch Luft nach oben

Schöne Direktpässe, mit Risiko gespielt. Er tunnelte gar einen 96ger. Als er müde wurde, so nach 70 Minuten, nahm ihn Trainer Eichner vom Feld. Fazit: wenn der KSC für Torgefahr sorgte, dann war Choi dabei, dann hat der 27-Jährige die Fäden gezogen – sprich: war in der Vorbereitung involviert.

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Aber klar ist auch: Da ist noch Luft nach oben. Gesamtpassquote der Badener lag bei mäßigen 67 Prozent. Choi war da mit einer Passquote von 80 Prozent um vieles besser. Etwas mehr als acht Kilometer hat er abgespult, einen Torschuss abgegeben. Insgesamt dürfte dieser Auftritt reichen, um gegen Kiel erneut in der ersten Elf zu stehen.