Dass der Karlsruher SC bei einer Niederlage am Sonntag gegen Aufsteiger Magdeburg einen furchtbaren Fehlstart hinlegen würden, an so etwas verschwendet Trainer Christian Eichner keinen Gedanken. "Meine Konzentration gilt der Partie gegen Magdeburg. Es gilt positiv zu bleiben."

"Wir geben allen Stärke und Glaube"

Alle müssten stark bleiben, müssen zusammenhalten und schauen, "dass wir nach und nach verletzte Spieler zurückbekommen und einbauen können." Der Coach muss sein KSC Team nach der der heftigen 0:5 Klatsche in Paderborn wieder aufbauen.

Florent Muslija (2.v.r) erzielte bei Paderborns Sieg gegen den KSC das erste Tor.
Florent Muslija (2.v.r) erzielte bei Paderborns Sieg gegen den KSC das erste Tor. | Bild: Friso Gentsch/dpa

Der in der letzten halben Stunde chaotische Auftritt der Badener in Westfalen wurde analysiert, aufgearbeitet und ist - verarbeitet. "Wir geben allen Stärke und Glaube. Wir hatten gefährlichere Situationen als im Moment", sagt Eichner. Keine öffentliche Kritik an bisweilen beängstigende schwache Leistungen einzelner.

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Eichner hält seine schützende Hand über das Team. Sein Motto, um in die Erfolgsspur zu kommen heißt: Arbeiten, arbeiten und nochmals arbeiten. Nach einem 0:5-Debakel muss eigentlich etwas geändert werden. Personell oder auch taktisch. Doch allzu viel wird beim KSC nach der Blamage in Paderborn beim Spiel gegen Aufsteiger Magdeburg nicht erneuert.

Was ist mit Rapp und Kaufmann? 

Zum einen, weil dem Trainer durch die Masse an verletzten Spielern Alternativen in größerem Maße fehlen. Zudem wurde das Lazarett noch größer. Die Nachrichten über "Wundertütenstürmer" Simone Rapp, den keiner kannte, der für eine sechsstellige Ablöse aus seinem Vertrag bei einem Schweizer Zweitligisten gekauft wurde, überschlagen sich.

Simone Rapp
Simone Rapp | Bild: Thomas Riedel

Zuerst: Bandscheibenvorfall - Operation unvermeidbar. Monatelanger Ausfall. Dann: Operation ja – aber nur eine kleine, nur ein paar Wochen Pause. Dann: Keine Operation, es könnte auch so gehen... der bald 30-Jährige könnte kurzfristig gar eine Option am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den 1. FC Magdeburg sein.

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Sollte er schmerzfrei sein… Und wenn nicht? Dann vielleicht doch eine große Operation, monatelanger Ausfall… Alles undurchsichtig. Wenig förderlich, um mit Rapp, der in der Vorbereitung überzeugte, planen zu können.

"Spiel hat keine Harakiri-Folgen"

Besonders großes Pech: der andere Neuzugang für das Sturmzentrum Mikkel Kaufmann musste wegen einer heftigen Erkältung mit dem Training aussetzen. Der Däne dürfte wohl gegen den Aufsteiger Magdeburg nicht für 90 Minuten einsatzfähig sein. Außer den wohl wegen erneuter Ausfälle erzwungenen Umstellungen wird Eichner das Team nicht durcheinander würfeln.

Mikkel Kaufmann
Mikkel Kaufmann | Bild: Mia

Der Coach schließt eine Wechselorgie aus. Trotz der höchsten KSC-Auftaktniederlage seit Gründung der Bundesliga. "Das Spiel hat keine Harakiri-Folgen. Wir schauen auf das Training und werden die Elf auf das Spielfeld schicken, von der wir überzeugt sind, dass sie gewinnen kann."

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Wenig Umstellungen auch, weil man sich an der Leistung, die der KSC fast eine Stunde im Spiel in Westfalen zeigte, orientiert und - aufbaut. Da hielt sich das Team an den vorgegebenen Plan, agierte diszipliniert und lies dem SCP kaum eine gute Gelegenheit.

Bruch nach Rückstand

"Das 1:0 führte zu einem Bruch, dann haben wir den Plan aufgegeben", sagt der Coach. Nach einem fatalen Rückpass von Philip Heise, der die Führung der Gastgeber brachte, brach die Elf auseinander. Dann nahm der Chaosauftritt seinen Lauf.

Philip Heise (KSC 16) rettet den Ball vor dem Aus: Im Test gegen Freiberg trug der KSC noch das Trikot der abgelaufenen Saison.
Philip Heise (KSC 16) rettet den Ball vor dem Aus: Im Test gegen Freiberg trug der KSC noch das Trikot der abgelaufenen Saison. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Möglich, dass Heise eine Denkpause bekommt. Der Linksfuß ist ein toller Techniker, der aber oft die schwierigere und meist gefährliche Lösung wählt, auch um zu zeigen welches Potenzial er hat, welch fußballerische Klasse, ohne das eigene Tor schnörkellos zu schützen. Eichner will die Trainingswoche abwarten und sich nicht an Spekulationen beteiligen.

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Die Frage die im Wildpark gestellt wird heißt: Ohne Heise ist die individuelle Qualität geringer. Aber wird das Team dadurch schlechter - oder gar besser? Die Gretchenfrage: Mehrwert durch weniger Qualität aber mehr Einfach- und Klarheit.

KSC zeigt Heimschwäche gegen Aufsteiger

Eichner hat den FCM am Fernseher bei dessen Auftaktniederlage gegen Düsseldorf beobachtet, war angetan vom Team der Sachsen. "Immer wieder aktiv, immer wieder intensiv."

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Allerdings spricht die Statistik nicht für die Fächerstädter: Seit neun Heimspielen wartet der KSC auf einen Dreier gegen einen Aufsteiger, die jüngsten sechs Spiele zu Hause gegen einen solchen endeten jeweils remis.