Die Liste der verletzten Innenverteidiger beim KSC ist lang, sehr lang. Mit Marcel Franke ist nur noch ein gelernter zentraler Abwehrspieler absolut fit. Daher soll - besser: Muss, denn alles andere wäre fahrlässig - ein neuer zentraler Abwehrspieler her. Sich darauf zu verlassen, dass die "Wunderheilung" von Routinier Daniel Gordon Bestand hat, wäre fatal.

Wie fit ist Gordon?

"Gordi" war nur ein paar Tage nach einem vom Club vermeldeten Muskelfaserriss wieder einsatzfähig. Sein Teamkollege Felix Irorere, bei dem zunächst die gleiche Verletzung vermeldet wurde, fehlt seit fast einem Vierteljahr. Eine Sehne soll laut Coach Eichner in Mitleidenschaft gezogen worden sein. Daher: Der Druck einen Innenverteidiger zu holen ist groß.

Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball.
Daniel Gordon (KSC 3) schießt den Ball. | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Dennoch: Wenn man die Kosten für einen Neuen anschaut, dann denkt man unwillkürlich an das Motto: Koste es was es wolle. Was ka-news.de schon vor zwei Wochen, vermeldete scheint jetzt über die Bühne zu gehen. Die KSC-Suche nach einem Innenverteidiger geht auf die Zielgerade.

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Wie gemeldet wird es wohl Stephan Ambrosius vom Hamburger SV sein, der die Lücke im KSC-Abwehrbereich schließen soll. Ambrosius ist im Anflug auf den Wildpark. Der 23 Jahre alte Abwehrspieler soll vom Ligakonkurrenten Hamburger SV ausgeliehen werden.

Kosten wohl bei 500.000 Euro

Die KSC-Kosten für dieses Leihgeschäft, das bis Ende der Saison, ohne Kaufoption laufen soll, dürften bei fast einer halben Million Euro liegen. Ambrosius machte das Rennen gegenüber dem anderen Kandidaten Robin Bormuth. Dafür gibt es Gründe.

Bormuth von Paderborn loszueisen soll im Paket teurer gewesen sein, als Ambrosius vom HSV zu bekommen. Ambrosius hatte beim HSV wohl keine Chancen auf Einsatzzeiten, die von Bormuth beim SCP sind besser.

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Und: Ambrosius hat ein großes Ziel, verzichte daher auf einiges. Der zweikampfstarke Innenverteidiger, der in der deutschen U21 Nationalelf spielte, sich dann aber für die Auswahl von Ghana entschied, will zur WM nach Katar.

Was passiert wenn alle wieder fit sind?

Der Nationalcoach Ghanas, Otto Addo, der viele Jahre in der Bundesliga spielte, soll ihm klar gesagt haben: "Wenn du Spielpraxis hast, dann bist du ein heißer Kader-Kandidat." Die hätte er beim HSV nach seiner langen Pause nach Kreuzbandriss Nummer zwei nicht bekommen. Beim KSC ist die Wahrscheinlichkeit wesentlich höher.

Christian Eichner, Cheftrainer beim Karlsruher SC.
Christian Eichner, Cheftrainer beim Karlsruher SC. | Bild: Lars Notararigo

Aber: was passiert, wenn Ambrosius beim KSC spielt – dann aber der lange gesetzte Christoph Kobald zurückkehrt? Nimmt dann Ambrosius klaglos auf der Bank Platz und sieht von dort ruhig seine WM-Chancen schwinden? Oder: ist dann im Wildpark Unruhe programmiert?

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Trainer Christian Eichner sieht solche Situationen immer gelassen, sieht das große Ganze. Er ist sicher, dass ein hohes Niveau im Training, ein harter Konkurrenzkampf die Leistung aller nach oben puscht. Zudem: Einmal in der Innenverteidigung die Qual der Wahl zu haben - das wäre ein neues, schönes Gefühl für "Eiche."