Michael Geißler sei sich darüber bewusst gewesen, dass die nahe Zukunft des Karlsruher Klinikums von massiven Problemen bestimmt sein wird - aber durchaus Raum für Optimismus bietet. Das gelte für nahezu alle Bereiche des Krankenhausbetriebs, schlage sich aber ganz besonders beim Thema Corona nieder.

Michael Geißler, Medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe.
Michael Geißler, Medizinischer Geschäftsführer des Städtischen Klinikums Karlsruhe. | Bild: Lars Notararigo

"Mittlerweile ist Covid-19 bei unseren Patienten sogar recht gut unter Kontrolle zu halten", erklärt Geißler. "Dank den gegen die Omikron-Mutante ausgerichteten Impfung und der stark fortgeschrittenen Durchseuchung hat sie die Gefahr einer Infektionskette im Krankenhaus stark verringert. Insbesondere deshalb, da wir sehr dezentral Operieren und behandeln."

Bettenverlust durch ausfallende Mitarbeiter

Akute Gefahr für die Patienten sehe Geißler im Regelfall also kaum. "Natürlich kann man es nie ganz ausschließen, dass sich ein Patient hier im Krankenhaus ansteckt, aber hier im Klinikum Karlsruhe haben wir 2022 keine Infektionsketten nachgewiesen", sagt er. "Wenn überhaupt holen sich die Menschen das Virus außerhalb im privaten Umfeld - und dort beginnt unser eigentliches Problem mit Corona."

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Statt der Patienten seien es nämlich vor allem die Mitarbeiter - insbesondere die Pflegekräfte - die sich infizieren. "Dass wir einen Mangel an Pflegekräften hier im Klinikum haben, ist nichts Neues. Ebenso wenig, dass wir bei zu vielen Ausfällen Betten streichen müssen und nicht in unserer vollen Kapazität behandeln können. Leider dauert dieses Problem noch immer an", erklärt Geißler.

"Wer jetzt noch nicht geimpft ist, lässt sich auch nicht mehr impfen"

Zusätzliche Impfungen könnten dieses Problem ohne Frage bekämpfen, doch da sehe Geißler leider kaum einen Anlass zur Hoffnung. "Die meisten sind ja schon geimpft - und genesen. Das dürfte die Omikron-Variante an einem schweren Verlauf hindern. Aber eine Ansteckung ist eben nie ganz auszuschließen. Besonders bei Kontakt mit ungeimpften Personen, die sich im Sommer angesteckt haben", meint er weiter.

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Dabei sei das Impfangebot in Karlsruhe noch nicht einmal ausgeschöpft. Geißler bezweifle nur, dass es wahrgenommen wird. "Seien wir ehrlich. Wer sich jetzt noch nicht impfen gelassen hat, der lässt sich auch nicht mehr impfen. Einige Schwachstellen wird es in dieser Hinsicht vermutlich immer geben. Dass die Personalausfälle weniger werden, glaube ich also nicht."

Über 200 Corona-Varianten weltweit

Und diese Aussagen gelten in erster Linie für die Omikron-Mutante. Andere Varianten seien derzeit auf dem Vormarsch. "Auf der ganzen Welt gibt es über 200 Corona-Varianten. Sicher, die Omikron Variante ist dominierend, doch ob das so bleibt und wann sich das ändert, ist unmöglich vorauszusagen", so Geißler.

Die Zukunft erscheint beim Thema Covid-19 also ebenso nebulös wie alle anderen Aspekte des Krankenhausbetriebs auch, wie der medizinische Geschäftsführer bestätigt.

 
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