Seit der ersten Corona-Infektion in Karlsruhe hat sich in Sachen Pandemiegeschehen einiges verändert. Die Mund-Nasen-Maske ist ein ständiger Begleiter geworden, Corona-Schnelltests oder PCR-Tests sind mittlerweile Standard und gegen den Corona-Virus gibt es in Europa aktuell fünf zugelassene Impfstoffe. 

Wie hoch ist das Risiko an Corona zu erkranken?

Eine Sache hat sich in nun fast zwei Jahren Corona-Pandemie nicht verändert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) ist federführend bei der Informationsbereitstellung rund um den Erreger SARS-CoV-2. Das RKI veröffentlicht regelmäßig eine Risikoeinschätzung zur weiteren Ausbreitung des Corona-Virus.

Die aktuelle Risikoeinschätzung des RKI (Stand: 29. Juni 2022):

"Das Robert Koch-Institut schätzt die derzeitige Gefährdung durch COVID-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als hoch ein." Hier geht es zur Corona-Risikoeinschätzung des RKI.

Corona-Vorkehrungen für den Herbst 2022: Das ist bekannt

Am 22. Juni 2022 kamen die Gesundheitsminister für eine Konferenz in Magdeburg zusammen. Debattiert wurde über das weitere Vorgehen in der Corona-Pandemie. Nach Angaben von Focus Online gebe es drei Szenarien, wie sich die weitere Pandemie entwickeln könne:

  1. Günstiges Szenario: Die neue Variante breitet sich aus, verläuft jedoch mild. Härtere Maßnahmen, wenn überhaupt, nur für Risikogruppen
  2. Mittelschweres Szenario: Die dominierende Variante sorgt für ähnlich schwere Verläufe wie die vorherrschenden Omikron-Subvarianten. Maskenpflicht und Abstandsregeln könnten wieder notwendig werden.
  3. Ungünstiges Szenario: Neue Variante breitet sich aus, die schwere Verläufe auslöst und den Impfschutz umgeht. Harte Maßnahmen bis Frühjahr 2023.

Die Experten gehen derweil davon aus, dass das zweite Szenario wohl in Kraft treten wird. Aus diesem Grund hatte Karl Lauterbach bereits vorab einen Sieben-Punkte-Plan für den Herbst vorgestellt. Bis zum 23. September soll außerdem ein neues Infektionsschutzgesetz auf den Weg gebracht werden. Auch der digitale Ausbau von Kliniken und Gesundheitseinrichtungen, die Maskenpflicht in Innenräumen und der Ausbau der Impfkampagne werden sich wohl als Herbst-Maßnahmen integrieren.-

Vorbereitungen Corona Herbst 2022 in Baden-Württemberg

Das Land Baden-Württemberg will indessen gut vorbereitet in den Herbst starten und plant unter anderem, die Impfkampagne weiter voranzutreiben, ein gezieltes Monitoring und ein "professionelles, scharf kontrolliertes Testen" im Bereich der vulnerablen Gruppen. Am 26. Juli wurde dazu eine Gemeinsame Erklärung der AG Corona zum Pandemiemanagement im Herbst und Winter 2022/23 unter Leitung des Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Integration vorgelegt.

Darüber hinaus wird die Bevölkerung aufgerufen, sich rechtzeitig um eine Impfung beziehungsweise um eine Auffrischungsimpfung zu kümmern. Diese sollen von den niedergelassenen Ärzten durchgeführt werden. Ebenso müsse "die Offenhaltung von Bildungseinrichtungen sowie Freizeit-, Sport- und kulturellen Angeboten oberste Priorität haben", heißt es in dem Schreiben.

Das Impfkonzept für den Herbst/Winter 2022/23 sieht für Baden-Württemberg Impfangebote ohne staatliche Impfstrukturen vor. Impfangebote sollen über das Regelsystem (sowohl ca. 7.000 Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte,in denen geimpft wird,als auchzusätzlich Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Apotheken) abgedeckt werden.

Welche Einschränkungen gibt es gerade wegen Corona?

Aufgrund der Corona-Pandemie kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. Aktuell gelten die meisten Corona-Regeln als aufgehoben. Betriebe können allerdings von ihrem Hausrecht Gebrauch machen und einen 3G-Nachweis verlangen. Des Weiteren gilt an vereinzelten Orten noch die Maskenpflicht. Zu einer Übersicht über die aktuellen Corona-Regeln in Baden-Württemberg geht es hier.

Anpassung Corona-Regeln ab 2. Mai

Für den 2. Mai wurde in Baden-Württemberg erneut die Corona-Verordnung angepasst. Demnach wurden folgende Änderungen beschlossen:

  • Verlängerung der Verordnung bis zum 30. Mai 2022.
  • Aufhebung der Maskenpflicht in Zahnarztpraxen
  • Ordnungsamt stellt ab dem 3. Mai keine Absonderungsbescheinigungen mehr aus

Corona-Regeln ab 3. April

Bund und Länder peilen an, sämtliche Alltagsbeschränkungen zum 20. März aufzuheben. Denn: Zum 19. März laufen die Corona-Regeln aus. Dennoch sollen auf Bund- und Länderebene weiterhin das Erlassen von Schutzmaßnahmen möglich sein, um ein mögliches Aufflammen von Corona zu unterbinden. Das wurde beim letzten Corona-Gipfel im Februar durch die Einführung eines dreistufigen Öffnungsplans beschlossen.

Zum 3. April fallen nach über zwei Jahren Corona-Regeln nahezu alle Schutzmaßnahmen weg. Diese beinhaltet auch die Maskenpflicht in Innenräumen. Darauf hat sich das Land Baden-Württemberg am Dienstag, den, 29. März 2022, verständigt. Die sogenannte Hotspot-Regelung will das Land ebenfalls nicht umsetzen. Das heißt: Masken- und Testpflicht sind nur noch zum Beispiel in medizinischen Einrichtungen und im Öpnv zu beachten.

Diese Vorkehrungen sollen voraussichtlich noch bis Anfang Mai gelten.

Corona positiv: Wie lange muss ich in Quarantäne? 

Seit dem 1. Mai gelten bei der Isolation und Quarantäne neue Regelungen. Heißt: Corona-Infizierte müssen nicht mehr 10 Tage, sondern nur noch fünf Tage in Quarantäne.

Ab Anfang Mai ist im Südwesten ein abschließendes Freitesten nach fünf Tagen für die meisten Menschen nicht mehr nötig, sofern sie zwei Tage lang keine Symptome mehr hatten. Ausnahmen gibt es für Personal in Kliniken oder Pflegeheimen.

Für Infizierte und Kontaktpersonen gilt: Ohne Test ist die Quarantäne nach fünf Tagen beendet. 

Regeln für Infizierte

  • Generell: Entlassung nach fünf Tagen mit negativen PCR- oder Schnelltest
  • Für Personal von Krankenhäusern oder ähnlichem: Entlassung nach fünf Tagen, wenn 48 Stunden ohne Symptome und mit negativem PCR-Testergebnis. Seit dem 4. März ist auch ein negativer Schnelltest ausreichend, sofern die Versorgung von betreuungsbedürftigen Personen nicht mehr gewährleistet ist.
  • Kinder, Jugendliche: Entlassung nach fünf Tagen mit negativen PCR- oder Schnelltest

Regeln für Kontaktpersonen

  • Eine Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten ist seit dem 1. Mai freiwillig werden

2G, 2G plus, 3G - Was bedeuten die verschiedene "G-Regeln"?

  • 3G - geimpft, genesen, getestet (PCR-Test)
  • 2G - geimpft oder genesen
  • 2G plus - geimpft oder genesen und zusätzlich ein negativer Antigentest
  • Test-Ausnahmen: Wer nachweisen kann, dass eine vollständige Corona-Impfung oder eine Genesung nicht länger als drei Monate zurückliegt, braucht sich in der Alarmstufe II nicht zusätzlich testen lassen. Dasselbe gilt für Personen, die bereits ihre Booster-Impfung erhalten haben. Kinder bis einschließlich 7 Jahre, die noch nicht eingeschult sind, sind ebenfalls befreit.
    Personen, für die es keine Impfempfehlung der Stiko gibt, und Personen, die sich nicht impfen lassen können, müssen einen negativen Antigentest vorweisen. Dasselbe gilt für Personen bis einschließlich 17 Jahre, die nicht mehr zur Schule gehen.

Wo erhalte ich mehr Infos zur aktuellen Corona-Lage?

Was sind wichtige Parameter in der Corona-Pandemie?

Als einer der wichtigsten Parameter in der Corona-Pandemie hat sich die Sieben-Tage-Inzidenz etabliert. Sie gibt an, wie viele Menschen einer/eines Stadt/Gemeinde/Bundeslandes/Landes pro 100.000 Einwohner sich in den letzten sieben Tagen mit dem Virus infiziert haben. 

Beispiel: Liegt die Sieben-Tage-Inzidenz bei 100 haben sich in den vergangenen sieben Tagen 100 von 100.000 Bewohnern infiziert. Macht bei einer Million Einwohner, 1.000 Infizierte. Die meisten anderen Kennzahlen wie die Hospitalisierungsinzidenz sind von der Sieben-Tage-Inzidenz abgeleitet. Die Hospitalisierungsinzidenz gibt an wie viele Menschen pro 100.000 in den vergangenen sieben Tagen wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kamen.

Ein weiterer Indikator für die Corona-Situation ist die Belegung der Intensivbetten. Diese wird in absoluten Zahlen angegeben und ist der wichtigste Indikator im Stufenmodell der baden-württembergischen Landesregierung. 

Das Stufenmodell der Landesregierung wurde infolge der neuen Corona Verordnung vom 19. März aufgehoben.

Zuvor hat  sich dieses folgendermaßen untergliedert:

  • Basisstufe: Hospitalisierungsinzidenz unter 4,0 oder weniger als 249 Corona-Intensivpatienten
  • Warnstufe: Hospitalisierungsinzidenz über 4,0 oder mehr als 250 Corona-Intensivpatienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen
  • Alarmstufe: Hospitalisierungsinzidenz über 15,0 und mehr als 390 Corona-Intensivpatienten an zwei aufeinanderfolgenden Werktagen

Wo gibt es aktuelle Corona-Zahlen für Karlsruhe?

Auf den folgenden Portalen können die jeweils tagesaktuellen Zahlen abgerufen werden. Achtung: Aufgrund von Meldeverzögerungen, Wochenende oder Feiertagen kann es zu Unterschieden bei den verschiedenen Portalen kommen.

Wie ist die Corona-Lage in Karlsruhe?

Die aktuelle Lage in Karlsruhe ist soweit entspannt, dass das Landratsamt Karlsruhe und die Stadt Karlsruhe das Corona-Informationsportal bald deaktivieren werden. Gleichzeitig werden aber auch die Impfungen im Ettlinger Tor wieder hochgefahren, um einer möglichen Corona-Welle im Herbst zuvorzukommen. 

Auch im Städtischen Klinikum Karlsruhe werden die Corona-Patienten immer weniger, weshalb die Patientenanzahl auch nicht mehr über Webseite abrufbar ist. 

Verlauf der Corona-Intensivpatienten in Baden-Württemberg:

  • Donnerstag: 23. Juni, um 16 Uhr: 89
  • Dienstag: 08. Juni, um 16 Uhr: 81
  • Donnerstag: 12. Mai, um 16 Uhr: 113
  • Montag: 09. Mai, um 16 Uhr: 124

Die Corona Impfung

Aktuell sind in Europa fünf Impfstoffe gegen das Corona-Virus zugelassen. Zwei mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna, zwei Vektorimpfstoffe von AstraZeneca und von Johnson und Johnson und seit dem 20. Dezember der Proteinimpfstoff von Novavax. Experten raten dringend zu einer Impfung, da diese das Risiko einer Infektion und eines schweren Verlaufs erheblich reduziert. Auf den folgenden Portalen gibt es ausführliche und seriöse Informationen zur Corona-Schutzimpfung.

Mit den Impfstoffen von Pfizer und Moderna werden derweil auch Booster-Impfungen angeboten. Ein an Omikron angepasster Impfstoff sollte im April 2022 auf den Markt gebracht werden, doch dies scheint sich nun zu verzögern. 

Seit dem 19. Januar gelten Personen, die sich mit dem Impfstoff von Johnson&Johnson haben impfen lassen, erst als grundimmunisiert, wenn sie eine zweite Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben. Mehr Details zur Regelung gibt es hier.

Seit dem 8. Februar werden auch die Apotheken bei den Corona-Impfungen mit eingebunden. Welche Apotheken in Karlsruhe und Umgebung impfen, erfahrt ihr hier. Seit dem 16. März 2022 besteht außerdem eine Teil-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen. Eine allgemeine Corona-Impfpflicht ist nach dem derzeitigen Kenntnisstand vom Tisch.

Wo kann ich mich in Karlsruhe gegen Corona impfen lassen?

Die Impfkampagne begann in Deutschland in speziell dafür ins Leben gerufenen Impfzentren. Diese haben mittlerweile geschlossen. Generell ist es nun möglich, sich bei verschiedenen Impfstützpunkten, Hausärzten oder bei verschiedenen Impfaktionen impfen zu lassen.

Die folgenden Links verweisen auf verschiedene Übersichten zu Impfstellen in Karlsruhe. Über gesonderte Impfaktionen informieren wir regelmäßig auf ka-news.de. Wenn Sie unsicher sind, ob ihr Hausarzt gegen Corona impft, setzen Sie sich direkt mit ihm in Verbindung.

Bitte beachten: Wir stellen hier lediglich die Information und Weiterleitung zu Impfterminen zur Verfügung. Wir haben keinen Einfluss darauf, ob und wie viele Termine jeweils verfügbar sind. Die Termine werden regelmäßig von der entsprechenden Stelle eingestellt oder aktualisiert.

Das Impfkonzept für den Herbst/Winter 2022/23 sieht für Baden-Württemberg Impfangebote ohne staatliche Impfstrukturen vor. Impfangebote sollen über das Regelsystem (sowohl ca. 7.000 Praxen niedergelassener Ärztinnen und Ärzte,in denen geimpft wird,als auchzusätzlich Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Apotheken) abgedeckt werden.

Ich habe keine Beschwerden, aber spezifische Fragen zu Corona in meinem Stadt- und Landkreis - wen kann ich anrufen?

  • Städtische Hotline 0721/133 33 33 montags bis samstags von 8 bis 16 Uhr
  • Kassenärztliche Vereinigung: 116 117 rund um die Uhr 
  • Landesgesundheitsamt: 0711/904 39 555 montags bis sonntags von 9 bis 18 Uhr
  • Psychosoziale Hotline: 0721/133 13 13 montags bis samstags von 9 bis 16 Uhr

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Dieser Artikel wird fortlaufend aktualisiert.

 

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