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"Wenn man beispielsweise am Hirtenweg mit der Linie 6 über die Tullastraße zum Marktplatz fährt, dann dauert das jetzt 12 Minuten - fährt man mit der 4 oder S2 direkt hin, dann dauert es ohne die Schleife nur acht Minuten", führt der ka-Reporter aus. Der Umweg, um in den Tunnel zu gelangen, so seine Rechnung, dauere damit vier Minuten pro Fahrt. "Das ist für Berufspendler ein Verlust von rund acht Minuten täglich!"

Kann das sein? Müssen sich Fahrgäste künftig mit Fertigstellung der Kombilösung auf längere Bahnfahrten innerhalb der Karlsruher Innenstadt einstellen? Ist man ohne Tunnel schneller?

Endgültiger Linienplan steht noch nicht fest

Genaue Angaben könne man vonseiten der Kasig nicht machen, was die Streckenzeiten angehe. Das liege daran, dass das im Internet einzusehende Liniennetz nur ein vorläufiges sei - "der Fahrplan hat den Stand von 2004", so ein Kasig-Sprecher gegenüber ka-news. Von Erweiterungen, die Auswirkungen auf den Fahrplan haben, sei langfristig aufgrund der boomenden Stadtteilentwicklung auszugehen, so die Kasig weiter. Ein Beispiel dafür seien die aktuellen Erweiterungen auf der Tramlinie 2 in Knielingen. So könne man derzeit noch keinen endgültigen (Zeit-)Plan für 2019 erstellen.

Genau dieser Fakt ist auch dem Fahrgastverband Pro Bahn ein Dorn im Auge. In einem offenen Brief sprechen sich die Karlsruher Mitglieder dafür aus, die Gleise in der Kaiserstraße zwischen Europaplatz und Kronenplatz zu erhalten. Hintergrund dieser Forderung: Fahrgäste die vom Hauptbahnhof oder aus der Karlstraße kommend zum Marktplatz wollen, sollen auch in Zukunft nicht umsteigen müssen. Gleiches stellt sich Pro Bahn für die Pendler aus Richtung Rüppurrer Straße vor.

Pro Bahn fordert Gleise in künftiger Fußgängerzone

"[Wir sind] nämlich der Meinung, dass das mehrere 100-Millionen-Euro-Projekt nicht am Ende noch Nachteile für die Fahrgäste haben darf. Zwei verbleibende Straßenbahnlinien in der Kaiserstraße dürften eher eine Belebung für die Innenstadt bedeuten als eine nach dem totalen Verschwinden der Straßenbahn besonders abends zu veröden drohende City", so heißt es weiter.

Eine Fußgängerzone in der letztlich doch Straßenbahnen verkehren? Keine ernstzunehmende Alternative für die Verantwortlichen der Kombilösung. "Zwischen Europaplatz und Kronenplatz ist eine reine Fußgängerzone geplant - und dabei wird es auch bleiben", so Uwe Konrath, Geschäftführer der Kasig auf Nachfrage von ka-news.

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