Viele Bewohner von Karlsruhe fahren mit dem Rad. Klar, dass es da auch mal Unfälle geben kann. Doch leider haben die Zweiräder meistens das Nachsehen, wenn es zur Kollision mit einem Pkw kommt. Um zumindest das wertvollste zu schützen, was ein Radler in so einer Situation schützen kann, tragen viele während ihrer Touren einen Fahrradhelm. Viele aber eben auch nicht. 

"Autos und Fahrräder kann man nicht miteinander vergleichen"

Um also Frage zu klären, ob die Fahrradstadt Karlsruhe denn wirklich eine Helmpflicht benötigt, hat ka-news.de in einer nicht repräsentativen Umfrage bei denjenigen nachgefragt, die den Helm schlussendlich auch tragen müssten: die Bürger. Und die sind nicht wirklich einer Meinung.

Zum Themendienst-Bericht vom 13. April 2022: Fahrradfahren wird immer beliebter - das gilt offenbar auch für Fahrradhelme.
Zum Themendienst-Bericht vom 13. April 2022: Fahrradfahren wird immer beliebter - das gilt offenbar auch für Fahrradhelme. | Bild: Tobias Hase/dpa-tmn

Was auffällt: Während die "pro" Seite argumentiert, dass schließlich auch eine Gurtpflicht für Autofahrer und eine Helmpflicht für Zweiräder über 25 Stundenkilometer bestehe, pocht die "contra" Seite auf ihre Entscheidungsfreiheit. So findet unter unserem Facebook Eintrag eine rege Diskussion zwischen der Userin "Jasmin" und dem User "S Iosif" statt. 

"Für Motorrad und Rollerfahrer gilt eine Helmpflicht, dann sollte es auch für Radfahrer gelten. Ein kleiner Sturz ohne Helm kann schon schlimme Kopfverletzungen mit sich bringen. Dürfen wir als Verkehrsteilnehmer im Auto, Motorrad und Roller auch selbst entscheiden ob wir uns anschnallen oder einen Helm tragen? Ein Fahrradfahrer nimmt genauso am Straßenverkehr teil", schreibt Jasmin.

Das S-Pedelec von Moustache: Was wie ein Fahrrad aussieht, ist aber ein Kleinkraftrad, das einen Führerschein mindestens der Klasse AM ...
Manche Fahrräder sind eigentlich kleine Kleinkrafträder. Sie setzen einen Führerschein voraus und müssen mit einem Helm gefahren werden. | Bild: Stefan Weißenborn/dpa-tmn/Illustration

Ihrem Kontrahenten "S Iosif" ist dies aber zu vage und antwortet: "Ein Fahrrad kann nicht über 100 Stundenkilometer fahren, oder mehr. Du kannst die beiden nicht vergleichen. Es ist ein Spielzeug im Vergleich mit einem Auto."

"Die meisten Fahrradfahrer kennen rechts vor links nicht"

Ein weiterer Punkt, der bei der Diskussion aufkommt, ist das richtige Fahrverhalten. "Generell wäre eine Helmpflicht beim Rad und Scooter ratsam. Kleines Nummernschild wäre auch nicht verkehrt. Manchmal denken die Radler, sie haben Narrenfreiheit", schreibt beispielsweise "Moni".

Ist der Weg nicht befahrbar, etwa weil dort Scherben liegen, dürfen Radler auf die Straße ausweichen.
Ist der Weg nicht befahrbar, etwa weil dort Scherben liegen, dürfen Radler auf die Straße ausweichen. | Bild: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/ZB

In eine ähnliche  Richtung tendiert auch "Jessica", wobei sie sich gegen eine Helmpflicht ausspricht. Der Grund: "Der Helm sollte jeden selbst überlassen sein! Finde es eher wichtiger, dass Fahrradfahrer eine Prüfung ablegen. Den rechts vor links oder Schilder kennt die Mehrheit nicht." Auch "Ute" vertritt diese Meinung: "Dann sollten sie sich auch an die Verkehrsregeln halten, würde eventuell so manchen Sturz ersparen."

Doch nicht nur das Fahrverhalten der Radfahrer bekommt bei der Diskussion einiges ab. Auch die Autofahrer werden kritisiert. "Radfahrer sollen Helme tragen, gegen Autos die sie umnieten, aber Autofahrer müssen ihr Verhalten nicht anpassen", kommentiert ein anderer Leser sarkastisch.

"Jedes Handeln hat seine Konsequenzen"

Doch es gibt auch User, die bei dem Thema nicht unbedingt das Fahrverhalten kritisieren, sondern das Urteilsvermögen der Menschen. So zum Beispiel Facebook-User "Hart von Mann". Er schreibt: "Es geht nicht um eine fehlende Vorschrift. Ist irgendwie ein generelles Problem geworden, dass die Leute immer vergessen, dass jedes Handeln irgendwelche Konsequenzen hat. Gute wie schlechte."

Nach einem Unfall liegt ein zerstörtes Fahrrad auf der Straße. Nach Angaben des Verkehrssicherheitsrats waren 2018 29 Prozent aller bei ...
Nach einem Unfall liegt ein zerstörtes Fahrrad auf der Straße. Nach Angaben des Verkehrssicherheitsrats waren 2018 29 Prozent aller bei Unfällen getöteten Verkehrsteilnehmer Fußgänger und Radfahrer. | Bild: Arnulf Stoffel/dpa

Fazit: Die Meinungen der ka-news.de Community sind äußerst unterschiedlich, ob in Karlsruhe eine Helmpflicht sinnvoll wäre. Doch die Entscheidung darüber obliegt nicht den Kommunen, sondern dem Bund. Und da gibt es bislang keine Erkenntnisse darüber, ob sich an der "Nicht-Helmpflicht" für Radler in Zukunft etwas ändert. Lediglich für in Paragraph 21a der Straßenverkehrsordnung definierte Fahrzeuge gilt in Deutschland eine gesetzliche Helmpflicht. Dies betrifft unter anderem für Motorräder, Trikes und Quads. 

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Doch es gibt auch eine gute Nachricht. Trotz des tragischen Unfalls in der Baumeisterstraße geht die Zahl der Fahrradunfälle in Karlsruhe immer weiter zurück. Das besagt die Karlsruher Verkehrsstatistik aus dem Jahr 2021.

 
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