Die Baustellen zur Kombilösung haben den Karlsruher Marktplatz derzeit von fast allen Seiten fest im Griff. An einen Christkindlesmarkt ist da gar nicht zu denken. Alternativ-Standorte müssen also her: Schlossplatz, Friedrichsplatz, Stephanplatz oder doch ganz woanders? Das Thema spaltet die Karlsruher. Nun haben sich die Standbetreiber des Karlsruher Weihnachtsmarktes zu Wort gemeldet.
Schausteller: Bürger profitieren von zentralem Christkindlesmarkt
In einem Brief an die Mitglieder des Gemeinderats unterstreichen die Mitglieder die Wichtigkeit eines Übergangsstandorts. Kunsthandwerker, Gastronomen und andere Schausteller plädieren dabei für den zentralen Friedrichsplatz vor dem Naturkundemuseum.
"Die Entscheidung, ob der Christkindlesmarkt während der Bauphase auf dem Friedrichsplatz oder dem von der Laufkundschaft weitentfernten Schlossplatz stattfinden wird, hat für viele Standbetreiber eine existenzielle Bedeutung", heißt es in dem Brief an die Stadträte. "Mit einer Verlegung auf den Schlossplatz würde man Kunsthandwerkern, Verkaufsständen aber auch den Gastronomiebetrieben die Luft zum Atmen nehmen", so die Meinung des Schaustellerverbands. Zudem würden die Karlsruher Bürger und Besucher der Stadt von einem zentralen Christkindlesmarkt profitieren.
Noch im April sprachen sich die Karlsruher Grünen und die Karlsruher Liste (KAL) für einen anderen Standort als den Friedrichsplatz für Feste wie den Weihnachtsmarkt aus. Sie sehen das "wahre Kleinod in der City" am Friedrichsplatz in Gefahr. Oberbürgermeister Frank Mentrup stellte den Stadträten daraufhin die Vor- und Nachteile verschiedener Varianten für den Weihnachtsmarkt und die Eiszeit vor, machte aber durchaus deutlich, dass er kaum Alternativen für einen Weihnachtsmarkt auf dem Friedrichsplatz sehe.
Schausteller: Ruheflächen werden im Winter nicht genutzt
Dies nutzen nun die Schausteller als Steilvorlage für ihren Brief, um die Stadträte zu überzeugen: "Wir wollen das Zeichen der Stadt unterstreichen", erklärt der erste Schriftführer des Verbands, Benjamin Lindig, im Gespräch mit ka-news. "Grüne und KAL haben den Schlossplatz in den Vordergrund gestellt, auch viele Bürger. Aber ohne die Hintergründe für uns Schausteller zu kennen, ist das leicht gesagt. Keine Laufkundschaft bedeutet den Tod für den Weihnachtsmarkt", ergänzt er. Am Friedrichsplatz sieht er diese Shoppingkundschaft eher eine Bratwurst, einen Glühwein oder andere Weihnachtsmarkt-Artikel kaufen.
Um ihr Anliegen, ein Weihnachtsmarkt vor dem Naturkundemuseum, zu unterstreichen, haben die Schausteller eine Liste mit Vorteilen für den Platz erstellt und den Stadträten übermittelt. Demnach befinde sich der Friedrichsplatz in direkter Nähe zum Marktplatz und sei als Standort für die Eiszeit bereits eingeführt. Auch widersprechen sie dem Anliegen der Grünen und der KAL: "Die Ruheflächen am Friedrichsplatz werden als diese in den kalten Wintermonaten kaum in Anspruch genommen", sagen die Schausteller unter anderem.
Weihnachtsmarkt: Alle Stände sollen unterkommen
Detailfragen über die Größe des Christkindlesmarkts oder die Zukunft der Eiszeit sind für Lindig und die Schausteller dabei aktuell noch nicht von Bedeutung, viel mehr gehe es darum ein wichtiges Zeichen zu setzen. "Natürlich sind wir daran interessiert, dass alle Stände auch in den nächsten Jahren unterkommen. Am besten soll gar kein Stand wegfallen müssen", so Lindig gegenüber ka-news. Und genau deshalb sind sich der Schriftführer und die Schausteller einig: "Karlsruhe braucht einen Christkindlesmarkt im Zentrum der City!"
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