Es wird gebaut! In seiner jüngsten Sitzung am 15. November gab der Karlsruher Gemeinderat grünes Licht für den Bebauungsplan Zukunft Nord auf dem Gelände zwischen Erzbergerstraße und Alten Flugplatz in der Karlsruher Nordstadt.

Neues Viertel für die Karlsruher Nordstadt

Westlich der Erzbergerstraße und zwischen New-York-Straße und Lilienthalstraßen soll künftig Wohnraum für zirka 3.200 bis zirka 3.600 Menschen entstehen. Der Plan wurde als Satzung beschlossen. Insgesamt umfasst die Baufläche 27,4 Hektar.

Baufeld "Greenville" in Karlsruhe
Bild: Thomas Riedel

Laut Stadtverwaltung soll "die Planung dem Aspekt der Nachhaltigkeit in besonderem Maße gerecht werden und als Modell für weitere Quartiersentwicklungen in der Stadt dienen."

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Und weiter: "Weitere Ziele sind die Schaffung hochwertiger öffentlicher Räume, ein differenziertes Angebot an privaten Freiräumen, ein nachhaltiges Energie- und Entwässerungskonzept sowie die Förderung von innovativen Mobilitätsangeboten.

Die Vorlage wurde von den Stadträten mehrheitlich mit 39 zu vier Stimmen verabschiedet. Gegen die Vorlage stimmten AfD-Stadtrat Paul Schmidt sowie die gesamte Fraktion von Die Linke um Lukas Bimmerle, Mathilde Göttel und Kathrin Binder. Rebecca Ansin (Die Partei) enthielt sich.

Was es in "Greenville" geben soll

Wie aus den Unterlagen der Stadtverwaltung weiter hervorgeht, sollen neben Wohnraum auch ein Altenpflegeheim mit mindestens 100 Plätzen, eine Kita und eine Interimsschule entstehen. Der NCO-Club mit Volleyballfeldern - welcher in Besitz der Stadt ist - soll erhalten und aufgewertet werden und auch die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) soll bleiben.

Baufeld "Greenville" in Karlsruhe
Bild: Thomas Riedel

Künftig nicht mehr Teil der Nordstadt sollen dagegen die "Karlsruhe Cougars" sein. Der Baseballverein, seit 1996 auf einem Teilstück des Areals , welches dem Land Baden-Württemberg gehört, soll nach Neureut umgesiedelt werden. Eine finale Lösung gibt es hier aber noch nicht. 

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Laut Stadtverwaltung könnten die Baseballer bis Anfang 2024 eventuell sogar länger am aktuellen Standort bleiben. Der Verein wünscht sich innerhalb der nächsten zwölf Monate Gewissheit und hat bereits die Möglichkeit eines unterbrechungslosen Spielbetriebs gefordert. Auch mit einer Klage gegen den Bebauungsplan und damit einem Gang vor Gericht hat der Verein bereits angedroht. 

Wird "Greenville" bald schon gebaut?

Ungeachtet eines möglichen Rechtsstreits könnten im nördlichen Teil des Areals (zwischen New-York-Straße und DHBW) schon bald die ersten Bagger rollen. 

So soll es nach Vorstellungen von CG Elementum im neuen Viertel aussehen.
So soll es nach Vorstellungen von CG Elementum im neuen Viertel aussehen. | Bild: CG Elementum AG / REHUB digitale Planer GmbH

Denn bereits im Juli 2021 wurden zwischen Stadt und dem Grundstückseigentümerin des nördlichen Teilgebietes, der GEM Areal C GmbH & Co. KG, ein Vertrag geschlossen, indem sich der Eigentümer "zur Umsetzung der Entwicklungsziele verpflichtet hat", wie es in der Beschlussvorlage der Stadt heißt. 

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So sollen mindestens 20 Prozent geförderter Wohnraum entstehen und energetische Standards eingehalten werden. "Zur Sicherstellung der Realisierung des geplanten Nahversorgungszentrums mit einer Konkretisierung der Einzelhandelsbetriebe (Lebensmittelvollsortimenter, Bio- und Drogeriemarkt) werden in den weiteren Verhandlungen noch vertragliche Regelungen angestrebt", schreibt die Stadt.

600 Millionen Euro werden in Karlsruhe investiert

Den Bau auf dem nördlichen Teilstück übernimmt die CG Elementum gemeinsam mit der Quarterback Immobilien AG. Laut Website sollen hier rund 1.000 Wohnungen mit einer Gesamtfläche von 64.500 Quadratmeter entstehen. Für Gewerbe ist eine Fläche von 26.300 Quadratmeter eingeplant.

Greenville Karlsruhe
Bild: CG Elementum AG / REHUB digitale Planer GmbH

Abgeschlossen sollen die Bauarbeiten auf dem C-Areal bis 2027 sein. Laut eigenen Angaben investiert die CG Elementum 600 Millionen Euro in das Projekt, welches auf den Namen "Greenville" getauft wurde.

Warum eigentlich Greenville?

Greenville? Ja, richtig gelesen. Intern taufte die CG Elementum das Projekt in der Nordstadt auf diesen Namen. So soll  einerseits der Einsatz von grünen und modernen Technologien, die bei Neubau verwendet werden und auch nach Fertigstellung eingesetzt werden, klar werden, andererseits ist der englische Name eine Anlehnung an die Stationierung der US-Streitkräfte nach dem zweiten Weltkrieg. 

Baufeld "Greenville" in Karlsruhe
Bild: Thomas Riedel

"Das Quartier wird in Sachen Nachhaltigkeit und grünen Technologien auf dem neusten Stand sein, außerdem passt der englische Name perfekt in die Nordstadt und soll an die Vergangenheit erinnern", so ein Sprecher der CG Elementum gegenüber ka-news.de.

Greenville nur ein Projektname

"Zusätzlich wurde im Juli 1954  dem US-Headquarter der Name 'Paul-Revere-Village' gegeben. Ville steht für Gemeinschaft. Für ein Dorf, aber auch für Internationalität. Ville wird im Englischen als auch im Französischen genutzt und wir weisen hier auch auf die Nähe zu Frankreich hin", ergänzt der Sprecher weiter.

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Allerdings handle es sich bei dem Namen "Greenville" nur um einen Projektnamen und nicht um den endgültigen Namen für einen Stadtteil. "Ob sich dieser durchsetzt liegt sowohl an den Bürgern als auch bei der Stadt Karlsruhe", so der CG-Elementum-Sprecher.

Alle Bilder zum Baufeld:

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