"Die Sofortmaßnahmen sollen die Situation für die Bürger in den wohnungsnahen Bereichen mit Straßenprostitution entspannen und das subjektive Sicherheitsgefühl erhöhen", fasst Oberbürgermeister Frank Mentrup das Ergebnis des ersten verwaltungsinternen Runden Tisches zur Straßenprostitution zusammen.

Erster Zwischenbericht am 6. Mai

"Vor allem Kinder, Jugendliche und Frauen sollen wieder unbehelligt auch am späten Nachmittag oder frühen Abend Aktivitäten in Vereinen wahrnehmen oder zu ausgewiesenen Freizeiteinrichtungen gelangen können." Das Stadtoberhaupt stellt in einer Pressemitteilung gleichzeitig klar, dass es im Zuständigkeitsbereich des Regierungspräsidiums Karlsruhe liege, die entsprechenden Verordnungen zu erlassen. "Die Stadt wird deshalb rasch das Gespräch mit den Verantwortlichen dort suchen." Einen ersten Zwischenbericht zum aktuellen Sachstand wird die Verwaltung im öffentlichen Teil des Hauptausschusses am 6. Mai geben.

An den Runden Tisch zum Thema Straßenprostitution hatte Bürgermeister Wolfram Jäger Vertreter des Polizeipräsidiums Karlsruhe und von sieben städtischen Dienststellen eingeladen. "Wir nehmen die Klagen aus der Bevölkerung ernst und wollen schnell handeln", zeigt sich Jäger entschlossen. Fakt sei, dass Straßenprostitution nicht generell verboten sei, stellt der Ordnungsdezernent klar. "Vor diesem Hintergrund ist es unser Ziel, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, um das Alltagsleben der Menschen in unserer Stadt von den Auswirkungen der Prostitution am Straßenrand zu entlasten."

Bekommt Karlsruhe "Verrichtungsboxen"?

Die Sofortmaßnahmen sind für Oberbürgermeister Mentrup Teil eines Gesamtpakets. Wichtiger Bestandteil soll darin die "aufsuchende Sozialarbeit" werden, mit der die Stadt künftig ein Angebot für die jungen Frauen schaffen will, die überwiegend aus Rumänien, Bulgarien und Ungarn stammen. Darüber hinaus werde man auch auf Beispiele aus anderen Großstädten zurückgreifen. So würden in Zürich, Köln und Dortmund so genannte "Verrichtungsboxen" erprobt - Container mit entsprechender Sanitärausstattung, in denen Prostituierte ihre Dienste anbieten können.

Bei diesem Thema würden sich Fragen etwa nach geeigneten Grundstücken, Sicherheitsdienst und Infrastruktur stellen. Außerdem werde man ein verstärktes Augenmerk auf die Sauberkeit in den betreffenden Straßenbereichen legen. "Über das Gesamtkonzept werden dann die gemeinderätlichen Gremien beraten und beschließen", so der OB.

CDU begrüßt Sofortmaßnahmen

Auch die Karlsruher CDU-Fraktion begrüßt die schnellen Maßnahmen. "Die geplante Erlaubnis der Straßenprostitution nur noch in den Nachtstunden ist ein erster wichtiger Schritt, den die CDU-Fraktion gefordert hatte", betont Fraktionsvorsitzende Gabriele Luczak-Schwarz in einer Pressemeldung. Die Ausweitung des Sperrbezirks müsse ebenfalls so schnell wie möglich erfolgen.

Man freue sich zudem über das Umdenken des Oberbürgermeister und der SPD-Fraktion, die nun erkannt hätten, "dass schnelles Handeln angezeigt ist". Das Fachdezernat von Bürgermeister Wolfram Jäger habe, wie die CDU-Fraktion, bereits früh auf die Notwendigkeit geplanten Maßnahmen aufmerksam gemacht. "Hätte der Oberbürgermeister die Handlungsnotwendigkeit früher erkannt, wären wir bereits weiter", unterstreicht Stadtrat Sven Maier.

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