Der Verein glüht für seine Idee: Bürger und Freunde von Karlsruhe schenken der Stadt eine Fliese, die ein kleiner Teil des großen Sonnenfächers wird. Die Spender drücken damit ihre Verbundenheit zur Stadt aus - und erhalten im Gegenzug einen persönlichen Platz.
Nur Waldstraße kann durchgehend gefliest werden
Nachdem das Projekt 2002 geboren und 2005 gestartet war, stellten sich sofort die ersten Kinderkrankheiten ein. Wer bezahlt die Reinigung der verschmutzten Steine? Außerdem: "Nicht alle Fächerstraßen sind für die Fliesen geeignet", erläutert Baubürgermeister Michael Obert auf Anfrage. Auch wenn er die Grundidee schön findet, lässt sich das Projekt seiner Ansicht nach nie verwirklichen. Denn wo Autos fahren oder die Rutschgefahr zu hoch ist, werden wohl nie sonnengelbe Fliesen liegen. "Die Waldstraße ist die einzige Straße, die man durchgehend belegen kann." Und genau dort liegen bislang bereits 1.200 Fliesen - südlich der Kaiserstraße bis zur Sophienstraße.
Das reicht dem Verein aber nicht aus. Vorsitzender Bernhard Burger steht daher schon lange im Austausch mit der Stadtverwaltung. Das Ziel ist eindeutig: Er will mehr. "Wir haben schon weitere 80 Anfragen von Interessenten, die gerne eine Fliese für den Sonnenfächer erwerben würden", sagt er im Gespräch mit ka-news. Nachdem der Sonnenfächer jedoch Ende 2013 ergebnislos im Planungsausschuss diskutiert worden war, wird sich in naher Zukunft wohl auch der Gemeinderat noch einmal mit dem Thema beschäftigen müssen: "Es gab im Ausschuss kein einheitliches Votum", so Obert. Grundsätzlich ziehe man aber eine weitere Fächerstraße im Osten in Betracht - zum Beispiel Adler- oder Kronenstraße.
Das Kernproblem ist dabei auch die Gestaltung der Fliesen: Während der Verein gerne die individuelle Prägung fortführen möchte, sprachen sich in der Vergangenheit weite Teile des Gemeinderates eher für ein dezenteres Design aus. Kleinere und niveauvollere Motive - vielleicht sogar nur Namen der Spender. "Uns sind vor allem drei Dinge wichtig", erklärt Obert gegenüber ka-news: Auf den Fliesen dürfe keine Werbung transportiert werden, der Strahl soll golden leuchten - deshalb also die Farbe Gelb vorherrschen. Zu guter Letzt seien Poesiealbum-Sprüche à la "Mausi grüßt Lumpi" ungeeignet. Dies sehe die Majolika-Manufaktur ähnlich. "Eine gewisse gestalterische Qualität muss im öffentlichen Raum gewahrt werden", findet der Bürgermeister.
"Gar keine Grafiken wären langweilig"
Eine Alternative wären Fliesen, die frei sind von persönlichen Bekenntnissen. Bernhard Burger befürchtet allerdings, dass dann die Individualität verloren gehen könnte und so auch das Interesse der Bürger nachlässt. Fliesen ohne Bilder und Grafiken - "das wäre dann etwas langweilig", meint er. Dennoch will er versuchen, die Entscheidungen der Stadtverwaltung zu verstehen. Der Verein befürchtet allerdings, "dass der Gemeinderat entscheidet ohne unsere Argumente für die Gestaltung zu berücksichtigen".
Konkret schlägt Burger vor, die Schriftfarbe in Zukunft in hellem beige oder grau zu halten und die Anzahl der persönlich gestaltbaren Fliesen auf ein Verhältnis von eins zu zehn zu reduzieren. Zudem könnten seiner Ansicht nach Fliesen mit mehreren Schriftzeilen "das sonst einförmige Gesamtbild zwischendurch auflockern". Denn: "Wir wollen, wenn es möglich ist, keinen langweiligen und monotonen Sonnenfächer."
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Homepage des Vereins Sonnenfächer e.V.