In Karlsruhe werden rund 42.000 Haushalte und Gewerbebetriebe durch die Fernwärme versorgt", erklären die Stadtwerke Karlsruhe. Die komme überwiegend von der Miro Raffinerie als Produktionswärme und aus dem Rheindampfkraftwerk - Block 8 - der EnBW. Gewonnen werde die Wärme dort über eine Kräfte-Wärme-Kopplung.
"Kein Produkt von der Stange"
Damit die Fernwärme allerdings auch an die gewünschten Stellen geleitet werden kann, ist einige Planung und Aufwand erforderlich. "Ein Fernwärmeanschluss ist kein Produkt von der Stange. So muss etwa bei jedem Angebot erst einmal die technische Machbarkeit geprüft werden", so die Stadtwerke.

Zunächst müsse geklärt werden, wie die Leitungen verlegt werden könnten und ob überhaupt genügend Platz in der Straße vorhanden sei. Darüber hinaus werde sich mit dem Tiefbauamt der Stadt verständigt, erklären die Stadtwerke. "Auch ein Vor-Ort-Termin ist notwendig, um sich die Gegebenheiten in den Kellerräumen anzuschauen."
Herausforderung: Versorgungssicherheit
Das Thema Versorgungssicherheit stellt die Anbieter von Fernwärme vor weitere Herausforderungen: "Auch hier ist der Aufwand erheblich, um die Reservekapazitäten jederzeit betriebsbereit zu halten, die Personale für Störungseinsätze vorzuhalten und zu schulen, die Leitungsinfrastruktur so zu pflegen, dass sie ihre Aufgabe insbesondere im Winter sicher erfüllen kann und so weiter."

Der Aufwand kann sich allerdings durchaus lohnen, sofern keine Auskühlverluste zu erwarten seien, erklären die Stadtwerke. "Die gibt es bei geringen Wärmeabnahmen im Verhältnis zur Anschlusslänge, wie das zum Beispiel bei Einfamilienhäusern oft der Fall ist." Das bedeutet, dass das heiße Wasser der Fernwärme schlichtweg zu lange in den Leitungen unterwegs ist und dabei so viel Wärme verliert, dass sich der Einsatz nicht rentiert.

Wo Fernwärme verfügbar ist und ob sich der Aufwand eventuell lohnt, können Interessierte auf der Homepage der Stadtwerke Karlsruhe schnell herausfinden: https://www.stadtwerke-karlsruhe.de/de/pk/fernwaerme-hausanschluss.php.
Co2 freie Versorgung in Sicht?
Gerade im Bezug auf die Wärmewende spiele Fernwärme eine tragende Rolle, sagen die Stadtwerke Karlsruhe. "Die Karlsruher Fernwärme ist auf einem sehr guten Weg hin zu einer CO2 freien Versorgung, da sie hauptsächlich aus Abwärme bzw. Kraftwärmekoppelung produziert wird." Es wird sich also der Wärme bedient, die ohnehin am Ende eines Produktionsprozesses übrig bleibt.

Ein bereits bestehendes Angebot effektiv zu nutzen kommt offenbar gut an: "Es ist erkennbar, dass die Kunden bewusster mit Energie umgehen, was auf die massiven Preiserhöhungen bei allen Energien zurückzuführen ist. Das betrifft selbstverständlich auch unsere FW-Kunden, auch wenn hier die Preissprünge deutlich gedämpfter ausfallen."

Den neuen Kunden empfehlen die Stadtwerke allerdings, ihre Anlagen vor dem Winter warten zu lassen. In Mehrfamilienhäusern werde dabei ein hydraulischer Abgleich vorgenommen, um Kältebrücken zu identifizieren, über die womöglich Wärme unnötig verloren ginge, erklären die Stadtwerke. "Das spart Energie ohne irgendeinen Komfortverlust."