Schlag auf Schlag häuften sich in der vergangenen Woche die Nachrichten, dass das von langen Hitzetagen ausgedörrte Unterholz im Hardtwald Karlsruhe sich entzündet hatte. Von der Oststadt bis nach Eggenstein musste die Feuerwehr zu mehreren Einsätzen am Tag ausrücken, um die Entstehung einer Feuersbrunst zu verhindern. Besonders beim Beispiel Eggenstein könnte jedoch größeres Gefahrenpotenzial entstehen.

Eine der beiden neuen Lagerhallen am Campus Nord.
Eine der Lagerhallen der Kerntechnischen Entsorgung Karlsruhe am KIT-Campus Nord. | Bild: Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH

Immerhin befindet sich dort seit 1971 das Atommüll-Zwischenlager der KTE, das in über 60.000 Kubikmetern radioaktives Material in sich einschließt. Zwar seien die bisherigen Waldbrände noch nicht in der Nähe des KTE-Lagers aufgetreten, doch ließ sich beim Entflammen des Hardtwaldes auch kein nachvollziehbares Muster erkennen. Somit ist nicht ausgeschlossen, dass die erhöhte Brandgefahr diesen Sommer ein Feuer entstehen lässt, das mit der Fläche der KTE in Kontakt kommt.

"Der radioaktive Abfall ist nicht brandgefährdet"

Doch was genau wären die Konsequenzen, sollte es wirklich dazu kommen? Welche konkreten Gefahren entstehen, wenn ein lodernder Flächenbrand auf den radioaktiven Abfall trifft? ka-news.de fragte direkt bei  den Betreibern der Entsorgungsfirma an. Diese geht aber nicht davon aus, dass eine solche Möglichkeit überhaupt besteht.

Lagerung des radioaktiven Abfalls in Containern.
Lagerung des radioaktiven Abfalls in Containern aus Stahl, Beton und Stahlbeton. | Bild: Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe GmbH

"In den Zwischenlagern der KTE für radioaktive Abfälle lagern Abfälle, welche aufgrund ihrer Abfallbeschaffenheit in Stahlfässern oder Betoncontainern gelagert werden und nicht an einem Brandgeschehen teilnehmen", so eine Sprecherin.

Außerdem sei das Zwischenlager für Atommüll in sicherem Abstand zum Baumbestand des Hardtwaldes gehalten. "Dichtere Baumbestände liegen in einem Abstand von über 30 Metern zu den Zwischenlagern." Ein Übergreifen sei also sowieso unwahrscheinlich.

"Die KIT-Feuerwehr ist rund um die Uhr aktiv"

Natürlich sei damit nicht gesagt, dass der Brandschutz vernachlässigt werden dürfe, so die Sprecherin. "Das Übergreifen eines Waldbrandes auf die Zwischenlager kann durch verschiedene Maßnahmen verhindert werden.

Die Gebäude verfügen über einen baulichen Brandschutz, wie zum Beispiel die Auslegung der Dächer mit einer harten Bedachung, welche ausreichend lang widerstandsfähig gegen äußere Brandgefahren wie etwa Funken oder strahlende Wärme ist."

19.08.2020 KTE Kerntechnische Entsorgung Karlsruhe auf dem Gelände des KIT Eggenstein-Leopoldshafen, Campus Nord
Alleine durch das dicke und widerstandsfähige Bau- und Lagerungsmaterial entstehe ein Schutz. | Bild: Metzger, Wolfgang

Weiterhin solle jedwede Brandursache oder jedes Überspringen von Funken im Keim erstickt werden: "Am Standort wird eine rund um die Uhr besetzte Werkfeuerwehr vorgehalten. Eine Vielzahl der Mitarbeiter der KTE ist als Brandhelfer ausgebildet, um etwaige Entstehungsbrände zu bekämpfen", erklärt die Sprecherin der KTE.

"Es gab noch keine Brandfälle im Zwischenlager"

Dass dieses System funktioniert, zeige sich unter anderem darin, dass es bisher laut Angaben der KTE noch zu keinem Zwischenfall bezüglich eines Waldbrandes oder eines anderen Feuerausbruchs gekommen sei. "Unser Zwischenlager hatte bisher keinerlei Probleme in diese Richtung. Dies wird auch durch unsere öffentlichen Mitteilungen gestützt, in denen wir transparent und zeitnah über alle Störungen im Betriebsablauf des Zwischenlagers dokumentieren", sagt sie. 

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Tatsächlich haben sich laut diesen Meldungen auf der Website der KTE in den letzten zwölf Monaten nichts ereignet, was auch nur indirekt auf ein Feuer des umliegenden Hardtwaldes zurückzuführen sei. Auch die extreme Trockenheit und derzeitig immer häufiger vorkommende Waldbrände könnten Karlsruhes Atommüll-Zwischenlager also nichts anhaben.