1. Aktuelle Corona-Lage: Inzidenz im Stadtkreis steigt weiter

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt, dass sich die Corona-Inzidenzen im Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf hohem Niveau bewegen.

Zum Vergleich: Waren am Dienstag, den 26. Oktober 603 Personen mit dem Virus infiziert, so sind des am Dienstag, 9. November, 995 Personen. Der Sieben-Tage-Inzidenzwert liegt im Stadtkreis Karlsruhe bei 213,3 und im Landkreis bei 256 (Stand: Montag, 08. November, 16 Uhr). Die Sieben-Tage Hospitalisierungsinzidenz liegt mit aktuell 347 belegten Intensivbetten in Baden-Württemberg bei 4,9. Damit befindet sich das Land in der Warnstufe.

Corona Lagekarte 9.11.2021
Bild: Landratsamt Karlsruhe

Aufnahme von ausländischen Patienten sind Einzelfälle

Mit fast 350 belegten Corona-Intensivbetten trennt das Land Baden-Württemberg nicht mehr viel von der sogenannten Alarmstufe. Allerdings monieren viele ka-news.de Leser, dass die Situation doch gar nicht so schlimm sein könne, wenn die Krankenhäuser sogar noch Corona-Patienten aus dem Ausland aufnehmen würden. Verschiedene Medien berichteten darüber. So manch anderer behauptet, die Menschen würden extra eingeflogen werden, um die Corona-Zahlen künstlich nach oben zu preschen. Aber ist dem überhaupt so? 

Screenshot Facebook-Kommentare Corona-Patienten
Bild: Screenshot@facbook.de

Laut Auskunft der Baden-Württembergischen Krankenhausgesellschaft (BWKG), die ka-news.de über E-Mail erreicht, soll es durchaus Krankenhäuser gegeben haben, die Patienten aus umliegenden Gegenden wie dem Elsass oder Italien aufgenommen hätten. Dies sei wegen mangelnder Kapazitäten inzwischen kaum noch möglich. Grundsätzlich soll es sich bei derartigen Patientenaufnahmen seit Pandemiebeginn aber stets um Einzelfälle gehandelt haben. Genaue Zahlen konnten seitens des BWKG nicht genannt werden. 

Das könnte Sie auch interessieren

"Die Corona-Lage hat sich in den vergangenen Wochen schnell verändert, was man sehr gut an den Zahlen der 'Nicht-Corona-Patienten' ablesen kann: Aktuell sind in Baden-Württemberg etwa 1.600 Intensivbetten von 'Nicht-Corona-Patienten' belegt. Vor gut 10 Tagen waren es noch rund 100 Betten mehr und vor gut zweieinhalb Wochen waren es 200 belegte Betten mehr (1.800 Nicht-Corona-Patienten). Die Aufnahme von ausländischen Patienten geschieht im Rahmen der internationalen Solidarität, um noch stärker belastete Länder zu entlasten. Es ist davon auszugehen, dass diese Einzelfälle mit dem Anstieg der Belegung durch Patienten aus Baden-Württemberg zurückgefahren werden", schreibt der Hauptgeschäftsführer der BWKG, Matthias Einwag an die Redaktion. 

Matthias Einwag, Hauptgeschäftsführer BWKG Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V.
Matthias Einwag, Hauptgeschäftsführer BWKG Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V. | Bild: BWKG Baden-Württembergische Krankenhausgesellschaft e.V.

Des Weiteren bestätigt Einwag, dass ausländische Patienten zwar bei Bettenauslastung und bei Todesfällen in die Corona-Statistik des Landes miteinfließen, aber nicht unbedingt bei den Inzidenzen. "Das passiert nur, wenn die Infektion erst in Deutschland festgestellt wurde", so der BWKG-Chef. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kurzum: Die Aufnahme von ausländischen Corona-Patienten komme zwar vor, aber nicht unbedingt in allen Krankenhäusern. Diese Schlussfolgerung bestätigt sich nach unserer Nachfrage beim Städtischen Klinikum und den Vidia Kliniken. 

Karlsruher Kliniken nehmen derzeit keine Patienten aus anderen Ländern auf

Während das Städtische Klinikum bekanntgibt, seit 2020 keine Corona-Patienten mehr aus dem Ausland aufgenommen zu haben, sprechen sich die Vidia Kliniken in einem schriftlichen Statement gegen die Aufnahme solcher Patienten in Karlsruhe aus. Verlegungen innerhalb des Clusters sind allerdings notwendig und werden von beiden Kliniken durchgeführt

(Symbolbild)
Das St. Vincentius Klinikum in Karlsruhe (Symbolbild) | Bild: Thomas Riedel

"Derzeit finden Gespräche zwischen dem Sozialministerium und den Intensiv-Clusterverantwortlichen in Bawü zum strittigen Umgang mit der Verlegung von Covid-Intensivpatienten statt. Die Krankenhäuser, auch die Vidia Kliniken Karlsruhe, sind an die hier gefassten Beschlüsse gebunden, die den Versorgungsauftrag vorgeben. Abweichende Regelungen einzelner Kliniken sind unseres Erachtens nicht zielführend. Wir übernehmen als Bestandteil des regionalen Cluster ihre Versorgungsverantwortung und übernehmen regelmäßig nach Absprache im Cluster Covid-Patienten, auch auf der Intensivstation. Eine Direktzulegung aus dem Ausland ist nicht möglich."

Das könnte Sie auch interessieren

2. Entwicklungen der Neuinfektionen in Karlsruhe

Im Verlauf der Corona-Pandemie hat Karlsruhe nun mehrere Hochs und Tiefs hinter sich. Wie die Grafik zeigt, kletterte die Rate der Neuansteckungen im November 2020 in die Höhe, danach im März 2021 und im Sommer 2021. Verantwortlich dafür ist die zurzeit vorherrschende Delta-Variante. 

Das Problem: Häufig sind Infektionsketten nicht mehr bis zu ihrem Ursprung zurückzuverfolgen, weshalb eine eindeutige Zuordnung schwierig ist. Dies nennt das Gesundheitsamt ein "diffuses Infektionsgeschehen."

3. So erfolgreich waren die Maßnahmen in Karlsruhe

Ob Schließung des Einzelhandels, Fernunterricht oder die Maskenpflicht: All diese Maßnahmen zielen darauf ab, die Ausbreitung des Corona-Virus zu verhindern. Wie die Grafik zeigt, haben die verschiedenen Beschränkungen jeweils ihre Wirkung entfaltet.

Jeweils rund eine Woche nach Einführung der Restriktionen war die Zahl der Neuinfizierten rückläufig. Dieser zeitliche Verzug ist durch die Inkubationszeit zu begründen. Im Mittel beträgt die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch von Covid-19 laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) fünf bis sechs Tage.

In anderen Worten: Sollte es aufgrund der Vernachlässigung der Corona-Vorschriften zu vermehrten Ansteckungen kommen, kann dies erst rund eine Woche später an den Zahlen abgelesen werden.

 
Mehr zum Thema Coronavirus-Karlsruhe: Corona-Virus in Karlsruhe