Das Preisgericht hat in "zwei intensiven Tagen" über die im Rahmen eines europaweit ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs eingereichten Vorschläge für die Sanierung und Erweiterung des Badischen Staatstheaters in Karlsruhe entschieden. Der Prozess war "dicht und konzentriert", wie Oberbürgermeister Frank Mentrup anmerkte. Mit der Entscheidung für das Projekt "erhält das Badische Staatstheater künftig beste Bedingungen für die künstlerische Arbeit".
Insgesamt sind nach heutigen Erkenntnissen 125 Millionen Euro an Kosten anberaumt, dies sind für folgende Maßnahmen vorgesehen: Erweiterung des neuen Schauspielhauses, Erweiterung der musikalischen Übungsräume und Werkstätten sowie der Sanierung des Bestandsgebäudes. Beginn der Bauzeit soll 2018 sein, der Prozess acht Jahre dauern.
Jury vergibt zwei erste Preise
Nach intensiven Beratungen hat die Jury - bestehend aus der Stadt Karlsruhe und den Ministerien für Finanzen und Wirtschaft und Wissenschaft, Forschung - einstimmig drei Arbeiten als preiswürdig eingestuft. Mit den Arbeiten der Büros Delugan-Meissl mit Wenzel und Wenzel aus Wien beziehungsweise Karlsruhe und Dietrich Untertrifaller Architekten aus Bregenz wurden dabei einstimmig zwei 1. Preisträger gekürt. Als 3. Preisträger wählte die Jury ebenfalls einstimmig die Arbeit des Darmstädter Büros Waechter + Waechter Architekten aus. Weiterhin wurden zwei Anerkennungen ausgesprochen.
Insgesamt lobte das Preisgericht unter dem Vorsitz von Wolfgang Riehle das hohe Niveau der 20 eingereichten Arbeiten und die "intensive Auseinandersetzung mit der komplexen Materie". Alle drei Preisträger sind jetzt dazu aufgerufen, ihre Entwürfe zu überarbeiten und zu überdenken - erst dann steht nach nochmaliger Entscheidung der Sieger fest.
Auch der Generalintendant des Staatstheaters, Peter Spuhler, zeigte sich hochzufrieden. Man ist "glücklich" über das Ergebnis und die "Internationalität" des Wettbewerbs" - einige Teilnehmer stammen aus London und Paris. Auch Aspekte wie "Barrierefreiheit" und "Nachhaltigkeit" sind laut Spuhler bedacht worden, dazu "energetische und logistische" Verbesserungen.
Neubau soll wesentliche Verbesserungen bringen
Kunstministerin Theresia Bauer erklärte zu dem Ergebnis: "Mit der heutigen Entscheidung rückt das Ende der seit der Errichtung des Hauses bestehenden unbefriedigenden Unterbringung des Schauspiels in greifbare Nähe. Der Neubau aber auch die technischen Ertüchtigungen sowie die Erweiterungen werden die bestehenden strukturellen Defizite endlich beseitigen und damit optimale Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter des Staatstheaters schaffen und wesentliche Verbesserungen für den Spiel- und Probebetrieb bringen. Der Kulturstandort Karlsruhe wird mit der Umsetzung nachhaltig gestärkt werden." "Das Ergebnis des Wettbewerbs lässt mich zuversichtlich auf die zukünftige Gestaltung des für die Stadt Karlsruhe bedeutenden Areals an der Schnittstelle zur Innenstadt blicken", betont Oberbürgermeister Mentrup und fährt fort: "Durch das Projekt werden die Bedingungen für die künstlerischen Produktionen entscheidend verbessert werden, sowohl auf den Bühnen als auch in den für die Theaterarbeit sehr wichtigen Bereichen der Werkstätten und der Technik. Insgesamt leisten Stadt und Land hier gemeinsam einen sehr wertvollen Beitrag für die Zukunft der Kulturstadt Karlsruhe und des Kulturlandes Baden-Württemberg."
Übrigens: Wer sich für den Architektenwettbewerb und seine Ergebnisse interessiert, kann ab dem 5. Dezember alle Einreichungen jeden Tag zwischen 10 und 16.30 Uhr und jeweils ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn im Foyer des Staatstheaters sehen.
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