Aber, ob dieses Vorhaben nach vier sieglosen Partien im Jahr 2025, nach insgesamt neun Gegentoren, ausgerechnet beim Traditionsclub FC Schalke 04 gelingt? Ausgerechnet dort, wo die Badener die größte Fankulisse in Liga zwei erwartet?
Zuschauerrekord: Schalke top, KSC beeindruckt im neuen Wildparkstadion
Die Schalker sind der Zuschauerkrösus der Liga, mit 61 345 Fans im Schnitt pro Partie. Der KSC konnte im Schnitt allerdings auch stolze 29 584 Zuschauer im schmucken, neuen Wildparkstadion begrüßen. Knifflig wird die Partie auch, weil den KSC ein Team der Königsblauen erwartet, das in der laufenden Spielrunde alles andere als überzeugte, und das vor der heimischen Kulisse mit aller Macht Schadensbegrenzung betreiben muss.

Schalke unter Druck: KSC trifft auf ein verunsichertes Team
Denn: Die Schalker holten aus den ersten vier Rückrundenspielen nur vier Punkte. Den FC Schalke hat es heftig getroffen. Angreifer Moussa Sylla fällt wegen eines Muskelfaserrisses möglicherweise bis März aus. Für Moussa Sylla bezahlten die Schalker zwei Millionen Euro an den französischen Zweitligisten Pau FC, das war gut angelegtes Geld, denn Sylla erzielte schon 13 Treffer. Trainer Kees van Wonderen versuchte in Köln, bei der 0:1 Niederlage, den Verlust seines besten Torjägers durch Pape Meissa Ba aufzufangen, was allerdings misslang.
Der Winterzugang, zuletzt bei Frankreichs Zweitligist Grenoble Foot aktiv, muss sich wohl noch an die Anforderungen der 2. Liga in Deutschland gewöhnen. In Köln musste van Wonderen auch den gelbgesperrten Paul Seguin im defensiven Mittelfeld ersetzen. Seguin ist gegen den KSC wieder spielberechtigt. Fakt ist: Der so hochgelobte Aufstiegsanwärter Schalke dümpelt im hinteren Mittelfeld auf Rang 14 dahin.
Traditionsduell: KSC und Schalke mit ausgeglichener Bilanz
Zwischen den Königsblauen und den Blau Weißen aus Baden gab es 54 Wettkampfspiele. Dabei endeten 16 Partien zwischen den Traditionsclubs mit KSC-Siegen, 19 remis.
Beim Traditionsclub aus Gelsenkirchen und dem aus Karlsruhe ist die Defensive das größte Problem. Beiden Clubs gelang bisher eine Stabilisierung der Abwehr nicht. In Sachen Gegentreffer stehen sich die Teams nicht nach. Beide mussten 40 Tore hinnehmen. Nur Greuther Fürth, Regensburg und Darmstadt kassierten mehr. Der KSC erzielte bisher 40 Tore – Schalke 37.

Ex-KSC-Profi Ben Manga: Ein Gelsenkirchener mit Karlsruher Vergangenheit
Ben Manga, Schalkes "Direktor Kaderplanung" und Manager Marc Wilmots haben vor der Saison das Gesicht der Mannschaft grundlegend verändert – im Eiltempo. Verjüngt - Verbesserungen sind noch nicht zu erkennen. Wohl auch daher wurde Wilmots am 21. September 2024 vom Vorstand freigestellt.
Manga hat seinen Job noch. Er ist ein Ex-KSC Profi. Manga bleibt unvergessen, denn er war nicht nur der erste, sondern überhaupt der einzige KSC-Spieler, der mit einem Kopftuch auflief. Unter dem damaligen Chef-Coach Stefan Kuntz.

Hinspiel-Erfolg: KSC siegte mit 2:0 gegen Schalke
Das Hinrundenspiel hat der KSC mit 2:0 für sich entschieden. Tritt das Team aus der Fächerstadt in Gelsenkirchen an, dann endeten diese Begegnungen am häufigsten mit einem 2:0 für den Gastgeber. Allerdings fällt die Bilanz der letzten zehn KSC-Partien beim FC Schalke 04 nicht allzu schlecht aus. Die Blau Weißen schafften da drei Siege und drei Unentschieden.
Vergangene Saison erkämpften die Karlsruher in NRW ein 0:0. Die Eichner-Elf muss beim FC Schalke besonders in der Schlussviertelstunde hoch konzentriert sein, denn in diesem Zeitraum erzielten die Schalker fast ein Drittel ihrer Treffer. Das ist in dieser Phase der Höchstwert der Liga. Allerdings kommen die Königsblauen schläfrig aus der Kabine, erzielten in der Phase zwischen Minute 46 und 60 nur acht Prozent ihrer Tore. Das ist der schlechteste Wert der Liga.
Torreiche Partie erwartet: KSC mit starkem Auswärtswert, Schalke heimstark
Schalke ist in Heimspielen treffsicher. Lediglich in einem der zehn Heimspiele blieben die Königsblauen ohne eigenen Treffer. Überhaupt: Es könnten viele Tore fallen, denn der KSC kassierte in den letzten elf Spielen immer mindestens ein Gegentor.
Wichtig wäre für die Badener mit 1:0 in Führung zu gehen. Gelingt das, dann konnten die Karlsruher 90 Prozent dieser Auswärtsbegegnungen für sich entscheiden. Der aktuelle Trend des FC Schalke ist besser als der des KSC. Für den KSC spricht: Die Blau Weißen erzielten auswärts 3,04 Tore im Schnitt. Schalke traf bei Heimspielen im Schnitt 1,86-mal. Heißt: Der KSC könnte eigentlich gewinnen.