In den vergangenen Jahren hat KSC-Cheftrainer Christian Eichner bei den ersten Testspielen regelmäßig in Halbzeit zwei eine frische Elf auf das Feld geschickt. Der Grund: Nach dem Urlaub und den hohen Anfangsbelastungen im Training wollte man so die Verletzungsgefahr mindern.

Der KSC und sein Lazarett

Doch dazu fehlen Eichner beim ersten Testspiel der Vorbereitung in Rastatt-Niederbühl, am Mittwoch um 18.30 Uhr - die Spieler. "Wir haben dennoch einen starken Kader zur Verfügung und werden versuchen einiges taktisch auszuprobieren", so der KSC Coach. Er wird allen Profis, die im Kader stehen und einsatzfähig sind, Spielpraxis verschaffen.

Daniel O'Shaughnessy (KSC 5)
Daniel O'Shaughnessy (KSC 5) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Etliche seiner Profis fallen aus Verletzungsgründen aus. Innenverteidiger Daniel O‘Shaughnessy zog sich im Länderspiel der Finnen gegen Rumänien einen Bruch am Schaft des linken Wadenbeins zu. KSC-Teamarzt Marcus Schweizer glaubt, dass man beim 27-Jährigen auf eine Operation verzichten und den Bruch konservativ behandeln kann. Je nach Heilungsverlauf könnte der Abwehrspieler den Badenern drei Monate nicht zur Verfügung stehen.

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Auch der österreichische Innenverteidiger Christoph Kobald fällt nach einer Operation am linken Sprunggelenk noch monatelang aus. Zusätzlich verletzte sich nun auch noch Youngster Felix Irorere, wie der KSC am Mittwoch bekannt gibt. Auch er ist Innenverteidiger. 

Gersbeck, Choi und Jensen bleiben außen vor

Ebenso wie der an der Hand operierte Stammkeeper Marius Gersbeck. Mittelfeldmann Leon Jensen wirkte anfangs beim Trainingsauftakt mit, zog sich aber schnell zurück, um nach seinem Kreuzbandriss kein Risiko einzugehen. Er ist kein Kandidat für das erste Testspiel.

Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Duell mit dem Torwart
Kyoung-Rok Choi (KSC 11) im Duell mit dem Torwart | Bild: Carmele|TMC-Fotografie

Das trifft auch auf den Koreaner Kyoung Rok Choi zu. Der Techniker verließ bei der ersten Übungseinheit schon nach dem Aufwärmen. Ihn plagt "der Bereich zwischen Rücken, Niere und Bauchraum", so Teamarzt Schweizer.

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Außenverteidiger Sebastian Jung soll nach seiner Kreuzbandoperation im Trainingslager in Österreich wieder ins Teamtraining integriert werden. Neben der Suche nach einem Nachfolger für Torjäger Philipp Hofmann muss zügig eine weitere Baustelle im Kader geschlossen werden. In nahezu jeder Trainingseinheit wird deutlich welche.

Und nun?

Co-Trainer Zlatan Bajramovic musste immer wieder als Innenverteidiger einspringen. Nach der Hiobsbotschaft von der O’Shaughnessy-Verletzung und dem Muskelfaserriss bei Irorere  stehen Trainer Eichner lediglich noch zwei zentrale Abwehrspieler zur Verfügung. Neuzugang Marcel Franke, Routinier und Daniel Gordon.

Links Christian Eichner (KSC Trainer) mit Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer)
Links Christian Eichner (KSC Trainer) mit Zlatan Bajramovic (KSC Co-Trainer) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie.de

Logisch, dass man bei den Verantwortlichen für den sportlichen Bereich gewillt ist, einen weiteren Innenverteidiger zu verpflichten, sollte das Budget das zulassen. "Wir schauen uns um, wir wollen einen zentralen Abwehrspieler verpflichten", bekennt Eichner.

Dann wäre da noch die Hofmann-Frage

"Es fehlt aktuell ein Innenverteidiger, dadurch wird der Handlungsspielraum kleiner. Möglich, dass Tim Breithaupt nach hinten rückt", verriet Eichner etwas aus seinen Gedankenspielen. Allerdings würde KSC Shootingstar der abgelaufenen Saison dann im defensiven Mittelfeld fehlen.

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Zur Situation, dass man noch immer keinen Nachfolger für Hofmann gefunden hat, erklärt der KSC Chefcoach etwas ausweichend: "Ich bin entspannt, kann aber auch realistisch einschätzen, was wir verloren haben an Qualität." Man würde einen Spieler benötigen, "der Philipp am besten in Toren und Größe ersetzt. Wir haben nicht nur 20 Tore verloren, sondern offensiv wie defensiv die Kopfballstärke eines 196 Zentimeter-Mannes."