Herr Gersbeck, wie ist der Stand in Sachen Fitness nach der Handoperation? Wie können Sie die operierte Hand belasten?

Das muss man differenziert betrachten. Ich bin im Alltag wenig eingeschränkt, darf aber manche Sachen nicht mit der Hand machen. Zum Beispiel: Wenn ich unser Kind hochhebe, dann mit dem Arm - nicht mit der Hand. Ich kann alles frei bewegen, aber eben nicht belasten. Im Moment mache ich eine Reha und das intensiv.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball.
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) schießt den Ball. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Sind Sie beim Trainingsauftakt vor Ort, sind Sie im Wildpark?

Sicher bin ich da, aber sicher ist auch, dass ich vorerst nicht am Torwarttraining teilnehmen kann.

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Was machen Sie dann? Reha? Krafttraining? Eine Mischung aus beidem?

Das wird immer aktuell entschieden und zwar nach Absprachen mit allen Ärzten. Mit Marcus Schweizer, dem KSC-Arzt, mit der Ärztin aus Köln, die mich operiert hat. Es ist toll, dass unser Mannschaftsarzt mit der Chirurgin so eng zusammenarbeitet. Er sagt: Sie hat das Handgelenk gesehen, sie kann es am besten beurteilen.

Torchance für Daniel Kyereh (St.Pauli 17), Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält.
Torchance für Daniel Kyereh (St.Pauli 17), Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Wir schauen immer, wie der weitere Ablauf ist. Ich werde mal auf den Platz kommen, dann wieder nicht. Die Ärzte, die Physiotherapeuten, Torwarttrainer - da ändert sich permanent etwas. Ich bin im Moment sehr zufrieden, weil alles nach super Absprachen ablief. Wir sind immer offen miteinander umgegangen.

Gibt es eine Prognose, auch seitens der Ärzte, ob Sie beim ersten Pflichtspiel mitwirken können?

 Das kann man nicht vorhersagen. Es gibt keine festen Zeitpläne. Man muss abwarten, aber es ist nicht sehr wahrscheinlich, dass ich beim ersten Zweitligaspiel einsatzbereit sein werde.

Sollten Sie beim Saisonauftakt nicht fit sein, wird Talent Max Weiß oder Neuzugang Kai Eisele spielen. Sie sind ein absolut fairer Sportsmann, Sie werden dem Kollegen die Daumen drücken, dass er gut spielt, oder?

Aber sicher. Man weiß, dass man verletzt ist, man weiß, dass man sich da unterordnen muss. Das habe ich immer so gelebt, und das werde ich weiter so leben. Und: Es zählt der Teamerfolg.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält den Angriff von Pascal Testroet (Aue 37)
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) hält den Angriff von Pascal Testroet (Aue 37) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Aber, wenn der Konkurrent klasse spielt: Haben Sie dann keine Angst, um Ihren Stammplatz?

Natürlich hoffe ich, dass ich schnellstmöglich ins Tor zurückkehre. Um den Platz im Tor wird immer hart gekämpft. Die anderen Torhüter haben nun eine tolle Möglichkeit, sich zu präsentieren, das erhöht natürlich den Druck auf mich. Ich habe nicht die gleiche Ausgangsposition wie die Saison zuvor. Aber - es liegt an mir, dem Druck stand zu halten und zu zeigen, dass ich wieder ins Tor darf.

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Ihr Ex-Kollege Niklas Heeger sagte: Eine der größten Stärken von Marius Gersbeck ist: Druck macht ihm überhaupt nichts aus.

Das hört man gerne. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich alles relativ entspannt angehe. Ich lasse mich selten unter Druck setzen, ich bin nicht so der Kopfmensch.

Torwart Marius Gersbeck (KSC 35)
Torwart Marius Gersbeck (KSC 35) | Bild: Tim Carmele

Der KSC hat Tormaschine Philip Hofmann verloren. Was sind Ihre Erwartungen für die kommende Saison?

Wir haben finanziell keine besseren Möglichkeiten als zuvor. Daher bleibe ich realistisch und sage: Ich will in erster Linie die Klasse halten, ich will unbedingt weiter in dieser Liga spielen. Wir müssen schauen, dass wir uns langsam entwickeln. Es ist wichtig, ehrlich, bodenständig und realistisch zu sein und nicht abzuheben.

Das Trainerteam denkt über eine Umstellung auf eine Dreierkette nach. Beeinflusst das Ihr Torwartspiel?

Bisher habe ich selten mit dieser taktischen Variante gespielt. Aber: Das ist eine Trainingssache. Wenn wir das einstudieren - und das werden wir ganz sicher - dann gibt es da keine Probleme.

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Das Schöne an unserer Arbeit ist: Wir kommunizieren prima mit dem Trainerteam. Wenn etwas Neues kommt, wird darüber geredet. Natürlich entscheiden die Trainer. Aber: Sie lassen unsere Meinungen miteinfließen. Und das ist hilfreich - für alle Seiten. Vor allem für den Erfolg.