Herr Franke, warum ging es für Sie zum KSC?

Weil sich der KSC sehr um mich bemüht hat. Der Kontakt kam schon sehr früh in der abgelaufenen Spielrunde zustande. Es war eine Wertschätzung da. Dann haben wir mit Hannover in Karlsruhe eine heftige Niederlage kassiert.

Marcel Franke gibt Anweisungen.
Marcel Franke gibt Anweisungen. | Bild: Daniel Reinhardt/dpa/Archivbild

Da konnte ich sehen, dass da echt Qualität im KSC-Team ist. Die Art und Weise wie Trainer Christian Eichner spielen lässt hat mir zugesagt. Und: Ich habe sofort gemerkt, in Karlsruhe entsteht etwas, auch mit dem neuen Stadion.

Kennen Sie jemand vom KSC?

Ja, einige. Mit Sebastian Freis, der im KSC-Scouting arbeitet, habe ich zwei Jahre in Fürth gespielt. Mit ihm habe ich über einen Wechsel zum KSC geredet. Wir haben uns schon in Fürth toll verstanden. Ich habe mich auch mit Sebi Jung gut verstanden, als wir ein Jahr bei Hannover gemeinsam spielten. Philip Heise kenne ich aus Dresden.

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Auch mit Philipp Hofmann, der leider nicht mehr da ist, habe ich in Fürth gespielt. Den großen Rest der Mannschaft kenne ich aus den Spielen, die wir gegeneinander absolvierten. All das sind Gründe, dass ich mich sehr auf die neue Saison freue.

Der KSC hat gegen Ende der abgelaufenen Zweitligasaison in jeder Partie immer mindestens einen Treffer kassiert. Das soll mit Ihnen vorbei sein. Was macht Ihnen Mut, dass sich diese Hoffnung erfüllt?

Das ist Vergangenheit, ich will nach vorne schauen. Ich hoffe, dass wir die Gegentoranzahl nach unten schrauben können. Das liegt nicht nur an mir, da müssen wir alle zusammenarbeiten.

Trainer Christian Eichner hat eine sehr hohe Meinung von Ihnen. Ist das eine Last oder macht das noch mehr Lust auf die kommende Saison?

Das ist ein Mix. Natürlich freue ich mich darüber, wenn der Trainer das so sieht. Diese Wertschätzung tut immer gut. Aber: Auf der anderen Seite muss ich das auch zurückzahlen. Das will ich von Anfang an machen. Ich werde Gas geben, mich komplett reinhängen, dass ich dieses Vertrauen zurückzahle. Ich freue mich - es ist mehr Lust, keine Last.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell mit Marcel Franke (Hannover 28)
Philipp Hofmann (KSC 33) im Kopfballduell mit Marcel Franke (Hannover 28) | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Eichner hat sich schon darauf festgelegt, dass Jerôme Gondorf Kapitän bleibt. Ärgerlich für Sie, denn diesen Job hatten sie bei 96?

Überhaupt nicht. Ich habe nicht im Geringsten erwartet, dass ich nach Karlsruhe komme und mir die Binde um den Arm gelegt wird. Jerôme ist ein super Kapitän. Das ist ein erfahrener Fuchs, er hat schon etwas mehr gesehen als ich. Ich will vorneweg gehen, gut trainieren und Gas geben - ich will mir einen Stammplatz erkämpfen. Aber ich habe mich nie mit dem Gedanken beschäftigt, nach Karlsruhe zu kommen und die Binde zu wollen.

Sie sprechen vom Stammplatz: Mit O`Shaughnessy, Kobald, Gordon und wohl auch Irorere haben Sie starke Konkurrenten in der Innenverteidigung. Packen Sie den Stammplatz?

Nochmals kurz: Es geht darum einen Stammplatz zu erkämpfen, nicht um die Binde. Es gibt Konkurrenz, da heißt es nicht: Der Franke ist die Nummer eins in der Innenverteidigung. Es geht darum, sich das zu erkämpfen.

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Die Konkurrenz ist sehr gut. Allein wenn ich sehe, was für eine Leistung Daniel Gordon - in seinem Alter - abrief, davor kann ich nur den Hut ziehen. Ich werde vom ersten Training an Gas geben, um möglichst viel zu spielen. Es wird nicht einfach. Ich bin nicht gesetzt, ich will mich reinarbeiten. Das habe ich immer gemacht. Ich denke nicht: Ich bin der Größte! Ich denke: Reinarbeiten!

Das Trainerteam denkt intensiv darüber nach, mit einer Dreierkette zu spielen. Ist Ihnen das egal? Ist es ein Problem oder kommt es Ihnen entgegen?

Das ist überhaupt kein Problem. Ich habe gerne Dreierkette gespielt, auch in der zentralen Position. Auf der Position habe ich meine beste Saison gespielt. Man sollte auch flexibel sein. Ich spiele beide Abwehrformationen gerne.

Haben Sie Erwartungen? Ziele? Für die Mannschaft - für sich? 34 Spiele und zehn Tore?

Natürlich zuerst für die Mannschaft. Die Liga ist sehr, sehr eng. Da gibt keine leichten Spiele. Daher hoffe ich, dass wir eine sorgenfreie Saison spielen, so früh wie möglich den Klassenerhalt schaffen.

Marcel Franke (Hannover 28) passt den Ball im Sturm auf das karlsruher Tor.
Marcel Franke (Hannover 28) passt den Ball im Sturm auf das karlsruher Tor. | Bild: Carmele/TMC-Fotografie

Mit Hannover dachten wir - wir steigen auf. Und wo sind wir am Ende gelandet? Wir müssen den KSC weiter etablieren und das mit einem vernünftigen Fußball. Meine Ziele? Stammspieler. Zu den Toren: Weniger als die letzten drei Jahre kann ich nicht schießen, das kann nur besser werden.

Sie sind 193 Zentimeter groß. Co-Trainer Zlatan Bajramovic, der für die Standards zuständig ist, wird sich da etwas einfallen lassen.

Davon habe ich schon gehört und darauf freue ich mich. Ich trainiere gerne Standards. Wenn sich der Trainer etwas einfallen lässt, dann ist das klasse.

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Man kennt Sie hier nicht. Wie lautet Ihre Selbstbeschreibung? Als Spieler – als Mensch. Selbstbewusst aber dennoch zurückhaltend. Stimmt das?

Ja, das stimmt schon, ich weiß was ich kann, aber bin sehr bodenständig. Ich will mir immer wieder alles erkämpfen. Ich war nie ein Überflieger, ich habe nie etwas geschenkt bekommen. Alles was ich erreicht habe, musste ich mir hart erarbeiten. Ich habe mich Schritt für Schritt nach oben gekämpft, das werde ich nie vergessen. Ich weiß was ich kann - und was nicht.

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Und was können Sie nicht?

Sie erwähnten es: Ich bin 193 Zentimeter groß. Wenn ich da gegen einen kleinen, flinken Typ wie Lionel Messi spiele, dann wird es mit der Beweglichkeit Probleme geben. Da sehe ich dann nicht immer so gut aus.