Er kann einem leid tun: Benjamin Uphoff, der Keeper des KSC. Bisher zeigte er tadellose Leistungen, verhinderte so manchen Gegentreffer - dennoch kassierte "Beni" in vier Spielen neun Gegentreffer. Haltbar davon? Null!

Benjamin Uphoff (KSC 1) konnte diesen Tortreffer durch Braydon Manu (Hallescher FC 23) nicht halten.
Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Nach kurzem Zögern bejaht er diese Ansicht. "Ich habe mir bei den Gegentoren nichts vorzuwerfen, das ist ja das Tragische. Das ist frustrierend für mich. Du kannst nichts machen - außer den Ball neun Mal aus dem Netz holen", so Uphoff, der dann schnell positiv denkt: "Man kann aber auch sagen: Wir haben neun Tore geschossen und das ist gut. Aber: Klar, es sind zu viele Gegentore."

Aus Respekt oder Leichtsinn?

"Upi" bemängelt die Art, wie die Tore fielen. "Vor allem gegen den HSV, da sind die Tore für den Gegner zu einfach gefallen. In den Spielen zuvor war es oft in den letzten Minuten einer Halbzeit, dass wir unachtsam waren. Wir haben dem Gegner zu viele klare Chancen zugelassen. Weil wir Momente hatten, in denen wir gepennt haben."

Benjamin Uphoff (KSC 1) ist enttäuscht.
Benjamin Uphoff (KSC 1) ist enttäuscht. | Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Dass viele Fans immer wieder das Gefühl haben, der KSC würde mit angezogener Handbremse beginnen und die erst im Laufe der Partie lösen - man denke an das Spiel gegen Dresden, an die zweite Halbzeit gegen den HSV - hat Uphoff bemerkt, aber noch keine Lösung gefunden: "Vielleicht ist es Respekt vor dem Gegner, vielleicht auch etwas Leichtsinn, weil dieses taktische Verhalten zuvor gut geklappt hat - ich weiß es nicht. Vielleicht sagt der eine oder andere: Die ersten drei Spiele wurden auf diese Art gewonnen. Es war schon in der vergangenen Saison so, dass wir oft zwei unterschiedliche gute Halbzeiten ablieferten. Ein Phänomen, das sich fortsetzt", sagt der gebürtige Burghausener gegenüber ka-news.de.

"Stimmung in der Kabine ist gut, jeder ist konzentriert"

An der Konzentration würde es auf keinen Fall liegen. "Die Stimmung in der Kabine vor dem Spiel gibt da null Hinweise. Da ist jeder voll da, voll angespannt, jeder will. Aber auf dem Platz kommt es dann immer wieder zu Einbrüchen. Solche Schwankungen werden aber in der zweiten Liga viel mehr bestraft als in der 3. Liga."

Im Eifer des Gefechts, beim Duschen mit dem Bier, schlag Benjamin Uphoff (KSC 1) Kai Rabe (KSC Torwarttrainer) versehentlich das Glas ...
Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Dennoch, völlig unzufrieden ist er mit dem bisherigen Saisonverlauf nicht: "Sechs Punkte nach vier Spielen sind für einen Aufsteiger in Ordnung, damit sind wir absolut im Soll. Aber: Das Spiel in Kiel ärgert mich noch immer, denn da wäre mehr möglich gewesen. Auch gegen den HSV wäre mehr möglich gewesen. Damit muss man sich auch auseinandersetzen, nicht darauf zurückziehen, dass wir sechs Punkte haben", so seine Analyse gegenüber ka-news.de. Er fügt flugs hinzu: "Wie unsere Niederlagen zustande kamen - damit kann und darf man nicht zufrieden sein."

"Wir können in der Liga bestehen"

Dem Spiel in Osnabrück blickt er zuversichtlich entgegen. "Osnabrück gehört zu den Teams, die mit uns auf Augenhöhe sind, wie anfangs Wiesbaden. Diese Teams haben den gleichen Anspruch wie wir, wollen in der Liga bleiben. Da sollten wir punkten." Für den Torhüter ist es "absolut machbar zu bestehen. In solchen Duellen sollte man Punkte mitnehmen."

Benjamin Uphoff (KSC 1) hechtet sich dem Ball in den Weg.
Bild: Tim Carmele | TMC-Fotografie

Dass der KSC wieder so wenig Ballbesitz wie in den Partien zuvor haben wird, glaubt Uphoff nicht: "Dresden, Hamburg das waren sehr spielstarke Teams. Der VfL Osnabrück ist nicht ganz so spielstark, da werden wir wohl automatisch mehr Ballbesitz bekommen als gegen die Genannten. Aber taktisch werden wir nicht so viel ändern."

Kein Knick in Sachen Selbstbewusstsein

Dass das Selbstbewusstsein wegen der zwei Niederlagen in Folge gelitten hat, befürchtet er nicht. Diese Niederlagen würden sich nicht in den Köpfen festsetzen. "Es waren gute Ansätze da. Jetzt muss die Schärfe über 90 Minuten zurückkehren, dann bin ich zuversichtlich."

Benjamin Uphoff (KSC 1) hechtet zu diesem versuchten Torschuss des HSV.
Bild: Carmele | TMC-Fotografie

Man müsse aber, "auch wenn es mal nicht so läuft, wieder defensiv stabiler werden, es muss aggressiver gegen den Ball verteidigt werden, wir dürfen den Gegnern nicht so viel Raum geben, dürfen sie nicht aus 15, 16 Metern zum Abschluss kommen lassen. Dazu ist die Qualität der Spieler in dieser Liga zu groß. So wie es gegen den HSV war. Dass wir immer für ein, zwei Tore gut sind haben wir bewiesen."

 


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