Schon Anfang April brodelte die Gerüchteküche um einen Wechsel von Nico Schlotterbeck zum BVB. Jetzt ist er unter Dach und Fach. Ablöse: 20 Millionen Euro plus Sonderzahlungen. Der KSC partizipiert mit fünf Prozent. Heißt: mit mindestens einer Million Euro.

Nico Schlotterbeck in Aktion.
Nico Schlotterbeck in Aktion. | Bild: Tom Weller/dpa/Archivbild

Der Grund: Schlotterbeck wurde von 2015 bis 2017 beim KSC ausgebildet. Dafür bedanken muss sich der Wildparkclub beim aktuellen Cheftrainer Paderborns, Lukas Kwasniok. Schlotterbeck hatte Probetrainings absolviert, war Proficlubs angeboten worden - aber von Stuttgart über Hoffenheim bis Freiburg zeigte keiner großes Interesse.

Lukas Kwasniok gab Schlotterbeck seine Chance beim KSC

Auch der KSC griff nach einem Probetraining nicht direkt zu. Aber: Der inzwischen 22 Jahre alte Nationalspieler durfte im Wildpark zum zweiten Mal vorspielen. Doch auch dann war - außer Kwasniok - keiner so absolut von ihm überzeugt.

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"Luki" setzte sich durch, begründet gegenüber ka-news.de warum: "Schlotti hat einige besondere Begabungen, hat Inselqualitäten: Sein linker Fuß und sein Kopfballspiel waren überragend. Zudem hatte er keine Angst", sagte Ex-KSC-Jugendtrainer Kwasniok.

"Er ist bereit, den harten Weg zu gehen"

"Nach und nach hat sich herauskristallisiert, dass er bereit ist, den harten Weg zu gehen. So fuhr er täglich aus der Stuttgarter Region rund 90 Minuten zum Training in den Wildpark. Dann hat er nach dem Training immer Zusatzschichten absolviert. Technische Übungen, Laufeinheiten - so etwas."

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Noch immer melde sich "Schlotti" regelmäßig bei Kwasniok, wird wohl bald ein Trikot des BVB in Muggensturm - dem Wohnort von Kwasniok ganz in der Nähe von Karlsruhe - vorbeibringen. Eines vom SC Freiburg hat er dort schon längst abgeliefert.

Mehr Geld für mehr Neuverpflichtungen?

Wie diese Einnahme beim KSC verwendet wird, darüber entscheidet in erster Linie Geschäftsführer Michael Becker. Oliver Kreuzer, Geschäftsführer für den Bereich Sport, wird wohl aber nicht alle seiner Wünsche erfüllt bekommen: Einnahmeverluste durch die Corona-Pandemie müssen kompensiert werden.

Philipp Hofmann (KSC 33) im Zweikampf gegen Nico Schlotterbeck (Union Berlin 4).
Philipp Hofmann (KSC 33) im Zweikampf gegen Nico Schlotterbeck, 2020 noch bei Union Berlin. | Bild: Carmele|TMC Fotografie

KSC-Trainer Christian Eichner hofft natürlich, dass durch diese Einnahme der Handlungsspielraum bei Neuverpflichtungen "etwas größer wird".

Die Verpflichtung des 29 Jahre alten Innenverteidigers Marcel Franke, der in Hannover keinen neuen Vertrag bekam und beim KSC einen Kontrakt über drei Jahre signierte, tätigten die Blau-Weißen, ehe der Wechsel von Schlotterbeck zu Dortmund fix war.