Das 1:1 der deutschen Nationalmannschaft am Dienstagabend gegen die Niederlande, wird wohl selbst den treusten Fans der DFB-Elf nicht lange im Gedächtnis bleiben. Der sportliche Wert des Tests war überschaubar und auch das Ergebnis eignet sich nicht unbedingt für einen Rückblick.
Nico Schlotterbeck mit DFB-Debüt
Einer aber dürfte den Abend in der Johan Cruijff Arena in Amsterdam und die vergangenen Tage für immer in Erinnerung behalten: Nico Schlotterbeck. Der Innenverteidiger vom SC Freiburg - der in der Jugend beim KSC spielte - feierte bereits gegen Israel sein Debüt mit dem Adler auf der Brust und durfte gegen die Elftal erneut 90 Minuten ran.

Die ersten Länderspiele sind der nächste Meilenstein eines kometenhaften Aufstiegs. Im Sommer könnte nun der nächste große Karriereschritt folgen. Der gebürtige Waiblinger mit KSC-Vergangenheit hat beim SC Freiburg noch einen Vertrag bis 2023. Heißt für den SC: Wenn man eine - aller Voraussicht nach - stattliche Ablöse für den 22-Jährigen kassieren will, müsste man ihn diesen Sommer ziehen lassen. Sein Marktwert wird laut transfermarkt.de auf 28 Millionen Euro taxiert.
Schlotterbeck hat KSC-Vergangenheit
Die Gerüchteküche brodelt und auch Schlotterbecks Jugendklub, der KSC, wird die Entwicklung gespannt beobachten. Denn die Badener würden finanziell von einem Transfer profitieren.

Schlotterbeck schnürte von 2015 bis 2017 seine Fußballschuhe in der KSC-Akademie. Beim anschließenden Wechsel zum SC wurde eine Vereinbarung getroffen, die dem KSC nun einen außerplanmäßigen Geldsegen bescheren könnte.

Eine siebenstellige Summe würde aus dem Breisgau in den Wildpark fließen, sollte Schlotterbeck wechseln. Dies bestätigt KSC-Sportchef Oliver Kreuzer gegenüber den "Badischen Neusten Nachrichten" (BNN). "Da die Einnahme aus dem sportlichen Geschäft resultieren würde, würde sie zumindest anteilig dem Sport auch zugutekommen. Aber nicht in Gänze", wird Kreuzer in der Tageszeitung zitiert.
Kwasniok über Nico Schlotterbeck: "Hat einige besondere Begabungen"
Bereits während Schlotterbecks erster Länderspielreise im September 2021 erinnerten sich einstige KSC-Weggefährten an den Verteidiger mit der markanten Haarfarbe.

"Schlotti hat einige besondere Begabungen, hat Inselqualitäten: Sein linker Fuß und sein Kopfballspiel waren überragend. Zudem hatte er keine Angst", sagte Ex-KSC-Jugendtrainer Lukas Kwasniok zu ka-news.de.
Weiter meinte der heutige Trainer des SC Paderborn: "Nach und nach hat sich herauskristallisiert, dass er bereit ist, den harten Weg zu gehen. So fuhr er täglich aus der Stuttgarter Region rund 90 Minuten zum Training. Dann hat er nach dem Training immer Zusatzschichten absolviert. Technische Übungen, Laufeinheiten - so etwas."

Diese Zusatzschichten könnten nun den Sprung zu einem ganz großen Verein ermöglichen. Unter anderem dem FC Bayern München und Borussia Dortmund wird Interesse an Schlotterbeck nachgesagt. Auch in der englischen Premier League soll sein Name schon gefallen sein. Doch egal wohin es ihn zieht, die bekanntlich klamme KSC-Kasse könnte im Sommer gut gefüllt werden.