Es war das Ergebnis einiger "Krisentreffen": Im Februar des vergangenen Jahres wurde mit dem "Innenstadtfonds Karlsruhe" eine Soforthilfe für den baustellengeplagte Einzelhändler ins Leben gerufen. Träger des Innenstadtfonds sind die Karlsruher Schieneninfrastruktur Gesellschaft (Kasig), die City Initiative Karlsruhe (CIK) und das Stadtmarketing.

Die Idee: Händler können sich mit einem Projekt bewerben und erhalten Geld aus dem Fonds. Erlaubt ist alles: Ob Veranstaltungen, Werbekampagnen oder Gewinnspiele - hat ein Händler eine Idee, kann er zusammen mit mindestens vier andern Händlern eine Förderung von bis zu 5.000 Euro pro Projekt erhalten.

Ideen für 100.000 Euro gesucht

Dass die Kasig sich an Aktionen für den Karlsruher Einzelhandel beteiligt, ist nicht neu. "Von Beginn der Kombilösung war vorgesehen, dass das Stadtmarketing Geld von der Kasig erhält, um Ausgleichsmaßnahmen in Form von Marketing für den absehbar leidenden Einzelhandel zu finanzieren", erklärt Pressesprecher Achim Winkel. Wie viel Geld die Kasig zur Verfügung stellt, variiert immer. "Dieses Geld wird nicht als Festbetrag vergeben, sondern in einem Schlüssel von drei zu eins", erklärt Kasig-Sprecher Winkel das Prozedere.

Dadurch kamen pro Jahr etwa eine Million Euro zusammen - 250.000 Euro brachte dabei der Karlsruher Einzelhandel auf. "Von diesem Gesamttopf finanziert das Stadtmarketing wiederum den Innenstadtfonds, der einen Bruchteil des Gesamtetats ausmacht, aber auf individuelle Aktionen einzelner Einzelhändler abzielt", so Winkel weiter.  Der Jahresetat des Innenstadtfonds beläuft sich in diesem Jahr auf 100.000 Euro.

Sind die Startschwierigkeiten inzwischen behoben?

Zu Beginn lief der Fonds nicht richtig an, nur wenige Einzelhändler bewarben sich mit Projekten. Das scheint sich inzwischen geändert zu haben: "In der ersten Vergaberunde zum Innenstadtfonds 2016 wurden 18 Anträge eingereicht, wovon 13 Anträge gefördert wurden. Für die zweite Vergaberunde haben uns 11 Anträge erreicht, von denen zehn gefördert wurden", erklärt Thomas Muranyi vom Stadtmarketing Karlsruhe auf Anfrage von ka-news.de, "insgesamt sind somit 29 Anträge eingegangen, von denen 23 gefördert werden."

Das Stadtmarketing geht davon aus, dass die beantragten Fördersummen von den Antragstellern vollständig abgerufen werden. Die Projektförderung zeichne laut Muranyi insbesondere durch die Vielfalt der Projekte aus, egal ob es sich um Straßenbahnwerbung oder ein Kulturfest wie das "Eckkultur Dörfle" in der Altstadt handle.

"Auch Maßnahmen wie eine umweltfreundliche Einkaufstasche als Alternative zur Plastik- oder Papiertüte, eine neue Internetpräsenz der Geschäfte in der Ettlinger Straße oder herausragende Lichtkunst beim 'Fest der Südlichen Waldstraße' tragen dazu bei, dass sich die Innenstadt positiv entwickelt und Kunden an den Einkaufsstandort gebunden werden", so Muranyi weiter. In diesem Sinne sieht Muranyi das Projekt als geglückt: "Die Maßnahmen erzielen den erhofften Effekt für die Innenstadt."

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